Diplomarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Win-Win-Strategie und Win-Win-Situation
3. Lage und Perspektiven der Möbelproduktion / -industrie
4. Ökologisches Design
4.1 Ökologie
4.2 Design
4.3 Der Begriff des Ökologischen Designs
4.4 Geschichte und „State of the Art“ des Ökologischen Designs
4.5 Grundprinzipien des Ökologischen Designs
4.5.1 Nachhaltige Produktentwicklung
4.5.2 Lebenszyklusweites Denken
4.5.3 Mehrdimensionale Betrachtung
4.6 Strategien des Ökologischen Designs
4.7 Überblick über die Verfahren zur ökologischen Produktbewertung
5. Methoden des Ökologischen Designs in der Möbelproduktion und Bewertung der Folgen auf Mensch, Umwelt und Unternehmen nach Lebenszyklusphasen
5.1 Problemstellung und Vorgehensweise
5.2 Planung / Konzeption / Entwurf
5.2.1 Design
5.2.1.1 Zeitloses Design
5.2.1.2 Bewertung
5.2.2 Materialauswahl
5.2.2.1 Erneuerbare Materialien aus nachhaltigen Quellen
5.2.2.2 Materialien aus der Lithosphäre
5.2.2.3 Recycelte Materialien
5.2.2.4 Recycelbare Materialien
5.2.2.5 Kompostierbare Materialien
5.2.2.6 Langlebige Materialien
5.2.2.7 Bewertung
5.3 Produktion / Herstellung
5.3.1 Produktionsprozesse
5.3.1.1 Montagegerechtes Design
5.3.1.2 Selbstmontage
5.3.1.3 Demontagegerechtes Design
5.3.1.4 Effiziente Nutzung natürlicher und produzierter Materialien
5.3.1.5 Geringer Energieaufwand bei der Herstellung
5.3.1.6 Bewertung
5.3.2 Verwendung von Komponenten
5.3.2.1 Verwendung vorgefertigter Komponenten
5.3.2.2 Wiederverwendung nicht mehr genutzter Komponenten
5.3.2.3 Bewertung
5.4 Vertrieb
5.4.1 Öko-Marketing
5.4.2 Produktzertifizierung
5.4.2.1 Holzgütesiegel
5.4.2.2 Textilgütesiegel
5.4.2.3 Ledergütesiegel
5.4.2.4 Übergreifende Gütesiegel
5.4.2.5 Bewertung
5.5 Transport
5.5.1 Leichte Produkte
5.5.2 Verpackung in flachen Paketen
5.5.3 Minimierung des Volumens pro Verpackungseinheit
5.5.4 Bewertung
5.6 Verwendung
5.6.1 Verpackung
5.6.1.1 Ökologisch verträgliche Möbelverpackungen
5.6.1.2 Bewertung
5.6.2 Gefahrlose Verwendung
5.6.2.1 Vermeidung oder Reduzierung gefährlicher und giftiger Substanzen
5.6.2.2 Bewertung
5.6.3 Verbesserte Funktionalität
5.6.3.1 Modulares Design
5.6.3.2 Multifunktionalität
5.6.3.3 Bewertung
5.6.4 Langlebigkeit
5.6.4.1 Verlängerte Lebensdauer
5.6.4.2 Bewertung
5.7 Entsorgung
6. Ausblick und abschließende Betrachtung der Win-Win-Situation durch Ökologisches Design in der Möbelproduktion
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Potenziale des Ökologischen Designs in der Möbelproduktion systematisch zu evaluieren, um aufzuzeigen, wie durch eine gezielte lebenszyklusorientierte Gestaltung Win-Win-Situationen entstehen können, von denen sowohl die Unternehmen (durch Kostensenkung und Differenzierung) als auch die Umwelt (durch Ressourcenschonung und Emissionsminimierung) profitieren.
4.4 Geschichte und „State of the Art“ des ökologischen Designs
Bereits vor der industriellen Revolution wurde ökologisches Design in vielen Kulturen „gelebt“: Lokal ansässige Handwerker stellten aus mehrheitlich lokal verfügbaren Ressourcen Möbel, Gebrauchsgüter und andere zum Leben notwendige Produkte her.
Im Rahmen der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts wanderte die Landbevölkerung zunehmend in die Städte ab (insbesondere in Großbritannien, aber auch in vielen anderen europäischen Ländern), um in den dort neu entstehenden Fabriken zu arbeiten. Es bildeten sich urbane Zentren. Somit war der Verkauf der durch Massenproduktion hergestellten Produkte nicht mehr an den Ort der Entstehung gebunden und für nahezu jedermann erschwinglich.
