Diplomarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 1,7
1. Problemstellung
2. EU-Emissionsrechtehandel und Umsetzung in Deutschland
2.1 Ausgestaltung des EU-Emissionsrechtehandels
2.2 Umsetzung des EU-Rahmens in Deutschland
3. Bilanzierung von Emissionsrechten im IFRS-Einzelabschluss
3.1 Aktuelle Situation in den IFRS
3.2 Bilanzierung nach IFRIC 3
3.2.1 Bilanzierung dem Grunde nach
3.2.2 Bilanzierung der Höhe nach
3.2.3 Passivierung einer Rückstellung
3.2.4 Rücknahme von IFRIC 3
3.3 Bewertungseinheit zwischen Vermögenswert und Rückstellung
3.4 Bilanzierung in Anlehnung an die US-GAAP
3.5 Empirische Ergebnisse
4. Ansatz der Emissionsrechte im Rahmen der PPA
4.1 Ausgangssituation
4.2 Darstellung der Aktivseite
4.2.1 Behandlung der Emissionsrechte als immaterielle Vermögenswerte
4.2.2 Emissionsrechte künftiger Zuteilungsperioden als contingencies nach ED IFRS 3?
4.3 Darstellung der Passivseite
4.3.1 Ansatz der Rückstellung
4.3.2 Künftige Abgabeverpflichtung als contingency nach ED IAS 37?
4.3.3 Deferred income in der PPA
4.4 Würdigung der Zwischenergebnisse
5. Bewertung der Emissionsrechte im Rahmen der PPA
5.1 Marktorientierte Ermittlung
5.2 Aktiver und relevanter Markt
5.2.1 Anforderungen an einen aktiven Markt
5.2.2 Bestimmung des relevanten aktiven Marktes
5.3 Bewertung der Vermögenswerte und Schulden
5.3.1 Aktuelle Zuteilungsperiode
5.3.2 Künftige Zuteilungsperioden
5.3.3 Bewertung der Rückstellung
6. Folgeansatz und Folgebewertung nach einer Transaktion
6.1 Folgebehandlung der Aktivseite
6.2 Folgebehandlung der Passivseite
6.3 Einzelabschluss Bilanzierung nach einer Transaktion?
7. Fazit und Ausblick
8. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die bilanziellen Herausforderungen bei der Behandlung von Emissionsrechten im Kontext einer Unternehmenskauf-Bewertung (Purchase Price Allocation, PPA) nach IFRS 3, um aufzuzeigen, wie sich diese Rechte bei einem Erwerb korrekt erfassen und bewerten lassen.
4.4 Würdigung der Zwischenergebnisse
Ein Ansatz von Emissionsrechten im Rahmen der PPA führt zu einer goodwill-Minderung. Man unterstellt somit, dass ein Teil des Kaufpreises für die Emissionsrechte bezahlt wurde. Eine Annahme, die plausibel erscheint. Denn ein emittierendes Unternehmen mit Anspruch auf Emissionsrechte ist einem potentiellen Erwerber mehr Wert als eines ohne. Er müsste fehlende Rechte entgeltlich erwerben. Der Anspruch auf Emissionsrechte hat also Wertcharakter. Ein Wertcharakter von Emissionsrechten an sich ist auch nicht in Frage zu stellen, ob der Wert größer als Null sein kann hingegen schon.
Dazu stellt sich zuerst die Frage, inwiefern ein emittierendes Unternehmen ohne Anspruch auf Zuteilung von Emissionsrechten überhaupt existiert. Handelt es sich also um einen unternehmensindividuellen Wert? Nach den gesetzlichen Vorschriften haben alle emittierenden Anlagen Anspruch auf eine Zuteilung, sobald sie die Kriterien für den Emissionshandel erfüllen. Darüber hinaus gibt es Sonderregelungen für neue Anlagen, die nach Beginn des Emissionshandels in Betrieb gehen. Die Zuteilung erfolgt zu Gunsten des Betreibers der Anlage. Folglich erwirbt man mit dem Kauf einer Anlage den Anspruch auf Zuteilung der Rechte für die künftigen Jahre. Hat der Verkäufer die zu seinen Gunsten ausgegebenen Rechte des aktuellen Jahres teilweise oder komplett verkauft, führt das im Kaufpreiskalkül zu einem niedrigeren Preis. Aus Perspektive einer make or buy Entscheidung erwirbt man den Anspruch also bei make automatisch. Bei buy wären die Emissionsrechte gesondert zu berücksichtigen. Allein diese Handelbarkeit, die über den Markt auch verlässlich bewertet werden kann, determiniert einen wirtschaftlich relevanten Sachverhalt.
