Magisterarbeit, 2006
110 Seiten, Note: 2,0
1 MOTIVATION, AUFBAU UND ZIELE
2 ÜBERGÄNGE IN DER VORBERUFLICHEN SOZIALISATION
2.1 ZUR LEBENSPHASE JUGEND
2.2 AUSBILDUNGSREIFE ALS ZIEL DER VORBERUFLICHEN SOZIALISATION
2.3 ZUR LERNFORSCHUNG – GRUNDLAGEN UND JUGENDALTERSPEZIFIK
2.3.1 Lernpsychologische Erkenntnisse durch die Neurobiologie
2.3.2 Jugendalterspezifische Erkenntnisse der (Neuro-)Biologie
2.3.3 Erkenntnisse der Pädagogischen Psychologie
2.3.4 Aufgaben nach der pädagogischen Entwicklungspsychologie
2.4 KRITERIEN FÜR DEN ERFOLG DER FÖRDERUNG VORBERUFLICHER SOZIALISATION
3 ERLEBNISPÄDAGOGISCHE MAßNAHMEN
3.1 DAS URSPRÜNGLICHE KONZEPT NACH KURT HAHN
3.1.1 Eine kritische Betrachtung HAHNS als Begründer der Erlebnispädagogik
3.2 LERNEN IN DER ERLEBNISPÄDAGOGIK
3.2.1 Methodische Lernprinzipien
3.2.2 Wirkungsmodelle
3.3 ZUR BESONDEREN KORRELATION VON ERLEBNISPÄDAGOGIK UND JUGENDALTER
3.4 OUTWARD BOUND DEUTSCHLAND IM HISTORISCHEN ÜBERBLICK
3.5 DAS STEP OUT PROGRAMM VON OUTWARD BOUND
4 POTENTIALE ERLEBNISPÄDAGOGISCHER MAßNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DER VORBERUFLICHEN SOZIALISATION
4.1 DER TRANSFER
4.1.1 Allgemeine Grundlagen
4.1.2 Erlebnispädagogische Transferforschung
4.1.3 Betrachtung der Transferbedingungen des Step Out Programms
4.2 DIE KRITERIEN ERFOLGREICHER FÖRDERUNG IN ERLEBNISPÄDAGOGISCHEN MAßNAHMEN
4.2.1 Stärkung des positiven Selbstkonzepts
4.2.2 Allgemeine Arbeits-, Leistungs- und Sozialtugenden
4.2.3 Handlungs- und Problemlösungskompetenzen
4.2.4 Ganzheitliche Lehr-Lern-Arrangements
4.3 FAZIT DER UNTERSUCHUNG
4.4 EIN GESAMTGESELLSCHAFTLICHER AUSBLICK
5 PERSÖNLICHES, SELBSTREFLEKTIERTES SCHLUßWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial erlebnispädagogischer Maßnahmen, insbesondere des „Step Out“-Programms von Outward Bound, bei der Förderung der vorberuflichen Sozialisation von Haupt- und Realschülern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei, inwiefern solche Maßnahmen Jugendliche am Übergang von der Schule in den Beruf in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und bei der Erreichung der Ausbildungsreife unterstützen können.
3.1 Das ursprüngliche Konzept nach Kurt HAHN
Kurt HAHN (1886-1974), der aus einer Familie von Kaufleuten und Industriellen jüdischer Herkunft stammte, studierte in Göttingen und in Oxford Alt- und Neu-Philologie. Die Auseinandersetzung mit den englischen Public Schools in Kombination mit Lietz ‚Emlohstobba’, Reddie und Abbotsholme beeinflußten sein Schulkonzept. 1919 erhielt HAHN als Privatsekretär des Prinzen Max von Baden, dem letzten deutschen Kaiser, den Auftrag eine Privatschule im Schloß Salem am Bodensee zu gründen und später auch zu leiten. Seine zuvor gewonnenen Eindrücke setzte er mit der Gründung eines frei von nationalistischen Zielsetzungen, auf Friedensgedanken sowie internationaler und demokratischer Verständigung orientierten Landschulheims um. Bewußte politische Verantwortung stand im Mittelpunkt der Erziehung.