Die Gründer der britischen „Arts and Crafts“ - Bewegung (Kunst- und Handwerksbewegung) erkannten früh, dass die Industrialisierung aufgrund der geringen Qualität vieler Massenprodukte Umweltschäden verursachte. Sie suchten nach innovativen Methoden, eine Steigerung der Produktivität mit geringeren daraus resultierenden Umweltschädigungen verwirklichen zu können. Obwohl diese Bewegung nur einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichte, sollte sie doch die Grundlage für verschiedene modernistische Ansätze des Designs und der Produktion in Europa sein, so zum Beispiel in Deutschland für den Deutschen Werkbund und später das Bauhaus, in Österreich für die Secession und die Wiener Werkstätte oder in den Niederlanden für „De Stijl“.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Problem des globalen Klimawandels dar und leitet die Relevanz des Ökologischen Designs als Strategie für Win-Win-Situationen in der Möbelproduktion ab.
2. Win-Win-Strategie und Win-Win-Situation: Das Kapitel definiert den Begriff der Win-Win-Strategie basierend auf dem Harvard-Konzept und erläutert, wie durch die Fokussierung auf gemeinsame Grundinteressen beiderseitiger Nutzen generiert wird.
3. Lage und Perspektiven der Möbelproduktion / -industrie: Hier werden die Struktur, der traditionelle Charakter und die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Möbelindustrie beschrieben sowie aktuelle Herausforderungen wie das Außenhandelsdefizit analysiert.
4. Ökologisches Design: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen des Ökologischen Designs, beleuchtet dessen Geschichte und definiert die Kernprinzipien wie nachhaltige Produktentwicklung und lebenszyklusweites Denken.
5. Methoden des Ökologischen Designs in der Möbelproduktion und Bewertung der Folgen auf Mensch, Umwelt und Unternehmen nach Lebenszyklusphasen: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem spezifische Designmethoden wie Materialauswahl oder Transportoptimierung detailliert nach Lebenszyklusphasen analysiert und in ihrer ökologischen sowie ökonomischen Wirkung bewertet werden.
6. Ausblick und abschließende Betrachtung der Win-Win-Situation durch Ökologisches Design in der Möbelproduktion: Das abschließende Kapitel fasst die Potenziale des Ökologischen Designs zusammen und diskutiert die strategischen Chancen für Unternehmen im Wettbewerb.
Ökologisches Design, Win-Win-Situation, Möbelproduktion, Nachhaltigkeit, Lebenszyklus, Materialauswahl, Umweltschutz, Produktgestaltung, Ressourcenschonung, Produktdesign, Kreislaufwirtschaft, Umweltverträglichkeit, Wettbewerbsvorteil, Dematerialisierung.
Die Arbeit untersucht, wie ökologische Prinzipien im Designprozess von Möbeln angewendet werden können, um sogenannte Win-Win-Situationen zu schaffen, bei denen sowohl ökonomische Vorteile für Unternehmen als auch ökologische Vorteile für Umwelt und Mensch entstehen.
Die zentralen Themen sind das Ökologische Design, die Strategien zur Ressourceneffizienz, die Materialauswahl, die Produktionsoptimierung und die Rolle der Produktzertifizierung im Marketing.
Das Ziel ist die Erfassung und Beschreibung dieser Win-Win-Situationen sowie eine vergleichende Bewertung, in welchen Lebenszyklusphasen von Möbeln das größte Potenzial für solche Erfolge liegt.
Die Arbeit verwendet eine argumentativ-qualitative Analyse, die durch ein ordinales Bewertungssystem (Check-Listen und Win-Win-Indikatoren) ergänzt wird, um die Auswirkungen der Design-Methoden messbar und vergleichbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich nach den Lebenszyklusphasen eines Möbelstücks (Planung, Herstellung, Vertrieb, Transport, Verwendung, Entsorgung) und analysiert für jede Phase die spezifischen Methoden des Ökologischen Designs.
Wesentliche Begriffe sind "Lebenszyklusweites Denken", "Materialauswahl", "Demontagegerechtes Design", "Öko-Marketing" und "Win-Win-Indikator".
Die Materialauswahl wird als die wichtigste „Stellschraube“ im Ökologischen Design identifiziert, da fast 50% der Kosten in der Möbelindustrie auf den Materialverbrauch entfallen und hierbei die größten Hebel für Kostenminimierung und ökologische Schonung liegen.
Wilkhahn dient als Paradebeispiel für ein mittelständisches Unternehmen, das durch die konsequente, lebenszyklusweite Anwendung von Ökologischem Design eine klare Differenzierung am Markt erreichte und damit erfolgreich beweist, dass ökologische Ausrichtung und ökonomischer Erfolg Hand in Hand gehen können.
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