Diplomarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 1,35
1 Fragestellung
2 Vorgehensweise
3 Einleitung
4 Über die Besonderheit menschlichen Lebens
4.1 Angewiesenheit und Abhängigkeit der Menschen
4.2 Die Wandelbarkeit menschlicher Gesellschaften
5 Der Wandel der Todesvorstellungen und Todesriten bei Philippe Ariès
5.1 Die Vertrautheit des Todes
5.2 Der „gezähmte“ Tod
5.2.1 Der Tod des Guillaume le Maréchal
5.3 Der plötzliche, schreckliche Tod
5.4 Der individuellere Tod
5.5 Der Tod in der Neuzeit
5.6 Der verwilderte Tod
6 Über den Wandel der Vorstellungen vom Tode im Denken von Forschern
6.1 Michel de Montaigne
6.2 Descartes
6.3 Gottfried Wilhelm Leibniz
6.4 Immanuel Kant
6.5 Sigmund Freud
6.6 Rolf Grimminger
6.7 Michel Foucault
6.8 Norbert Elias
7 Kindheit und Tod
7.1 Individuelle, psychologische Aspekte der Todesvorstellung beim Kind
7.2 Soziale und kulturelle Wandlungen von Kindheit und Tod
7.2.1 Kindheit und Tod im Mittelalter
7.2.2 Kindheit und Tod im pädagogischen Zeitalter am Beispiel von Kinderunglücksgeschichten
7.2.3 Kindheit und Tod in der modernen Zeit
8 Über den Wandel des Trauerverhaltens
8.1 Psychologische Aspekte der Trauer
8.2 Sozial – Kulturelle Aspekte der Trauer
9 Tod und Sterben in moderneren Gesellschaften
9.1 Arten des Todes und deren Verständniswandel
9.1.1 Der natürliche Tod
9.1.2 Der unnatürliche, gewaltsame Tod
9.2 Der Ort des Sterbens
9.3 Der Wandel des Krankheitsbegriffes
9.4 Die Bedeutung der Gesundheit
9.5 Die Tabuisierung des Todes
9.6 Exkurs: Die Suche nach Erregung im Leben der modernen Zeit
10 Über die Verwilderung und Zähmung des Todes
10.1 Verwilderung und Zähmung des Todes am Beispiel der Pest
11 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die historische und gesellschaftliche Transformation von Todesvorstellungen, ausgehend von Philippe Ariès' Konzepten des „gezähmten“ und „wilden“ Todes. Ziel ist es zu analysieren, wie sich Weltbilder, Denkstrukturen und der Umgang mit Sterben, Trauer und Kindheit vom Mittelalter bis in die Gegenwart gewandelt haben, und dabei zu hinterfragen, ob diese Begrifflichkeiten in modernen Kontexten angemessen sind.
5.2.1 Der Tod des Guillaume le Maréchal
Georges Duby erzählt in dem Buch : „Guillaume le Maréchal oder der beste aller Ritter“ vom Grafen Guillaume le Maréchal, von seinem Leben, Wirken und vor allem von seinem Sterben. Entnommen ist dieser Bericht, den Georges Duby romanhaft dem Leser wiedergibt, 127 Pergamentseiten mit 19914 Versen, die der jüngere Sohn des Grafen nach dem Tod des Vaters von einem Schriftsteller, dessen Vorname Jean war, anfertigen ließ.
Ich entnehme diesem überaus interessanten Buch die Sterbezeremonie, um den von Ariès bezeichneten „gezähmten“ Tod an einem Beispiel darzustellen.
Im Jahre 1219 spürte der Graf Maréchal den Tod kommen, er fühlte es schon länger und traf, ohne erst einmal darüber zu sprechen, einige Vorkehrungen.
Er wurde immer schwächer und musste sich niederlegen, sein Zustand verschlechterte sich und die Ärzte gestanden ein, nichts mehr für ihn tun zu können. Er wollte daheim sterben, er, der über etlichen Landbesitz verfügte, wünschte in seinem Herrenhaus in Caversham dahinzuscheiden. Nachdem sich die nächsten Angehörigen und Freunde eingefunden hatten, traf der Graf seine letzten Vorkehrungen. Zuerst gab er sein öffentliches Amt ab, daraufhin vollzog sich die Aufteilung des Erbes. Alle Anwesenden hörten den Worten des Grafen zu, um gegebenenfalls diese Worte in Zukunft noch einmal wiederholen zu können. Der einzige sogenannte natürliche Erbe war sein ältester Sohn, jedoch vermachte Graf Maréchal auch seinen Brüdern und Schwestern noch etwas in der Absicht, keine Zwistigkeiten oder Neid entstehen zu lassen.
