Magisterarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 DEFIZITE IN DER BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
2.1 Der Kommunikationsbegriff bei Bartram
2.2 Das Sender-Empfänger-Modell
2.3 Wann ist Kommunikation erfolgreich?
2.4 Kommunikation und Sinn
2.5 Fazit
3 LINGUISTISCHE GESPRÄCHSANALYSE
3.1 Dialoggrammatik
3.2 Sprechakttheoretische Diskursanalyse
3.3 Konversationsanalyse
3.4 Angewandte Diskursforschung
4 METHODEN UND PROBLEME DER DATENERHEBUNG
4.1 Datenmenge
4.2 Interviews
4.3 Das Beobachterparadoxon
4.4 Transkripte
5 BETRIEBLICHE KOMMUNIKATION
5.1 Eigenschaften der Kommunikation in Unternehmen
5.2 Anwendungsbeispiele
5.2.1 Empraktische Kommunikation
5.2.2 Unternehmensrepräsentation am Telefon
6 KOMMUNIKATIONSOPTIMIERUNG IN BETRIEBEN
6.1 Typische Fehler in Ratgebern und Schulungen
6.1.1 Konzeptualisierungsproblem
6.1.2 Explikationsproblem
6.1.3 Umsetzungsproblem
6.1.4 Fehlerhafte Messinstrumente
6.1.5 Der Umgang mit Artefakten in Rollenspielen
6.2 Rollenspiele
6.2.1 Authentizität
6.2.2 Zwei Betrachtungsebenen
6.2.3 Zugang zu Alltagstheorien
6.2.4 Das SAF-Verfahren
7 COMPUTERVERMITTELTE KOMMUNIKATION
7.1 Klassifizierung hybrider Kommunikationsformen
7.2 Linguistik und Informatik
7.2.1 Quantitative Analysen
7.2.2 CSCW und Konversationsnetzwerke
7.2.3 Kritik an der Language Action Perspective
8 AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag linguistischer Methoden zur Analyse und Optimierung betrieblicher Kommunikation. Ziel ist es, den forschungsstand zu sichten und die Unzulänglichkeiten rein betriebswirtschaftlicher Modelle kritisch zu hinterfragen, um durch linguistische Erkenntnisse aus den Bereichen Gesprächsanalyse, Diskursforschung und Informatik fundiertere Ansätze für die Unternehmenskommunikation zu entwickeln.
2.2 Das Sender-Empfänger-Modell
In der Definition von Kommunikation wurden bereits die Begriffe Sender und Empfänger verwendet. Dem liegt das Modell von Shannon und Weaver aus der Nachrichtentechnik zugrunde (Abb.1).
Eine Informationsquelle (z.B. ein Mensch) wählt eine Botschaft aus, der Sender codiert diese und schickt sie durch einen Kommunikationskanal (z.B. ein Telefonkabel) an den Empfänger. Der Empfänger decodiert das Signal und gibt es an den Adressaten weiter, der die Nachricht nun verstehen kann. Bei der Übertragung der codierten Nachricht kann es dabei zu verschiedenen Störungen (z.B. Rauschen) kommen. Störungen auf Seiten des Senders oder Empfängers sieht das Modell dabei nicht vor.
Die Theorie wurde 1949 von Warren Weaver veröffentlicht und ihre Bedeutung für die Sprachwissenschaft in Deutschland in den späten 60er Jahren entdeckt (vgl. Auer 1999: 8). Bartram übernimmt die Idee kritiklos:
„Dazu ist erforderlich, daß der Sender reale Sachverhalte in Zeichen transformiert, die zur Übermittlung geeignet sind, der Empfänger eben diese Zeichen mit den ihnen gedanklich verbundenen Designaten […] belegt, um daraus wiederum die abgebildeten Sachverhalte zu erkennen.“ (Bartram 1969: 51)
Ebenso berühmt wie das Sender-Empfänger-Modell ist auch die Kritik daran, denn klar ist, dass es für menschliche Kommunikation nur bedingt repräsentativ ist.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema der betrieblichen Kommunikation und Abgrenzung der methodischen Ansätze der Arbeit.
