Masterarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Derivative Finanzinstrumente
2.1 Charakteristika
2.1.1 Definition
2.1.2 Systematisierung
2.1.3 Grundpositionen
2.1.3.1 Bedingte Termingeschäfte
2.1.3.2 Unbedingte Termingeschäfte
2.2 Marktentwicklung
2.3 Bewertungsmodelle für Optionen
2.4 Motive für den Einsatz von Derivaten
2.5 Nutzen
2.6 Risiken derivativer Finanzmärkte
3 Kapitalmarkt und Versicherungsrisiken
3.1 Nutzung des Kapitalmarktes zur Deckung von Versicherungsrisiken
3.2 Kapitalmarktinstrumente zur Deckung von Versicherungsrisiken
3.2.1 Risikofinanzierung
3.2.2 Risikotransfer
4 Versicherungsderivate
4.1 Charakteristika
4.1.1 Definition
4.1.2 Entstehung
4.1.3 Marktteilnehmer
4.2 Vertragsgestaltung
4.2.1 Allgemein festzulegende Parameter
4.2.2 Mögliche Basisobjekte
4.2.3 Formen
4.3 Nutzen
4.3.1 Allgemein
4.3.2 Risikomanagement
4.4 Leistungstheoretische Beurteilung
4.4.1 Ausfallrisiko
4.4.2 Basisrisiko
4.4.3 Adverse Selektion und Moralisches Risiko
4.4.4 Preisfindung
4.5 Marktentwicklung
5 Wetterderivate
5.1 Wetter und wirtschaftliche Aktivität
5.2 Charakteristika
5.2.1 Entstehung
5.2.2 Definition
5.2.3 Marktteilnehmer
5.3 Vertragsgestaltung
5.3.1 Mögliche Basisobjekte
5.3.2 Weitere festzulegende Parameter
5.3.3 Formen
5.4 Einsatzgebiete
5.4.1 Risikomanagement
5.4.2 Portfoliomanagement
5.4.3 Spekulations- und Marketinginstrument
5.5 Problembereiche und Risiken
5.5.1 Datenqualität und –beschaffung
5.5.2 Preisfindung
5.5.3 Weitere Risiken
5.6 Anwendung
5.6.1 Generelles Vorgehen
5.6.2 Konkretes Beispiel
5.7 Marktentwicklung
5.7.1 Seit Entstehung
5.7.2 Zukunft
6 Fazit
Diese Masterarbeit untersucht den Einsatz von Versicherungsderivaten als alternative Methode des Risikotransfers, um Kapazitätsengpässe in klassischen Versicherungsmärkten zu überbrücken. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Wetterderivaten als Instrument zur Absicherung wetterabhängiger Geschäftsrisiken und deren ökonomischer Einordnung.
2.1.3.1 Bedingte Termingeschäfte
Optionen stellen einen zentralen Bestandteil von alternativen Risikotransferkonzepten dar, da sie den eigentlichen Risikotransfer beinhalten. Deshalb wird an dieser Stelle die Funktionsweise dieser Art von Termingeschäften erläutert.
Eine Option ist eine Vereinbarung, die den Käufer (Inhaber der Option) berechtigt,
eine bestimmte Menge eines bestimmten Gutes (Basiswert, Basisobjekt, Underlying)
zu einem festgelegten Preis (Ausübungs-, Basispreis, Ausübungs-, Basiskurs)
nur zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt (europäische Option) bzw. jederzeit bis zu einem vereinbarten Verfallsdatum (amerikanische Option)
zu erwerben (Call-Option, Kaufoption) bzw.
zu veräußern (Put-Option, Verkaufsoption).
