Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 2,3
1 EINLEITUNG
2 EINGLIEDERUNG DES BERUFES FÜR STEUERBERATENDE DIENSTLEISTUNGEN IN DAS BERUFSFELD DER FREIEN BERUFE
3 ÖKONOMISCHE LEGITIMATION DER REGULIERUNG DES MARKTES
3.1 BEGRIFFSDEFINITION STAATLICHE REGULIERUNG
3.2 ALLGEMEINE EINBETTUNG IN DIE WETTBEWERBSPOLITIK
3.3 WETTBEWERBLICHE AUSNAHMEBEREICHE
3.4 NORMATIVE THEORIE DER REGULIERUNG
3.4.1 Informationsmängel und Qualitätsunkenntnis
3.4.2 Asymmetrische Informationsverteilung
3.4.3 Anbieterinduzierte Nachfrage
3.4.4 Preis- und Vertrauensbildung
3.4.5 Formen von Marktversagen bei der Steuerberatung
3.5 POSITIVE THEORIE DER REGULIERUNG
3.5.1 Kritik an der normativen Theorie
3.5.2 Die Capture Theorie
3.5.2.1 Stiglers politischer Markt für Regulierung
3.5.2.2 Erweiterung der Theorie durch Peltzman
3.5.2.3 Das Rent-Seeking der Unternehmen
3.5.3 Theorie der Interessengruppen
3.5.3.1 Theorie der Logik des kollektiven Handelns
3.5.3.2 Erweiterung der Theorie von Olson
3.5.3.3 Veränderung der Interessen und Neuordnung der Regulierung
3.6 GESAMTBETRACHTUNG BEIDER THEORIEN ALS ERKLÄRUNGSANSATZ
4 DARSTELLUNG DES MARKTES FÜR STEUERBERATENDE DIENSTLEISTUNGEN
4.1 GESETZLICHE FUNDIERUNG
4.2 AUFGABENBEREICHE DES STEUERBERATERS
4.3 DIE REGULIERUNGEN DER STEUERBERATUNG
4.3.1 Marktzutrittsbeschränkungen
4.3.2 Marktverhalten
4.3.2.1 Die Berufshaftpflichtversicherung
4.3.2.2 Das Verbot zur Durchführung berufswidriger Werbung
4.3.2.3 Die Gebührenverordnung
4.3.3 Regelungen zur Qualitätssicherung
4.4 DIE BERUFSORGANISATIONEN
4.4.1 Die Steuerberaterkammern
4.4.2 Die Steuerberaterverbände
4.4.3 Technische Unterstützung durch die Datev
5 WIRKUNGEN DER REGULIERUNGEN DER STEUERBERATUNG
5.1 INEFFIZIENZEN
5.1.1 Allokative Ineffizienz
5.1.2 Technische Ineffizienz
5.1.3 Dynamische Ineffizienz
5.2 AUSWIRKUNGEN DER POSITIVEN THEORIE DER REGULIERUNG
5.2.1 Nachfrager von Regulierung in der Steuerberatung
5.2.2 Anbieter von Regulierung in der Steuerberatung
6 DAS INTERNATIONALE BILD DES STEUERBERATENDEN BERUFES
6.1 DIE LIBERALE BERUFSAUSÜBUNG AM BEISPIEL DER STEUERBERATUNG IN DEN NIEDERLANDEN
6.2 NIEDERLASSUNGS- UND DIENSTLEISTUNGSFREIHEIT ALS GRUNDLEGENDE REGELUNGEN DES EU-RECHTS
6.3 DIE STEUERBERATUNG IN DEN USA
7 REFORMBEDARF DES DEUTSCHEN STEUERBERATUNGSMARKTES UND TENDENZEN FÜR DIE ZUKUNFT DES STEUERBERATENDEN BERUFES
8 FAZIT
Die Arbeit analysiert die staatliche Regulierung des Marktes für Steuerberatungsdienstleistungen aus ordnungsökonomischer Perspektive. Ziel ist es, zu untersuchen, ob die bestehenden Marktzutritts- und Verhaltensbeschränkungen durch ökonomische Effizienzkriterien (Marktversagen) legitimiert sind oder ob sie das Ergebnis von Gruppeninteressen (positive Regulierung) darstellen, und wie sich diese Regulierungen auf den Wettbewerb sowie auf die Qualität und Kosten der Dienstleistungen auswirken.
