Diplomarbeit, 2000
189 Seiten, Note: 1,0
1. PROBLEMSTELLUNG UND EINLEITUNG
2. FUNKTIONEN VON MUSIK
2.1 Mit Musik geht alles besser
2.2 Die Funktionen nach Kleinen
3. MUSIKBEWEGUNG UND GESELLSCHAFT
3.1 Der Zusammenhang von Musik und geschichtlichem, philosophischem und sozialem Hintergrund
3.1.1 ~2000 v.Chr. bis Mitte des 20. Jahrhunderts
3.1.2 Die Halbstarkenbewegung der 50er Jahre
3.1.3 Die Studentenbewegung der 60er und 70er Jahre und die daraus abgeleitete Hippiebewegung
3.1.4 Die Bewegungen der 80er und der 90er Jahre mit ihren Repräsentanten, i.B. Techno und Popmusik
4. MUSIK UND DIE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN
4.1 Das Selbst
4.2 Das Selbstwissen
4.3 Die Geschlechtsidentität
4.4 Musik und die pränatale Entwicklung des Menschen
4.5 Musik in den ersten Lebensjahren
4.5.1 Mahlers „Loslösungs- und Individuationsprozess“
4.5.2 Identitätsentwicklung in der Kindheit nach Erikson
4.5.3 Musik im Kindesalter
5. ADOLESZENZ
5.1 Der Prozess der Individuation nach Josselsn
5.2 Identitätsentwicklung in der Adoleszenz nach Erikson
5.3 Der „neue Sozialisationstyp“
5.4 Die besondere Rolle von Musik in der Adoleszenz
6. INTERVIEWFÜHRUNG
6.1 Methodik des Interviews
6.2 Durchführung der Interviews
6.3 Zusammenfassungen der Interviews
6.3.1 Erstes Interview
6.3.2 Zweites Interview
6.3.3 Drittes Interview
6.3.4 Viertes Interview
6.3.5 Fünftes Interview
6.4 Zusammenfassung aller Interviews und Reflexion auf die Arbeit
6.4.1 Funktionen von Musik
6.4.1.1 Musik in der Kindheit
6.4.1.2 Musik im Jugendalter
6.4.1.3 Musik und Tanz
6.4.1.4 Aktives Musikverhalten
6.4.1.5 Musik im Alltag
6.4.1.6 Musik und Gesellschaft
6.4.1.7 Resümee
7. MIT MUSIK GEHT ALLES BESSER?
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss von Musikerfahrung auf die Sozialisation und die Identitätsentwicklung des Menschen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Adoleszenz. Dabei wird erforscht, inwiefern Musik als identitätsstiftendes und bewältigendes Werkzeug in verschiedenen Lebensphasen fungiert und wie sie in der Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Normen steht.
3.1.2 Die Halbstarkenbewegung der 50er Jahre
Nachdem im Zweiten Weltkrieg die Kinder und Jugendlichen mehr Freiraum hatten, nicht im erzieherischen Sinne, aber dadurch, dass sie von zu Hause wegbleiben konnten und weniger elterlicher Kontrolle unterlagen, wurde in den 50er Jahren von den Eltern wieder verstärkt auf erzieherische Werte geachtet. Regeln und Normen wurden wieder konsequent aufgestellt und mussten eingehalten werden. Einen guten Schulerfolg zu erbringen, am Abend nicht zu lange auszubleiben, Kontakte zum anderen Geschlecht zu verhindern, den Sonntag mit der Familie zu verbringen etc. waren die Regeln der damaligen Zeit, welche die Eltern versuchten umzusetzen. Ein Verstoß dagegen galt als unmoralisch und ist auch in der heutigen Zeit Wertgut der Gesellschaft. Diese Werte werden auch von der heutigen Gesellschaft verlangt, aber die Durchsetzungsmaßnahmen und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Regeln waren vor 50 Jahren strenger und massiver als heute.
Die Regeln wurden teilweise dadurch kontrolliert, da Mütter aufgrund der neuen Wohlstandsgesellschaft nicht mehr gezwungen waren arbeiten zu gehen, wie in der Zeit zuvor. Sie konnten sich nun der Erziehung der Kinder widmen. Diese Generation der Jugendlichen wurde zu den Rebellen, sie mussten ausbrechen und fanden in der Musik, i. B. im Rock ´n´ Roll, das Ausdrucksmittel ihrer Bedürfnisse.