„Jugend galt dieser Generation als Potential der Erneuerung der Gesellschaft. Kindheit und Jugendalter waren für sie Zeugen der eigentlichen Natur des Menschen, von dieser Natur noch nicht so weit abgedrängt wie die zivilisationsgekrümmten Erwachsenen. Und dieses Natürliche wollte man erhalten, aufbauen und stärken, statt es in Lern und Gehorsamkeitsleistungen der Erwachsenenwelt zu unterwerfen und anzupassen.“
Die antinationalistische Betonung läßt sich mit den Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit sowie seiner eigenen jüdischen Herkunft, wegen der er 1933 nach Schottland emigrierte, begründen. Die Internatsschule Gordonstoun und die erste Kurz- oder OUTWARD BOUND Schule gründete er somit 1941 in Aberdovey in Wales. Genutzt wurde der Begriff Kurzschule wegen des zeitlich begrenzten, aktivitätsintensiven Aufenthalts in naturorientierter, ländlicher Umgebung mit hohem natürlichen Aufforderungscharakter für gemeinsame körperliche und soziale Herausforderungen. Das vielfach als Begründung der Erlebnispädagogik verstandene Kurskonzept nach der Grundidee von HAHN wurde über die USA bis nach Nigeria und Malaysia verbreitet.
1 MOTIVATION, AUFBAU UND ZIELE: Einführung in die zweischichtige Grundmotivation der Arbeit sowie Erläuterung des Gesamtziels, die Förderungsmöglichkeiten von Jugendlichen durch erlebnispädagogische Maßnahmen zu untersuchen.
2 ÜBERGÄNGE IN DER VORBERUFLICHEN SOZIALISATION: Analyse der Lebensphase Jugend und der Anforderungen an die Ausbildungsreife im Kontext aktueller Lernforschung und pädagogischer Psychologie.
3 ERLEBNISPÄDAGOGISCHE MAßNAHMEN: Darstellung der Ursprünge und konzeptionellen Grundlagen der Erlebnispädagogik nach Kurt Hahn sowie Vorstellung der Struktur und Prinzipien von Outward Bound.
4 POTENTIALE ERLEBNISPÄDAGOGISCHER MAßNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DER VORBERUFLICHEN SOZIALISATION: Zusammenführung der wissenschaftlichen Kriterien mit den Programminhalten zur Beurteilung der Transferfähigkeit und Wirksamkeit des „Step Out“-Programms.
5 PERSÖNLICHES, SELBSTREFLEKTIERTES SCHLUßWORT: Reflexion der Autorin über ihren eigenen Lernprozess während der Erstellung der Arbeit und ihre Inspiration durch die erlebnispädagogische Methode.
Vorberufliche Sozialisation, Erlebnispädagogik, Ausbildungsreife, Jugendalter, Transferforschung, Outward Bound, Step Out Programm, Persönlichkeitsentwicklung, Lernpsychologie, Handlungskompetenz, Identitätsarbeit, Ganzheitlichkeit, Selbstkonzept, Berufswahl, Sozialtugenden.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Haupt- und Realschüler am Ende ihrer Schulzeit durch erlebnispädagogische Angebote effektiv in ihrer vorberuflichen Sozialisation unterstützt werden können.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und Lernforschung mit den praktischen Ansätzen der Erlebnispädagogik, insbesondere im Kontext von Berufs- und Wirtschaftspädagogik.
Das Hauptziel besteht darin, Kriterien für eine erfolgreiche Förderung zu identifizieren und zu prüfen, inwieweit das „Step Out“-Programm von Outward Bound diesen Anforderungen gerecht wird.
Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der theoretische Analysen aus der Soziologie, Psychologie und Neurobiologie mit einer konzeptionellen Überprüfung des „Step Out“-Programms verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Lebensphase Jugend, eine Erläuterung der Erlebnispädagogik nach Kurt Hahn und eine kritische Analyse des Transfers erlebnispädagogischer Lerninhalte auf den Lebensalltag.
Zentrale Begriffe sind neben der vorberuflichen Sozialisation vor allem der Lerntransfer, die Ausbildungsreife, die Stärkung des Selbstkonzepts und das Konzept der „Ganzheitlichkeit“ in Lehr-Lern-Arrangements.
„Step Out“ zeichnet sich durch eine deutlich längere Begleitungsdauer, eine engere Verzahnung mit dem Lebensumfeld der Jugendlichen und eine explizite Vorbereitung auf den Berufseinstieg aus.
Mentoren dienen als Ansprechpartner im sozialen Umfeld, die die Übertragung (Transfer) der im geschützten Erlebnispädagogik-Raum gesammelten Erfahrungen auf den Alltag und die Projektphasen unterstützen.
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