Für dieses Recht zahlt der Käufer dem Verkäufer der Option die sog. Optionsprämie. Das ist der Preis, zu dem die Option am Markt gehandelt wird. Sie bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage und hängt von zahlreichen Einflussfaktoren wie bspw. dem aktuellen Kurs des Underlyings, dem Basispreis und der (verbleibenden) Optionslaufzeit ab. Auch Rahmenbedingungen, die deutlich schwerer zu bestimmen sind, beeinflussen den Preis derivativer Finanztitel. Dazu zählen u. a. Zutrittsbeschränkungen zu den Terminmärkten und die Risikoeinstellung der Marktteilnehmer.
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung alternativer Risikotransfertechniken aufgrund der wachsenden Schäden durch Naturkatastrophen und begrenzter Kapazitäten klassischer Versicherer.
2 Derivative Finanzinstrumente: Erläutert die Grundlagen, Systematisierung und Bewertung von Derivaten sowie deren Motive und Risiken im Finanzkontext.
3 Kapitalmarkt und Versicherungsrisiken: Analysiert die Notwendigkeit und Möglichkeiten, Versicherungsrisiken über den Kapitalmarkt anstatt nur über das traditionelle Rückversicherungssystem zu decken.
4 Versicherungsderivate: Detailliert die Charakteristika, Vertragsgestaltung und Einsatzgebiete von Versicherungsderivaten inklusive der Problematik von Basisrisiken und Preisfindung.
5 Wetterderivate: Konzentriert sich auf Wetterrisiken als operative Mengenrisiken und stellt das Konzept von Wetterderivaten als Absicherungsinstrument für verschiedene Branchen dar.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und das Potenzial von Wetterderivaten.
Versicherungsderivate, Wetterderivate, Alternativer Risikotransfer, ART, Risikomanagement, Katastrophenrisiken, Hedging, Basisrisiko, Finanzderivate, Kapitalmarkt, Preisfindung, Optionen, Termingeschäfte, Volatilität, Wetterindex.
Die Arbeit analysiert, wie moderne Finanzderivate, insbesondere Versicherungs- und Wetterderivate, genutzt werden können, um finanzielle Risiken zu übertragen, die in klassischen Versicherungssystemen nur schwer absicherbar sind.
Die Arbeit deckt die Grundlagen derivativer Instrumente ab, analysiert den alternativen Risikotransfer (ART), untersucht die spezifische Vertragsgestaltung und beleuchtet die Herausforderungen bei der Bewertung und Risikosteuerung.
Ziel ist es, die Funktionsweise und das Potenzial von Versicherungsderivaten (speziell Katastrophen- und Wetterderivate) als Ergänzung zur traditionellen Rückversicherung aufzuzeigen und dabei den Nutzen sowie die auftretenden Risiken und Probleme darzustellen.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Erläuterung ökonomischer Bewertungsmodelle (wie Black/Scholes und Burn Analysis) und der grafischen Veranschaulichung von Auszahlungsprofilen basiert.
Im Hauptteil werden zunächst die Derivate-Grundlagen geklärt, dann der Übergang von Versicherungsrisiken auf den Kapitalmarkt erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse von Versicherungsderivaten und einem speziellen Fokus auf Wetterderivate als Absicherungsmittel.
Wichtige Begriffe sind Versicherungsderivate, Wetterderivate, Risikomanagement, Alternativer Risikotransfer (ART), Basisrisiko und Kapitalmarkt.
Durch eine Put-Option kann sich der Stromlieferant gegen einen zu warmen Januar absichern: Sinkt der Energieabsatz aufgrund zu milder Temperaturen, kompensiert die Auszahlung aus der Option den entgangenen Umsatz.
Das Basisrisiko beschreibt die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Schadenentwicklung eines Unternehmens und der Indexentwicklung, auf die das Derivat basiert. Eine geringe Korrelation führt dazu, dass das Derivat den individuellen Schaden nicht präzise abdeckt.
Energieunternehmen haben die direkteste Korrelation zwischen Wetter (insbesondere Temperatur) und ihrem Absatzvolumen, was sie prädestiniert, Wetterrisiken als exogene operative Mengenrisiken aktiv über Derivate zu steuern.
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