Examensarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Medienpädagogik
2.1 Begriffsklärung
2.2 Kirche und mediale Kommunikation vor dem 20. Jahrhundert
2.3 Die Geschichte und Entwicklung der Medienpädagogik im 20. Jahrhundert im Hinblick auf das Verhältnis Medien und Kirche
2.3.1 Die präventiv-normative „Medienpädagogik“
2.3.2 Die propagandistisch – indoktrinäre „Medienpädagogik“ im Dritten Reich
2.3.3 Die präventiv – normative „Medienpädagogik“: von der Fremdbewahrung zur Selbstbewahrung
2.3.4 Die kritisch – rezeptive und emanzipatorisch – politische „Medienpädagogik“
2.3.5 Die bildungstechnologisch – funktionale Medienpädagogik
2.3.6 Die reflexiv – praktische Medienpädagogik
2.3.7 Mit Medienkompetenz zur Medienbildung
2.4 Medienpädagogik in ‚Communio et Progressio’
3. Vorgeschichte und derzeitige Situation des Religionsunterrichts
3.1 Religion und Medien
3.2 Medienpädagogik im Religionsunterricht
4. Forschungsstudie Kinder und Medien
4.1 Überblick über die Mediennutzung bei Grundschulkindern: Vergleich 1999 - 2005
4.1.1 Geräteausstattung
4.1.2 Themeninteressen
4.1.3 Fernsehen
4.1.4 Bücher
4.1.5 Computer
4.1.6 Internetnutzung
4.2 Forschungsstudie über den Medieneinsatz im Unterricht
5. Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Religiosität bei Schülerinnen und Schülern
6. Schlussbetrachtung
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss moderner Medien auf Grundschulkinder und beleuchtet die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Medienpädagogik im Kontext des katholischen Religionsunterrichts. Ziel ist es, Argumente für einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Medien im Zeitalter digitaler Technologien aufzuzeigen.
2.3.1 Die präventiv-normative „Medienpädagogik“: Bewahrpädagogik im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts
„Medienpädagogisch interessant ist die Auseinandersetzung um die ‚schlechte’ Presse, die die 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts bis ins 20ste Jahrhundert hinein aus katholischer Seite dominiert. ‚Schlecht’ meint dabei eine inhaltliche moralische Kategorie, bezieht sich nicht auf die journalistische Machart oder den Verbreitungsgrad, sondern auf die ‚unheimliche Macht’, die man bekämpfen müsse.“ Die Kirche kritisierte des Weiteren die freie Presse, „weil sie keinen persönlichen Gott und keinen Zusammenhang der Menschen mit Gott anerkenne, weil sie eine Feindin aller Offenbarung und der Kirche und damit wesentlich irreligiös sei, weil sie revolutionär sei und dem Zusammengehen von Kirche und Staat den Kampf angesagt habe.“
Durch die Entdeckung bzw. Erfindung des Mediums Film machten sich die Erwachsenen und Pädagogen zunehmend mehr Gedanken darüber, wie sie Kinder und Jugendliche von diesem ‚schlechten’ Medium fernhalten und bewahren konnten. In nur kürzester Zeit wurde das Fernsehen die beliebteste Tätigkeit in der Freizeit der Menschen und somit auch zum Massenmedium. „Mit dem Aufkommen des Films zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich eine pädagogische Haltung etabliert, die das kommerzielle Kino als niveaulose und moralisch bedenkliche Massenunterhaltung ablehnte.“ Es wurde schließlich „in Schule und Erwachsenenbildung eine eindeutig als Bewahrpädagogik zu charakterisierende Erziehungspraxis betrieben.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Mediennutzung von Grundschulkindern ein und begründet die Notwendigkeit medienpädagogischer Kompetenz für angehende Lehrer.
2. Medienpädagogik: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Medienpädagogik und analysiert deren historische Entwicklung sowie verschiedene theoretische Ansätze bis hin zur heutigen Medienbildung.
3. Vorgeschichte und derzeitige Situation des Religionsunterrichts: Das Kapitel erläutert die Entstehung des Schulwesens unter kirchlicher Leitung und definiert den rechtlichen sowie inhaltlichen Rahmen des heutigen Religionsunterrichts.
4. Forschungsstudie Kinder und Medien: Dieser Abschnitt wertet statistische Daten zum Medienumgang von Grundschulkindern im Zeitraum von 1999 bis 2005 aus und untersucht den aktuellen Medieneinsatz im Unterricht.
5. Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Religiosität bei Schülerinnen und Schülern: Hier werden Forschungsergebnisse diskutiert, die aufzeigen, inwieweit Medienkonsum die religiös-weltanschaulichen Einstellungen von Jugendlichen beeinflusst.
6. Schlussbetrachtung: Dieses Fazit resümiert die rasante technologische Entwicklung und betont erneut die Wichtigkeit der Integration medienpädagogischer Aspekte in die Ausbildung von Lehrkräften.
Medienpädagogik, Religionsunterricht, Medienkompetenz, Grundschulkinder, Mediennutzung, Medienbildung, Pastoralinstruktion, Communio et Progressio, Mediendidaktik, Medienerziehung, Medienforschung, Sozialisation, Religiöse Mediensozialisation, Medienkonsum, Unterrichtsmedien
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Medienpädagogik im schulischen Kontext, speziell unter dem Aspekt, wie Grundschulkinder heute Medien nutzen und welche Konsequenzen dies für den Religionsunterricht hat.
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Medienpädagogik, die Analyse des Medienverhaltens von Kindern sowie die Verknüpfung von Mediennutzung und religios-weltanschaulichen Bildungsprozessen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Medienkompetenz für angehende Lehrkräfte essenziell ist und wie der Religionsunterricht auf die mediale Lebenswelt der Schüler reagieren kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse medienpädagogischer und religionspädagogischer Fachliteratur sowie auf der Auswertung empirischer Studien zur Mediennutzung von Kindern (KIM-Studien).
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung der Medienpädagogik, eine historische Aufarbeitung der kirchennahen Medienkritik sowie eine detaillierte Analyse der Mediennutzung durch Kinder anhand aktueller Vergleichsdaten.
Wichtige Begriffe sind Medienpädagogik, Medienkompetenz, Religionsunterricht, Mediennutzung, Sozialisation und der kirchliche Basistext „Communio et Progressio“.
Die Pastoralinstruktion dient als Referenzwerk, das eine christliche Sicht auf die Medien vermittelt und Erziehern sowie Lehrkräften als Leitfaden für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien dienen soll.
Die Arbeit zeigt anhand einer Studie von Manfred L. Pirner, dass keine direkten Zusammenhänge zwischen dem reinen Umfang des Medienkonsums und religiösen Einstellungen bestehen, jedoch signifikante Zusammenhänge bei spezifischen Inhalten wie Horror- oder Fantasy-Genres nachweisbar sind.
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