3.4.1 Informationsmängel und Qualitätsunkenntnis
Dienstleistungsmärkte sind nicht der Standardfall der ökonomischen Theorie. In der Literatur werden meist Gütermärkte ausführlich diskutiert. Trotz des Fehlens einer Dienstleistungsmarkttheorie lassen sich die Argumente des Markt- und Wettbewerbsversagens auf den Markt für Dienstleistungen übertragen. Grundsätzlich bestehen häufig Informationsprobleme. Einen Regulierungsgrund für das Problem ungleicher Informationsverteilung stellt der Verbraucherschutz dar, der unbestritten notwendig ist, da der Nachfrager im Allgemeinen erheblich schlechter informiert ist als der Anbieter.
Es werden zwei Arten von Informationsmängeln unterschieden: die Unsicherheit und die Unkenntnis. Unsicherheit oder auch das Risiko wird damit begründet, dass sich zukünftige Entwicklungen nicht mit fehlerfreier Gewissheit vorhersagen lassen. Es besteht die Möglichkeit, die Unsicherheit mit Hilfe von Informationsgewinnung zu verringern. Unkenntnis liegt vor, wenn Marktakteure – meist die Nachfragerseite – nicht genügend informiert sind, sich diese Unwissenheit mit geeigneter Beschaffung von Informationen jedoch beseitigen ließe. Wesentlich für den Steuerberatungsmarkt ist die Unkenntnis, die im Folgenden näher erläutert wird. Meist handelt es sich um die Probleme der asymmetrischen Informationsverteilung, die der kommende Abschnitt 3.4.2 eingehend erklärt.
Unkenntnis lässt sich in drei Formen unterteilen, die zu Marktversagen führen können: (1) Qualitätsunkenntnis, (2) Nutzenunkenntnis und (3) Preisunkenntnis. Wesentlich für diese Arbeit ist die Qualitätsunkenntnis. Eine Seite des Marktes ist besser über die Qualität eines Gutes oder einer Dienstleistung informiert als die andere Marktseite. In den meisten Fällen ist die Nachfragerseite die schlechter informierte. Der Grad der potentiellen Qualitätsunsicherheit variiert bei unterschiedlichen Arten von Gütern. In seinen Aufsätzen „Information and Cusumer behavior“ und „Advertising as Information“ unterscheidet Nelson zwischen search-qualities und experiance-qualities. Erstere können mit Hilfe eines Vergleiches mehrerer gleichartiger Güter vor dem Kauf beurteilt werden, z.B. Kleidung, die vor dem Kauf zur Anprobe zur Verfügung steht.
1 EINLEITUNG: Darstellung der aktuellen wirtschaftspolitischen Problematik und Einführung in die Fragestellung bezüglich der Regulierung steuerberatender Berufe.
2 EINGLIEDERUNG DES BERUFES FÜR STEUERBERATENDE DIENSTLEISTUNGEN IN DAS BERUFSFELD DER FREIEN BERUFE: Definition der Freien Berufe und Einordnung des Steuerberaters als spezialisierte Berufsgruppe mit spezifischen Merkmalen.
3 ÖKONOMISCHE LEGITIMATION DER REGULIERUNG DES MARKTES: Theoretische Auseinandersetzung mit der normativen und positiven Regulierungstheorie als Grundlage für das Verständnis staatlicher Eingriffe.