Der Anfang der 50er Jahre war noch nicht so stark von den Medien bestimmt, es gab kaum Fernseher und die Radiosender spielten nur die lokalen Hits. Es fand kaum Vermarktung statt, dadurch hatte jeder Ort sein Genre. Der dort ansässige DJ spielte die Hits des jeweiligen Ortes. Es gab Platten für Erwachsene und Kinder, aber nichts für Teenager, die ihre Situation beschrieben und die sie für sich als Ausdrucksmittel benutzen konnten.
1. PROBLEMSTELLUNG UND EINLEITUNG: Definiert das Thema der Arbeit, die Bedeutung von Musik in der Entwicklung des Menschen und stellt die Forschungsfragen bezüglich Identität und Sozialisation.
2. FUNKTIONEN VON MUSIK: Untersucht die existenzielle Rolle von Musik im Leben von Jugendlichen sowie spezifische Funktionen wie Entspannung, Sozialkontakt und Symbolik.
3. MUSIKBEWEGUNG UND GESELLSCHAFT: Analysiert den historischen Zusammenhang zwischen Musikstilen und den sozio-politischen Rahmenbedingungen verschiedener Jugendbewegungen vom 20. Jahrhundert bis heute.
4. MUSIK UND DIE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN: Beleuchtet die psychologischen Grundlagen von Selbst, Selbstwissen und Identitätsentwicklung von der pränatalen Phase bis in die Kindheit unter Einbeziehung musikalischer Erfahrungen.
5. ADOLESZENZ: Diskutiert die Identitätsfindung in der Adoleszenz, den Prozess der Individuation sowie den „neuen Sozialisationstyp“ und die spezifische Bedeutung von Musik in dieser Phase.
6. INTERVIEWFÜHRUNG: Beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Interviews, deren Durchführung und die Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die Rolle von Musik.
7. MIT MUSIK GEHT ALLES BESSER?: Führt ein Fazit, das die eingangs aufgestellte These reflektiert und die Wichtigkeit der Musik für die individuelle Sozialisation und Lebensbewältigung bestätigt.
Musik, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Adoleszenz, Jugendbewegung, Rock ´n´ Roll, Punk, Techno, Narzissmus, Individuation, Musikpsychologie, Persönlichkeitsentwicklung, Medienkonsum, Rebellion, Musiktherapie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Einfluss von Musikerfahrung und dem Sozialisationsprozess, insbesondere während der Adoleszenz, und wie Musik die Entwicklung von Identität und Individualität unterstützt.
Die zentralen Themen umfassen die Funktionen von Musik, die historische Entwicklung von Jugendbewegungen und deren Musik, die Identitätspsychologie nach Mahler und Erikson sowie die Untersuchung des „neuen Sozialisationstyps“.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Geht mit Musik wirklich alles besser?“ und inwiefern Musik die soziale Entwicklung, die Identitätsfindung und das Erleben von Jugendlichen in verschiedenen Lebensphasen beeinflusst.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch entwicklungspsychologische Modelle sowie einer qualitativen empirischen Untersuchung mittels problemzentrierter Interviews.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Musikfunktionen, die historische Analyse von Musikbewegungen (vom Rock 'n' Roll bis zu Techno), psychologische Entwicklungstheorien des Selbst und die spezifische Rolle der Musik in der Adoleszenz.
Die wichtigsten Begriffe sind Musik, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Adoleszenz, Narzissmus, Individuation und Jugendkultur.
Die Autorin diskutiert Erkenntnisse, wonach bereits das ungeborene Kind auf Geräusche und Musik reagiert, was als Grundlage für eine spätere musikalische Prägung und das Bedürfnis nach Rhythmus und Geborgenheit angesehen wird.
Während im Kindesalter die spielerische Komponente und das Lob durch Eltern dominieren, wird Musik im Jugendalter zu einem zentralen Mittel der Abgrenzung, der Identitätsbildung und der emotionalen Selbstregulierung außerhalb des Elternhauses.
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