1 Fragestellung: Formuliert das Ziel, die Entwicklung der Todesvorstellungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu untersuchen und Ariès' Begriffe kritisch zu hinterfragen.
2 Vorgehensweise: Erläutert die methodische Herangehensweise, die auf der Analyse soziologischer und psychologischer Perspektiven sowie historischen Beispielen basiert.
3 Einleitung: Führt in die Bedeutung des Bewusstseins vom Tode für das menschliche Denken und Handeln ein.
4 Über die Besonderheit menschlichen Lebens: Diskutiert die biologische und soziale Angewiesenheit des Menschen sowie die Wandelbarkeit gesellschaftlicher Strukturen.
5 Der Wandel der Todesvorstellungen und Todesriten bei Philippe Ariès: Analysiert den Übergang vom „gezähmten“ zum „wilden“ Tod anhand historischer Entwicklungen.
6 Über den Wandel der Vorstellungen vom Tode im Denken von Forschern: Beleuchtet, wie Denker von Montaigne bis Elias das Thema Tod in ihren jeweiligen Epochen verarbeiteten.
7 Kindheit und Tod: Untersucht, wie sich das Verständnis und der Umgang von Kindern mit dem Tod historisch und psychologisch gewandelt hat.
8 Über den Wandel des Trauerverhaltens: Betrachtet den Übergang von kollektiven, öffentlichen Trauerritualen zu individuellen und privaten Trauerprozessen.
9 Tod und Sterben in moderneren Gesellschaften: Diskutiert die heutige Institutionalisierung des Sterbens, den Wandel des Krankheitsbegriffs und die Tabuisierung des Todes.
10 Über die Verwilderung und Zähmung des Todes: Reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit der Konzepte von Ariès im Licht moderner medizinischer Entwicklungen.
11 Schlussbemerkungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und fordert einen reflektierteren gesellschaftlichen Umgang mit dem Sterben und den Hinterbliebenen.
Todesvorstellungen, Philippe Ariès, Norbert Elias, Mittelalter, Moderne, Trauerverhalten, Gesundheit, Sterben, Institutionalisierung, Kindheit, Zivilisation, Krankheit, Tabuisierung, Wandel, Soziologie.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem historischen Wandel der gesellschaftlichen Vorstellungen vom Tode, ausgehend vom Mittelalter bis in die moderne Zeit.
Im Zentrum stehen die Konzepte des „wilden“ und „gezähmten“ Todes, das Trauerverhalten, die Institutionalisierung des Sterbens sowie die soziologische Betrachtung von Krankheit und Gesundheit.
Das Ziel ist die Analyse der Veränderungen von Weltbildern und Denkstrukturen im Umgang mit dem Tod und die kritische Überprüfung, ob die von Ariès geprägten Begriffe den Wandel treffend beschreiben.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bedeutender Forscher und Denker der Soziologie und Sozialpsychologie (u.a. Philippe Ariès, Norbert Elias) sowie auf die Auswertung historischer Quellen.
Der Hauptteil analysiert die historischen Wandlungen von Todesriten, das Denken verschiedener Forscher, den Wandel der Kindheit in Bezug auf den Tod sowie die heutige Bedeutung von Gesundheit als gesellschaftliches Leitbild.
Todesvorstellungen, Zivilisationsprozess, Tabuisierung, institutionelles Sterben, Trauerarbeit, Moderne, Mittelalter.
Der Autor verwendet das Beispiel des Ritters Guillaume le Maréchal, um das öffentliche, ritualisierte und den Sterbenden einbindende Sterben im Mittelalter darzustellen.
Der Autor kritisiert die Tabuisierung und Verdrängung des Todes aus dem öffentlichen Raum, die zunehmende Anonymität in Krankenhäusern und das Fehlen sprachlicher/emotionaler Mittel für Angehörige bei der Trauerbewältigung.
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