Diplomarbeit, 2000
70 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problematik
1.2. Durchführung der Untersuchung
2. Grundlagen des langfristigen Fertigungsauftrages
2.1. Begriffsabgrenzung langfristiger Fertigungsaufträge
2.2. Risiken langfristiger Fertigungsaufträge
3. Rechnungslegungsvorschriften nach HGB und IAS
3.1. Funktion der Rechnungslegung
3.1.1. nach HGB
3.1.2. nach IAS
3.2. Rechnungslegungsgrundsätze
3.2.1. nach HGB
3.2.2. nach IAS
4. Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach HGB
4.1. „Completed-Contract“-Methode (CCM)
4.1.1. Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge vor dem Realisationszeitpunkt
4.1.2. Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge im bzw. nach dem Realisationszeitpunkt
4.1.3. Behandlung von Verlusten in der „Completed-Contract“-Methode
4.1.4. Lösung des Sachverhaltes nach der „Completed-Contract“-Methode
4.1.5. Würdigung der „Completed-Contract“-Methode
4.2. Teilgewinnrealisierung durch Teilabnahme
4.2.1. Lösung des Sachverhaltes nach der Teilgewinnrealisierung durch Teilabnahme
4.2.2. Würdigung der Teilgewinnrealisierung durch Teilabnahme
5. Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach IAS
5.1. „Percentage of Completion“-Methode
5.1.1. Grundlagen und Begriffsdefinitionen der „Percentage of Completion“-Methode
5.1.2. Voraussetzungen für die Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach der „Percentage of Completion“-Methode
5.1.3. Behandlung von Verlusten nach der „Percentage of Completion“-Methode
5.1.4. Ermittlung von Erlösen, Kosten und Fertigstellungsgrad
5.1.5. Bilanz- und Gewinn und Verlustausweis langfristiger Fertigungsaufträge nach der „Percentage of Completion“-Methode
5.2. Lösung des Sachverhaltes nach der „Percentage of Completion“-Methode
5.3. Würdigung der „Percentage of Completion“-Methode
6. Teilgewinnrealisierung in der deutschen Rechnungslegung?
7. Zusammenfassung
8. Eigenhändig unterschriebene Versicherung
Die Diplomarbeit untersucht die Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge unter Berücksichtigung des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der International Accounting Standards (IAS). Das primäre Ziel ist eine kritische Würdigung der verschiedenen Methoden der Gewinnrealisierung in diesen beiden Rechnungslegungssystemen, um zu klären, wie die besonderen Risiken bei langfristigen Projekten handelsrechtlich und international adäquat abgebildet werden können.
4.1.3. Behandlung von Verlusten in der „completed-contract“-Methode
Wie Verluste aus schwebenden Geschäften zu behandeln sind, ist im deutschen Recht klar geregelt. Es besteht die Pflicht, eine Drohverlustrückstellung zu bilden. Für die Bildung solch einer Rückstellung, ist es nicht notwendig, daß der Verlust eingetreten ist, sie ist schon zu bilden, wenn ein Verlust aus einem schwebenden Geschäft droht, also wahrscheinlich ist. Dies ist der Fall, wenn Anzeichen dafür vorliegen, daß der Wert der eigenen Leistungen aus diesem Auftrag größer ist als der wahrscheinliche Wert der Gegenleistung. Da während der Durchführung eines langfristigen Fertigungsauftrages eine Aktivierung unter „unfertigen Erzeugnisse“ stattfindet, gelten für diese die Vorschriften über die Bewertung von Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens.