4 DARSTELLUNG DES MARKTES FÜR STEUERBERATENDE DIENSTLEISTUNGEN: Beschreibung der gesetzlichen Grundlagen, Aufgabenbereiche, Regulierungsmechanismen und Organisationen im deutschen Steuerberatungsmarkt.
5 WIRKUNGEN DER REGULIERUNGEN DER STEUERBERATUNG: Analyse der ökonomischen Folgen der Regulierungen hinsichtlich Effizienz, Ineffizienzen und der Interessen der involvierten Akteure.
6 DAS INTERNATIONALE BILD DES STEUERBERATENDEN BERUFES: Untersuchung internationaler Märkte (Niederlande, USA) im Kontext der EU-Rechtsprechung und europäischer Harmonisierungsbestrebungen.
7 REFORMBEDARF DES DEUTSCHEN STEUERBERATUNGSMARKTES UND TENDENZEN FÜR DIE ZUKUNFT DES STEUERBERATENDEN BERUFES: Aufzeigen aktueller Trends und der notwendigen Anpassungen des Berufsrechts an veränderte Marktbedingungen.
8 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Regulierungsnotwendigkeit und der Ausblick auf künftige Entwicklungen im Steuerberatungsmarkt.
Steuerberatung, staatliche Regulierung, Marktversagen, Freie Berufe, asymmetrische Information, Qualitätsunkenntnis, normative Regulierungstheorie, positive Regulierungstheorie, Interessengruppen, Marktzutrittsbeschränkung, Berufshaftpflichtversicherung, Gebührenordnung, Wettbewerb, Steuerberatungsgesetz, Dienstleistungsfreiheit.
Die Diplomarbeit untersucht aus ordnungsökonomischer Sicht, warum der Markt für Steuerberatung in Deutschland staatlich reguliert ist und ob diese Eingriffe ökonomisch gerechtfertigt werden können.
Die zentralen Felder sind die Regulierungstheorie (normativ vs. positiv), die Marktzugangs- und Verhaltensregulierungen für Steuerberater, die Analyse von Ineffizienzen sowie ein internationaler Vergleich mit den Niederlanden und den USA.
Die Arbeit fragt nach der Begründung für die staatliche Reglementierung, nach den Ursachen der bestehenden Strukturen sowie nach der Rechtfertigung für mögliche Überregulierungen im Kontext europäischer Integration und Wettbewerbspolitik.
Die Arbeit basiert auf einer ordnungsökonomischen Analyse, die sowohl normative ökonomische Effizienzkriterien als auch den positiven Ansatz der "Neuen Politischen Ökonomie" (Interessengruppenbildung) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Untersuchung des Marktversagens (Informationsasymmetrien), eine detaillierte Darstellung des deutschen Steuerberatungsmarktes (Gesetze, Kammern) und eine Analyse der Auswirkungen dieser Regulierungen auf die Markteffizienz.
Wesentliche Begriffe sind Steuerberatungsmarkt, Regulierung, asymmetrische Information, Marktzutrittsbeschränkungen, Wettbewerbsversagen, Rent-Seeking und Qualitätssicherung.
Während der Beruf in Deutschland stark staatlich reguliert und reglementiert ist, findet sich in den Niederlanden ein nicht regulierter Markt, in dem Berufsbezeichnungen nicht gesetzlich geschützt sind und die Ausübung nicht an eine förmliche staatliche Prüfung gebunden ist.
Die DATEV e.G. fungiert als EDV-Dienstleister für Steuerberater und unterstützt diese maßgeblich bei betrieblichen Routineaufgaben wie Lohn- und Gehaltsabrechnungen oder Buchführungsarbeiten, wodurch Kapazitäten für höherwertige Beratungsleistungen frei werden.
Es wird kritisiert, dass durch die hohen Anforderungen und die Schwere der Prüfung eine eigentlich als subjektiv gedachte Marktzutrittsbeschränkung in der Praxis zu einer objektiven Barriere wird, was die Legitimation zur Einschränkung der Berufsfreiheit in Frage stellt.
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