Magisterarbeit, 2005
109 Seiten, Note: 1,3 (sehr gut)
I. Einleitung
I.1. Thema und Fragestellung der Arbeit
I.2. Methodisches Vorgehen
II. Theoretische Überlegungen und analytischer Rahmen
II.1. Begriffsdefinitionen und Konzepte
II.2. Analyserahmen
II.2.1. Interregionale Beziehungen aus neorealistischer Perspektive
II.2.2. Interregionale Beziehungen aus neoliberal- institutionalistischer Perspektive
II.2.3. Interregionale Beziehungen aus sozialkonstruktivistischer Perspektive
III. Fallanalyse: Die interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur
III.1. Der Mercosur – Neuer Regionalismus in Lateinamerika
III.1.1. Entstehungsgründe, Entwicklungsverlauf und Institutionen
III.1.2. Der Mercosur im Kontext der Weltwirtschaft
III.2. Die EU als internationaler Akteur
III.2.1. Einflusspotential, Instrumente der Außenpolitik und Ordnungsvorstellungen
III.2.2. Die Beziehungen der EU zu Lateinamerika: Dynamik und Differenzierung
III.3. Vertragliche Grundlagen und institutioneller Rahmen der interregionalen Kooperation
III.3.1. Das EU- Mercosur Interregional Framework for Cooperation Agreement
III.3.2. Institutionen der Kooperation
III.4. Die interregionale Kooperation im wirtschaftlichen Bereich: Problemfelder, Einflussfaktoren und Dynamik
III.4.1. Die wirtschaftliche Verflechtung der Regionen
III.4.2. Erwartete Auswirkungen einer interregionalen Freihandelszone
III.4.3. Beeinflussende Faktoren
III.4.3.1. Interne Faktoren: Interessengruppen und nationale Interessen
III.4.3.2. Externe Faktoren: Die WTO und der FTAA- Prozess
III.4.4. Die Verhandlungen über ein interregionale Freihandelszone: Inhalte, Angebote und gegenwärtiger Stand
III.5. Die interregionale politische Kooperation
III.5.1. Dynamik, Effizienz und Problemfelder des politischen Dialoges
III.5.2. Neue Herausforderungen für die politische Zusammenarbeit
III.6. Die interregionale Entwicklungszusammenarbeit
III.6.1. Ebenen der Entwicklungszusammenarbeit
III.6.2. Die Entwicklungszusammenarbeit auf interregionaler Ebene
III.7. Die sozio- ökonomische Dimension der interregionalen Beziehungen
III.7.1. Das Mercosur- European Union Business Forum
III.7.2. Gesellschaftliche Akteure im interregionalen Annäherungsprozess
III.8. Zusammenfassung und Auswertung der Analyseergebnisse
III.8.1. Balancing in den interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur
III.8.2. Institution-building, rationalizing und agenda-setting in den interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur
III.8.3. Collective identity-building in den interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur
IV. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die interregionalen Beziehungen zwischen der Europäischen Union (EU) und dem Mercosur. Das Ziel der Arbeit ist es, theoretisch fundiert zu analysieren, ob und wie diese Beziehungen eine Kooperation auf global-multilateraler Ebene erleichtern und inwieweit sie als Element eines subsidiären Global-Governance-Systems fungieren können.
