Diplomarbeit, 2006
78 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitende Betrachtungen
2. Kennzeichnung von Marken
2.1 Begriff der Marke
2.2 Funktionen von Klassischen Marken
2.3 Klassische Marken und Besonderheiten von Politikmarken
3. Grundzüge der Markenpolitik
3.1 Aufbau und Positionierung
3.2 Markenführungsansätze
3.3 Markenstrategien
4. Langfristige Kunden- und Wählerbindung im Rahmen des Relationship Marketing
4.1 Bezugsrahmen
4.2 Kennzeichnung des Relationship Marketing
4.3 Die Bedeutung der Kundenbindung im Relationship Marketing
4.4 Fokus: Voter Relationship Management
5. Ausgewählte Instrumente der Politikkommunikation
5.1 Direktmarketing
5.1.1 Darstellung und Anwendung
5.1.2 Fokus: Dialog-Marketing in der Politik
5.2 Kommunikation im Wahlkampf
5.2.1 Kampagnenplanung der Parteien
5.2.2 Fernseh- und Plakatwerbung als klassische Werbemedien
5.3 Online-Kommunikation in der Politik
5.4 Weblogs als neue Form der Parteien- und Wählerkommunikation
5.4.1 Begriff des Weblogs
5.4.2 Nutzung von Weblogs im Rahmen parteipolitischer Kommunikation
6. Kritische Bewertung und perspektivischer Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit marketingwissenschaftliche Instrumente und Strategien der Markenführung sowie des Relationship Marketing auf den politischen Wettbewerb übertragbar sind, um der abnehmenden Wählerbindung entgegenzuwirken.
2.1 Begriff der Marke
In der Literatur gibt es zahlreiche Auffassungen über den Begriff der Marke. Stark merkmalsbezogene Auslegungen zählen zu den objektbezogenen Ansätzen und beziehen sich in ihrer Markendefinition auf das Vorkommen bestimmter physischer Merkmale bei einem Produkt (Berekoven 1978, S. 39f.). Diese Art der Charakterisierung von Marken als Merkmalsbündel ist jedoch recht einschränkend, da sie die Kennzeichnung von z.B. Dienstleistungen durch eine Marke ausschließt, obwohl faktisch Marken vorliegen. Wirkungsbezogene Ansätze hingegen setzen bei der Wahrnehmung der Marke durch den Konsumenten an. Demnach entsteht eine Marke dann, wenn sie einen hohen Bekanntheitsgrad, ein differenzierendes Image und eine Präferenz vorweisen kann (Baumgarth 2004a, S. 5). In Anlehnung an die Definition der American Marketing Association (AMA) versteht Kotler unter einer Marke (“brand”) folgendes: „A brand is a name, term, sign, symbol, or design, or a combination of them, intended to identify the goods or services of one seller or group of sellers and to differentiate them from those of competitors“ (Kotler 2000, S. 404).
In diesem Zusammenhang hängt die Markenwahrnehmung auch davon ab, für wie glaubwürdig der Konsument den Anbieter und damit einhergehend die Marke betrachtet. Da die Glaubwürdigkeit durch kommunikationspolitische Maßnahmen seitens des Herstellers beeinflussbar ist, sieht Hellmann die Marke als ein Produkt, das durch wechselseitige Kommunikation entsteht (Hellmann 2003, S. 19).
1. Einleitende Betrachtungen: Einführung in die Problematik sinkender Wahlbeteiligung und wachsender Politikverdrossenheit sowie Vorstellung der Forschungsfrage.
2. Kennzeichnung von Marken: Definition des Markenbegriffs und Erläuterung der Funktionen aus Konsumenten- und Anbietersicht sowie Übertragung auf die Politik.
3. Grundzüge der Markenpolitik: Darstellung der Markenführung, Positionierung und verschiedener Markenstrategien im Kontext wirtschaftlicher und politischer Akteure.
4. Langfristige Kunden- und Wählerbindung im Rahmen des Relationship Marketing: Analyse des Wandels hin zur langfristigen Kundenbeziehung und Übertragung auf die Partei-Wähler-Bindung.
5. Ausgewählte Instrumente der Politikkommunikation: Überblick über Direktmarketing, Wahlkampfplanung sowie Online-Kommunikation und Weblogs als moderne Mittel der Dialogführung.
6. Kritische Bewertung und perspektivischer Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Übertragbarkeit von Marketinginstrumenten auf die Politik und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Markenführung, Politikmarken, Relationship Marketing, Wählerbindung, Voter Relationship Management, Direktmarketing, Dialog-Marketing, Wahlkampfkommunikation, Positionierung, Markenidentität, Online-Kommunikation, Weblogs, E-Demokratie, Parteien, Wahlbeteiligung.
Die Arbeit untersucht, ob Konzepte des kommerziellen Marketing, insbesondere der Markenführung und des Relationship Marketing, auf die Politik übertragen werden können, um den Herausforderungen sinkender Wählerbindung zu begegnen.
Die zentralen Felder sind die Markenpolitik, das Relationship Marketing (hier als Voter Relationship Management) sowie moderne Instrumente der Politikkommunikation, inklusive Online-Tools.
Ziel ist es zu klären, ob Wähler durch strategische Markenführung und Beziehungsmarketing ähnlich stabil an Parteien gebunden werden können, wie dies bei Markenartikeln im Konsumgüterbereich der Fall ist.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich ökonomischer und politischer Austauschprozesse zur Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung von Marken, den Aufbau von Markenpolitik in der Politik, die Übertragung von Relationship Marketing und die Analyse spezifischer Instrumente wie Direktmarketing und soziale Medien.
Wichtige Begriffe sind Markenidentität, Wählerbindung, Politikleistungen, Voter Relationship Management, Dialog-Marketing und der Einfluss von Weblogs.
VRM wird als Instrument betrachtet, um Wählerdaten systematisch zu verwalten und Zielgruppen personalisiert anzusprechen, um so die Bindung an eine Partei langfristig zu stärken.
Der Autor sieht Weblogs als neue Form der Dialogkommunikation, weist jedoch kritisch darauf hin, dass sie aktuell nur eine spezielle, junge Zielgruppe erreichen und eher ergänzend zu klassischen Medien fungieren.
Glaubwürdigkeit wird als zentrale Voraussetzung für das Vertrauen in eine Partei identifiziert, was in Zeiten einer zunehmenden Politikverdrossenheit eine enorme Herausforderung für die Markenführung darstellt.
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