Daher gilt hier das strenge Niederstwertprinzip. Aus § 253 Abs. 3 Satz 2 HGB ergibt sich, daß Vorräte, wenn kein Börsen- oder Marktpreis feststellbar ist, auf den niedrigen beizulegenden Wert abzuschreiben sind. Dies nennt man auch „Verlustfreie Bewertung“. Der beizulegende Wert wird wie folgt ermittelt:
erwarteter Verkaufserlös
abzgl. zukünftiger Herstellungskosten
abzgl. noch anfallende anteilige Kosten
Sollte der so ermittelte Betrag niedriger sein, als der bis dahin aktivierte, so wird eine Abschreibung in entsprechender Höhe vorgenommen, so daß am Ende der beizulegende Wert in der Bilanz steht. Sollte darüber hinaus noch ein Verlust zu erwarten sein, dann ist eine Rückstellung zu bilden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problematik der Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge dar, die sich über mehrere Bilanzstichtage erstrecken, und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Grundlagen des langfristigen Fertigungsauftrages: Es werden Begrifflichkeiten geklärt und die besonderen Risiken, wie das Kalkulations- und Zinsrisiko, bei dieser Auftragsart dargelegt.
3. Rechnungslegungsvorschriften nach HGB und IAS: Die Kapitel analysieren die unterschiedlichen Zielsetzungen der Rechnungslegung (Ausschüttungsbemessung vs. Information) sowie die grundlegenden Rechnungslegungsgrundsätze beider Systeme.
4. Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach HGB: Es werden die "Completed-Contract"-Methode und die Teilgewinnrealisierung durch Teilabnahme detailliert vorgestellt, an Fallbeispielen illustriert und kritisch gewürdigt.
5. Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach IAS: Die "Percentage of Completion"-Methode wird als Standard für IAS-konforme Abschlüsse eingeführt, ihre Anwendungsvoraussetzungen geklärt und die Problematik der verlustfreien Bewertung diskutiert.
6. Teilgewinnrealisierung in der deutschen Rechnungslegung?: Dieses Kapitel untersucht, ob und unter welchen strengen Voraussetzungen eine anteilige Gewinnrealisierung nach IAS-Vorbild im deutschen Recht möglich ist.
7. Zusammenfassung: Die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die Unterschiede der beiden Systeme gegenübergestellt.
Langfristige Fertigungsaufträge, HGB, IAS, Realisationsprinzip, Completed-Contract-Methode, Percentage of Completion-Methode, Gewinnrealisierung, Drohverlustrückstellung, Niederstwertprinzip, Rechnungslegung, Ausschüttungsbemessung, Informationsfunktion, Herstellungskosten, Projektbilanzierung, Bilanzierungsgrundsätze.
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Würdigung und dem Vergleich der Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen im deutschen Handelsrecht (HGB) und nach internationalen Standards (IAS).
Im Zentrum stehen die Methoden der Gewinnrealisierung, das Realisationsprinzip nach HGB, die "Percentage of Completion"-Methode nach IAS sowie die unterschiedlichen Zielsetzungen von Rechnungslegungssystemen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Bilanzierungsmethoden die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bei langfristigen Projekten beeinflussen und inwieweit diese Methoden den Gläubigerschutz bzw. die Informationsfunktion erfüllen.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse der theoretischen Grundlagen sowie eine anwendungsbezogene Untersuchung anhand von drei fiktiven Projekt-Szenarien, um die Auswirkungen der Methoden mathematisch und bilanziell zu demonstrieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung und Würdigung der "Completed-Contract"-Methode (HGB) und der "Percentage of Completion"-Methode (IAS) sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Teilgewinnrealisierung im deutschen Recht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewinnrealisierung, HGB, IAS, langfristige Fertigung, Realisationsprinzip, Completed-Contract und Percentage of Completion geprägt.
Sie gilt als vorsichtig, da Gewinne erst bei Projektabschluss (Leistungserbringung) realisiert werden, während Verluste bereits bei deren Bekanntwerden als Drohverlustrückstellungen ausgewiesen werden müssen.
Während das HGB durch das Vorsichtsprinzip und das Realisationsprinzip eine erst späte Gewinnrealisierung vorschreibt, erlaubt bzw. fordert IAS 11 eine periodengerechte Gewinnrealisierung basierend auf dem Fertigungsfortschritt, um eine kontinuierliche Information zu gewährleisten.
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