Forschungsarbeit, 2007
34 Seiten
Die erste Bestattung in Buonconvento und der Leichenzug bis Pisa
Die Pisaner Trauerfeier nach dem „Lamento“
Die Beisetzung im Dom zu Pisa
Die Entstehungszeit des Grabmals
Die Grabinschriften
Karl VIII. 1494 in Pisa und die verkannten französisch-luxemburgischen Beziehungen
Diese Arbeit widmet sich der historischen Rekonstruktion der Irrfahrt des Leichenzugs von Kaiser Heinrich VII. nach dessen Tod 1313 sowie der komplexen Entstehungs- und Versetzungsgeschichte seines berühmten Grabmals in Pisa über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Die erste Bestattung in Buonconvento und der Leichenzug bis Pisa
Erstaunlicherweise sind zwei bemerkenswerte Überlieferungen, die eine über die wahrscheinliche Bestattung der Weichteile Heinrichs in Buonconvento bei Siena und die andere über die Trauerzugankunft in Pisa, fast völlig unbeachtet. Schon ein sienesischer Chronist des 14. Jahrhunderts, Agnolo di Tura del Grasso, überlieferte, daß das Eingeweide Heinrichs in der Kirche San Pietro zu Buonconvento begraben wurde. Die Handschrift “Memorie della parrocchia di Buonconvento” berichtet über eine Nachricht, die in der Historiographie Heinrichs VII. gar nicht oder erst flüchtig betrachtet worden ist. “Man vermerkt, wie der neue Plattenfußboden der Pfarrkirche [San Pietro] im Jahre 1839 gemacht wurde, eine schlecht verrichtete Arbeit zum Schaden der Kirche, weil die Grundmauern des Gebäudes bei den Grabentleerungen zermürbt wurden, und alle Grabplatten wurden noch beseitigt. Man erzählt ferner, daß der Gedenkstein der Eingeweidebestattung Kaiser Heinrichs, gestorben in Buonconvento, beseitigt worden sei. Man behauptete, es hätte sich im rechten Kirchenschiff an der Seite beim Hochaltar befunden.
Die erste Bestattung in Buonconvento und der Leichenzug bis Pisa: Dieses Kapitel rekonstruiert die unmittelbaren Ereignisse nach dem Ableben Heinrichs VII. und die Route seines Leichenzugs von Buonconvento nach Pisa.
Die Pisaner Trauerfeier nach dem „Lamento“: Die Untersuchung befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung des Trauerzuges in der Innenstadt von Pisa durch das zeitgenössische „Lamento“.
Die Beisetzung im Dom zu Pisa: Hier werden die Abläufe der feierlichen Bestattung im September 1313 und die widersprüchlichen historischen Überlieferungen zur ersten Ruhestätte des Kaisers beleuchtet.
Die Entstehungszeit des Grabmals: Das Kapitel widmet sich der vertraglichen und künstlerischen Entstehung des Grabmals unter der Leitung von Tino di Camaino um das Jahr 1315.
Die Grabinschriften: Es werden die Inschriften auf den Schriftrollen der Engel sowie deren historische Authentizität und ihre Bedeutung für die Grabmalrekonstruktion analysiert.
Karl VIII. 1494 in Pisa und die verkannten französisch-luxemburgischen Beziehungen: Abschließend wird der Einfluss des Aufenthalts von Karl VIII. auf die Versetzung des Grabmals und die dynastischen Verflechtungen zwischen Luxemburg und Frankreich erörtert.
Heinrich VII., Pisa, Buonconvento, Tino di Camaino, Grabmal, Leichenzug, Luxemburg, Mittelalter, Kunstgeschichte, Dom zu Pisa, Karl VIII., Bestattung, Geschichtsforschung, Sarkophag, Codex Balduini
Die Arbeit befasst sich mit der vollständigen Darstellung der Irrfahrt des kaiserlichen Leichenzugs von Kaiser Heinrich VII. sowie der späteren Entstehungs- und Versetzungsgeschichte seines Grabmals in Pisa.
Im Zentrum stehen die historiographische Analyse der Bestattung, die künstlerische Rekonstruktion des Grabmonuments und die Klärung der politischen Umstände der Grabversetzung im späten 15. Jahrhundert.
Das Ziel ist es, Licht in die über Jahrhunderte fragmentierten Informationen zum Verbleib der sterblichen Überreste des Kaisers zu bringen und Mythen von historischen Fakten zu trennen.
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Auswertung zeitgenössischer Chroniken, Archivunterlagen, Inschriftenanalysen und kunsthistorische Rekonstruktionen.
Der Hauptteil behandelt die Chronologie der Ereignisse von 1313 bis 1494, inklusive der Details zur Grabmalgestaltung und der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Haus Luxemburg und Frankreich.
Die zentralen Begriffe sind Heinrich VII., Pisa, Buonconvento, Tino di Camaino, Grabmal und die historische Rekonstruktion von Bestattungsriten im 14. Jahrhundert.
Tino di Camaino wird als Baumeister des kaiserlichen Grabmals identifiziert; der Autor untersucht seine Rolle bei der künstlerischen Gestaltung und den zeitlichen Ablauf des Auftrags.
Die Versetzung wird als notwendige Anpassung an räumliche Änderungen im Dominnenraum unter dem Domoperaleiter Antonio di Jacopo delle Mura gedeutet, wobei politische Motive in Bezug auf Karl VIII. kritisch hinterfragt werden.
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