Examensarbeit, 2007
55 Seiten, Note: 1,0
1. Belle Époque
a) Frauenrolle
b) Frauenbild
c) Frauensport
2. In der Weimarer Republik
a) Frauenrolle
b) Frauenbild
c) Frauensport
3. Während des Nationalsozialismus
a) Frauenrolle
b) Frauenbild
c) Frauensport
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Frauenbildes und des Frauensports in Deutschland im Zeitraum von 1900 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, wobei insbesondere der Wandel gesellschaftlicher Normen und deren Einfluss auf die körperliche Ertüchtigung von Frauen beleuchtet wird.
1.a) Frauenrolle
Der Mediziner und Politiker Rudolf Virchow (1821-1902) äußerte sich als Mitglied des Deutschen Reichstages mehrfach zur Frauenbewegung und zum Frauensport: „Weiblichkeit ist abhängig von den Funktionen des Eierstocks[..]. Das Weib ist eben nur Weib durch seine Generationsdrüse[...]“(vgl. Diem, Frau und Sport, Freiburg, 1980, S. 113)
Diese durchaus frauenfeindlichen Bemerkungen des Herrn Virchows scheinen seine eindeutige Idee der Frauenrolle darzustellen. Nichtsdestotrotz bereitete er den Frauen seinerzeit große Zugeständnisse in Sachen körperlicher Ertüchtigung sprich Sport. Er bezeichnete das Turnen als absolut notwendigen, integrierenden Teil auch des Unterrichts der Mädchen, besonders auf Landschulen, da dort Mädchen zu oft mit weit über ihre Kräfte gehenden Arbeiten belastet würden. So vertrat er den Standpunkt, dass kräftig ausgeführte Frei- und Handgeräteübungen oder Bewegungsspiele schon ein nicht zu unterschätzendes Gegengewicht zu der schweren Haus- und Feldarbeit böten (vgl. Diem, 1980, S. 113).
Die Aussagen einer einzigen Persönlichkeit der damaligen Zeit spiegelt nahezu die ganze Breite der öffentlichen Meinung über die Rolle der Frau und das Frauenbild um die Jahrhundertwende wieder.
1. Belle Époque: Dieses Kapitel beschreibt die gesellschaftliche Unterordnung der Frau im Kaiserreich, die geprägt war von traditionellen Rollenbildern und restriktiven Kleidungsnormen, die sportliche Betätigung erschwerten.
2. In der Weimarer Republik: Das Kapitel analysiert den Prozess der beginnenden Emanzipation der „Neuen Frau“, die trotz wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Widerstände neue Freiräume im Sport und in der Lebensführung erschloss.
3. Während des Nationalsozialismus: Hier wird aufgezeigt, wie das NS-Regime Frauen wieder auf die Rolle als Mutter und Hausfrau reduzierte und Sport als politisches Instrument zur „Wehrhaftmachung“ und Rassenhygiene missbrauchte.
Frauensport, Frauenrolle, Frauenbild, Turnbewegung, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Emanzipation, Körperkultur, Körperertüchtigung, Geschlechterrollen, Sportgeschichte, Frauenbewegung, Leistungsanspruch, Gesellschaftsnormen.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des Frauenbildes und des Frauensports in Deutschland von 1900 bis zum Zweiten Weltkrieg.
Im Zentrum stehen die Frauenrolle, das vorherrschende Frauenbild und der Zugang sowie die Ausübung von Sport durch Frauen in drei aufeinanderfolgenden historischen Epochen.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Erwartungen an das weibliche Geschlecht und der Akzeptanz bzw. Ausgestaltung des Sports für Frauen im historischen Wandel aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Literatur, Berichte und wissenschaftlicher Quellen basiert.
Der Hauptteil ist chronologisch in die Belle Époque, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus unterteilt, wobei für jede Periode Rolle, Bild und Sport thematisiert werden.
Wichtige Begriffe sind Emanzipation, Frauenrolle, Sportgeschichte, Turnbewegung und die spezifischen politischen Rahmenbedingungen der Zeit.
Das damals übliche Fischbeinkorsett und schwere Röcke schränkten die körperliche Bewegungsfreiheit massiv ein und verhinderten sportliche Aktivitäten fast vollständig.
Der Sport wurde von einem individuellen Recht zu einer staats- und wehrpolitischen Pflichtaufgabe umfunktioniert, wobei der Fokus auf Gebärfähigkeit und Rassenhygiene lag.
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