I. Einleitung
Globalisierung ist seit etwa 20 Jahren ein zentraler Begriff in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion, der grundlegende strukturelle Veränderungen in der Welt reflektiert. Trotz der umfangreichen Literatur zu diesem Thema existiert bislang keine einheitliche und konsensfähige Begriffsdefinition, doch kann als gemeinsamer Ausgangspunkt unterschiedlich akzentuierter Definitionsansätze die zu beobachtende Ausdehnung, Verdichtung, Stabilisierung und Beschleunigung grenzüberschreitender gesellschaftlicher Trans- und Interaktionen betrachtet werden, die in räumlicher sowie zeitlicher Hinsicht nationale Gesellschaften zunehmend miteinander verkoppeln. Vorangetrieben wird der dynamische Prozess der Globalisierung durch Innovationen im Bereich der Verkehrs-, Informations- und Kommunikationstechnologien, zunehmende Liberalisierungstendenzen im Güter- und Kapitalverkehr sowie durch Akteure, die auf dem globalen Markt unter Wettbewerbsdruck agieren (Beck 1999: 31f, Rüland 2002d: 175, Müller 2002: 8f, Mols 2003: 11). Der mit dem Ende des Ost- West Konfliktes einhergehende Zerfall der bipolaren Weltordnung ermöglichte in den ehemals sozialistischen Ländern ebenso wie in zahlreichen Entwicklungsländern marktwirtschaftliche und rechtstaatliche Reformen im Sinne neoliberaler Konzepte und hat so die Intensivierung transnationaler Aktivitäten entscheidend begünstigt.
Zwar sind transnationale Verflechtungen, insbesondere im ökonomischen Bereich, keine grundlegend neue Erscheinung. Dennoch hat die gegenwärtige Globalisierungstendenz eine neue Qualität, da die Ausweitung des globalen Marktes politische, soziale, kulturelle sowie ökologische Prozesse und Herausforderungen zur Folge hat, deren Tempo und Reichweite zuvor unbekannt waren. Als Indizien für Transnationalisierungstendenzen, die eine Entgrenzung von sozialen Räumen und Herausforderungen mit sich bringen, können etwa die Zunahme global organisierter und agierender Nichtregierungsorganisationen, der globale Klimawandel und der internationale Terrorismus gelten.
I. Einleitung: Einführung in das Thema der Globalisierung und die Forschungsfrage zu den interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur.
II. Theoretische Überlegungen und analytischer Rahmen: Definition der Konzepte und Entwicklung eines dreigliedrigen Analyserahmens basierend auf Neorealismus, Institutionalismus und Sozialkonstruktivismus.
III. Fallanalyse: Die interregionalen Beziehungen zwischen der EU und dem Mercosur: Detaillierte Untersuchung der institutionellen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte der Zusammenarbeit zwischen den beiden Blöcken.
IV. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der interregionalen Beziehungen als potenzielles Element einer neuen Weltordnung.
Globalisierung, EU, Mercosur, interregionale Beziehungen, Global Governance, Regionalismus, Neorealismus, Institutionalismus, Sozialkonstruktivismus, Freihandelszone, Außenpolitik, Entwicklungspolitik, Integration, Triade, Machtbalance.
Die Arbeit analysiert die interregionalen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Handelsbündnis Mercosur im Kontext der Globalisierung.
Die Arbeit behandelt die institutionellen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte dieser Zusammenarbeit, einschließlich der Freihandelsverhandlungen und der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.
Das Hauptziel ist zu prüfen, ob diese interregionalen Beziehungen als Scharnier zwischen regionaler und globaler Ebene dienen und somit zum Aufbau eines kooperativen Global-Governance-Systems beitragen können.
Der Autor nutzt eine Kombination aus drei Perspektiven: den Neorealismus, den neoliberalen Institutionalismus und den Sozialkonstruktivismus.
Der Hauptteil widmet sich einer Fallanalyse des Mercosur als Akteur, der Rolle der EU als internationaler Akteur, den vertraglichen Grundlagen sowie den verschiedenen Dimensionen der Kooperation.
Zentrale Begriffe sind Globalisierung, Interregionalismus, Global Governance, Freihandelszone, Integration und das Konzept der wirtschaftlichen Triade.
Das Mercosur-European Union Business Forum (MEBF) fungiert als einflussreiches, privatwirtschaftlich geprägtes Forum, das den offiziellen politischen Verhandlungsprozess durch Empfehlungen mitgestaltet.
Die USA beeinflussen durch ihren FTAA-Prozess und ihr hegemoniales Handeln die strategischen Entscheidungen sowohl der EU als auch des Mercosur, die häufig in Konkurrenz dazu eine eigenständige "balancing"-Strategie verfolgen.
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