2 DEFIZITE IN DER BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE: Kritische Analyse betriebswirtschaftlicher Zugänge zu Kommunikation, insbesondere des Sender-Empfänger-Modells und der Vernachlässigung linguistischer Aspekte.
3 LINGUISTISCHE GESPRÄCHSANALYSE: Vorstellung verschiedener linguistischer Forschungsrichtungen wie Dialoggrammatik, Diskursanalyse und Konversationsanalyse samt ihrer theoretischen Kontroversen.
4 METHODEN UND PROBLEME DER DATENERHEBUNG: Diskussion praktischer Herausforderungen bei der Erhebung von Gesprächsdaten und der Rolle von Transkriptionsverfahren.
5 BETRIEBLICHE KOMMUNIKATION: Beleuchtung spezifischer Eigenschaften betrieblicher Kommunikation und Vorstellung von Anwendungsbeispielen aus der praktischen Forschung.
6 KOMMUNIKATIONSOPTIMIERUNG IN BETRIEBEN: Kritische Bewertung von Kommunikationstrainings, Ratgebern und Rollenspielen sowie Vorstellung des SAF-Verfahrens.
7 COMPUTERVERMITTELTE KOMMUNIKATION: Untersuchung moderner, computerbasierter Kommunikationsformen und der Schnittstelle zwischen Linguistik und Informatik.
8 AUSBLICK: Zusammenfassung der zukünftigen Potenziale der Zusammenarbeit zwischen Linguistik und Informatik sowie Anforderungen an weitere Forschung.
Betriebliche Kommunikation, Linguistische Gesprächsanalyse, Sender-Empfänger-Modell, Diskursanalyse, Konversationsanalyse, Datenerhebung, Transkription, Kommunikationstraining, Rollenspiele, Computervermittelte Kommunikation, CSCW, Language Action Perspective, Sprechakt, Unternehmenskommunikation, Interaktion.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung linguistischer Methoden für die Analyse und Optimierung betrieblicher Kommunikationsabläufe, da die gängigen betriebswirtschaftlichen Modelle oft linguistisch unzureichend sind.
Zentrale Themen sind die Kritik an simplifizierten Kommunikationsmodellen, der Vergleich verschiedener gesprächsanalytischer Methoden, die Herausforderungen der Datenerhebung in Unternehmen sowie die Verbesserung von Kommunikationstrainings und computergestützten Systemen.
Ziel ist es, den Beitrag der Linguistik zur Verbesserung betrieblicher Kommunikation aufzuzeigen, theoretische Defizite aufzudecken und praktische Verfahren für eine nachhaltige Optimierung abzuleiten.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die theoretische Ansätze aus der Linguistik (Diskursanalyse, Konversationsanalyse) mit praktischen Erkenntnissen aus Betriebswirtschaftslehre und Informatik verbindet.
Der Hauptteil analysiert bestehende Kommunikationsmodelle, vergleicht linguistische Analyseansätze, diskutiert Datenerhebungsmethoden wie Interviews und Beobachtungen und bewertet Maßnahmen zur Optimierung (z.B. das SAF-Verfahren).
Wichtige Begriffe sind Betriebliche Kommunikation, Gesprächsanalyse, Diskursforschung, Kommunikationstraining, Rollenspiele, CSCW und Sprechakttheorie.
Es beschreibt das Problem, dass sich Gesprächsteilnehmer unter Beobachtung (z.B. durch Kameraaufzeichnungen) anders verhalten als in natürlichen Situationen, was die Authentizität der erhobenen Daten einschränkt.
Klassische Trainings basieren oft auf ineffektiven Modellen wie der "BEDAZA-Formel" und ignorieren die Komplexität und Unvorhersehbarkeit natürlicher Interaktionen, wodurch sie nur geringe langfristige Lerneffekte bieten.
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