1. Problemstellung: Einleitung in die Relevanz von Emissionsrechten seit dem Kyoto-Protokoll und Darstellung der Problematik bei der bilanziellen Erfassung.
2. EU-Emissionsrechtehandel und Umsetzung in Deutschland: Erläuterung der ökonomischen Grundlagen des Emissionshandels und dessen gesetzlicher Umsetzung im deutschen Recht.
3. Bilanzierung von Emissionsrechten im IFRS-Einzelabschluss: Detaillierte Betrachtung der Bilanzierungsmöglichkeiten und Regelungslücken unter Anwendung von IFRIC 3 und US-GAAP Ansätzen.
4. Ansatz der Emissionsrechte im Rahmen der PPA: Untersuchung der spezifischen Bilanzierungslogik für Emissionsrechte bei Unternehmenskäufen nach IFRS 3.
5. Bewertung der Emissionsrechte im Rahmen der PPA: Methoden zur marktorientierten Bewertung und Problematiken der Wertermittlung in der Praxis.
6. Folgeansatz und Folgebewertung nach einer Transaktion: Darstellung der fortlaufenden Bilanzierung und Bewertung nach dem initialen Erwerb.
7. Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung zukünftiger Entwicklungen in der Rechnungslegung.
8. Thesenförmige Zusammenfassung: Zentrale Erkenntnisse der Arbeit in komprimierter, numerierter Form.
Emissionsrechte, IFRS 3, Purchase Price Allocation, PPA, Bilanzierung, Fair Value, Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, Rückstellung, Immaterielle Vermögenswerte, Unternehmensbewertung, Contingencies, Rechnungslegung, Bilanzpolitik, Bewertungsseinheit.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen im Rahmen einer Purchase Price Allocation (PPA) nach IFRS 3 Emissionsrechte bilanzieren und bewerten müssen, da dies nach der Rücknahme von IFRIC 3 zu erheblichen bilanziellen Verzerrungen führt.
Zentrale Felder sind die Bilanzierung nach IFRS-Einzelabschluss, die Bewertungsmethodik von Emissionsrechten (Markt- vs. Kapitalkostenverfahren) und die Behandlung von Emissionsrechten als Contingencies bei Akquisitionen.
Das Ziel ist die Analyse der buchhalterischen Behandlung von Emissionsrechten bei Unternehmenskäufen, um aufzuzeigen, wie diese Transaktionen informationsorientiert und ökonomisch sinnvoll abgebildet werden können.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, kombiniert mit einer Auswertung der Rechnungslegungspraxis großer Energiekonzerne, um die Diskrepanz zwischen theoretischen Bilanzierungsmodellen und der tatsächlichen Praxis zu verdeutlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Aktiv- und Passivseite bei einer PPA, die marktorientierte Bewertung der Rechte sowie die anschließende Folgebehandlung nach einer Transaktion.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Fair Value", "PPA", "Emissionsrechte", "Contingencies" und "Unternehmensbewertung" maßgeblich geprägt.
Das Hauptproblem liegt in der Divergenz: Alle erworbenen Rechte müssen zum "Fair Value" aktiviert werden, während auf der Passivseite für unentgeltlich erhaltene Rechte oft keine korrespondierende Rückstellung gebildet werden darf, was zu einem künstlichen Ergebnisvorteil führt.
Der Autor argumentiert, dass eine vollständige Versteigerung der Rechte die derzeitigen Bilanzierungsprobleme und Fehlinterpretationen bei der Unternehmensbewertung am effektivsten lösen würde.
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