Magisterarbeit, 2007
63 Seiten, Note: noch keine
1. Geschlecht als Kategorie
1.1. Arbeitsteilung und Geschlechterkonstruktion
1.2. Geschlechtsspezifische Sozialisation
1.3. Doing gender: Die Konstruktion von Geschlecht
1.4. Exkurs: strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Musikgeschichte in Deutschland
1.5. Vorläufige Zusammenfassung
2. Kultur und Subkultur
3. DJ-Kultur und DJane-Bewegung
3.1. Der DJ und die DJane
3.2. Die Entwicklung der DJ-Kultur
3.2.1 Technische Grundlagen
3.2.2 Die Pioniere
3.2.3 Disco und die Club-Bewegung
3.2.4 Hip-Hop
3.2.5 Techno
3.3 Frauen in der DJ-Geschichte
4. Female Pressure: sichtbare Formen der DJane-Bewegung
4.1.Netzwerke und Communities
4.2. Die Clubkultur
4.3. Frauen- Netzwerke – Club
4.4. Ladyfeste und Frauenpartys
4.5. Vorwort: Massenmedien und Gesellschaft
4.6. Die Bedeutung des Internets für die DJane-Bewegung
4.7. Ladyfest-Websites – das virtuelle Netzwerk
4.8. Beispielhafte Webseiten: female:pressure, shejay.net, propellas
5. Resümee
6. Gespräche mit DJanes
7. Quellen
Die Magisterarbeit untersucht die Marginalisierung weiblicher DJs in der von Männern dominierten Club- und Musikszene. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie sich trotz struktureller Ausgrenzung und patriarchaler Barrieren eine eigenständige DJane-Bewegung formen konnte und welche Rolle Netzwerke sowie digitale Räume dabei spielen.
3.3 Frauen in der DJ-Geschichte
In den Entwicklungen der DJ Geschichte spielen Frauen eine untergeordnete Rolle. In dem knapp 500 Seiten dicken Buch „DJ Culture“ von Ulf Poschardt werden Frauen in der DJ Geschichte kaum erwähnt. Immerhin wird mit Sybil M. True die erste weibliche DJane genannt, die zusammen mit ihrem Gatten Dr. Elman B. Myers 1914 Radio aus New York sendete, oder mit Vivian Carter, die in den 50er Jahren als DJ einflussreich war und zusammen mit ihrem Mann ein Label führte, eine Frau in den Zusammenhang mit der DJ Geschichte gebracht. So kann behauptet werden, dass die über neunzigjährige DJ Geschichte maßgeblich von Männern geschrieben wurde.
Bill Brewster und Frank Broughten unterstützen diese Aussage in Ihrem Buch „Last Night a DJ Saved my Life“ in dem Sie bemerken „ Historically, it`s a different story. In Djing`s 93 years, woman have been largely frozen out of the picture, and there are precious few exceptions. On New York`s Fire Island circuit there was Sharon White and, latterly Susan Morbibito. A British expatriate called Jane Brinton (now Junior Vasquez`s manager) ran highly successful mobile disco in Los Angeles in the early seventies. Usually, however, the disco era saw woman confined to being decorous fixtures on the dancefloor.” Die Rolle der Frauen im Club war also lange Zeit eine eher dekorative – entweder hinter der Bar oder auf der Tanzfläche - oder sie stellten, insbesondere in der schwulen Disco-Ära in New York oder Chicago, eine Minderheit dar. Denn wie weiter oben beschrieben, drehte sich die frühe „dance culture“ fast ausschließlich um den schwulen Mann.
1. Geschlecht als Kategorie: Theoretische Einführung in die soziale Konstruktion von Geschlecht und die strukturelle Benachteiligung von Frauen in historischen Arbeitsprozessen.
2. Kultur und Subkultur: Definition der soziologischen Begriffe Kultur und Subkultur als theoretischer Unterbau für die spätere Analyse der DJ-Szene.
3. DJ-Kultur und DJane-Bewegung: Historischer Abriss über die Evolution der DJ-Technik und die Entwicklung der Clubkultur, ergänzt um die Rolle von Frauen in dieser Geschichte.
4. Female Pressure: sichtbare Formen der DJane-Bewegung: Untersuchung von Netzwerken, Ladyfesten und virtuellen Foren, die Frauen einen geschützten Raum zur musikalischen Entfaltung bieten.
5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der These, dass Frauen im DJ-Business vor einer gläsernen Decke stehen und neue Infrastrukturen zur Emanzipation benötigen.
6. Gespräche mit DJanes: Dokumentation von Experteninterviews mit zwei aktiven DJanes zur Praxis und den Hindernissen in ihrem Berufsalltag.
7. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur, wissenschaftlichen Arbeiten und Online-Ressourcen.
DJane, DJ-Kultur, Musikwissenschaft, Geschlechterkonstruktion, Doing Gender, Subkultur, Clubkultur, Netzwerke, Feminismus, Girl Power, Internet, Musikindustrie, Diskriminierung, Gleichberechtigung, Techno.
Die Arbeit analysiert die Situation von weiblichen DJs in der Musikszene und untersucht die Gründe für ihre Unterrepräsentation sowie die Wege, wie sie sich in einer männlich dominierten Branche behaupten.
Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Geschlechtertheorien, der Geschichte der DJ-Kultur, dem Konzept der Subkultur sowie der Rolle von Frauen-Netzwerken und digitalen Medien für die Emanzipation weiblicher DJs.
Das Ziel ist es, die These zu belegen, dass weibliche DJs von struktureller Ausgrenzung betroffen sind und auf ihrem Karriereweg auf eine „gläserne Decke“ stoßen, während sie gleichzeitig versuchen, durch eigene Infrastrukturen dagegen vorzugehen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf qualitative Experteninterviews mit zwei erfahrenen DJanes, um die gewonnenen Erkenntnisse durch praktische Insider-Perspektiven zu stützen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Teil 1), die historische Herleitung der DJ-Kultur (Teil 3) und eine detaillierte Analyse der Gegenstrukturen wie Ladyfeste und Online-Plattformen (Teil 4).
Zentrale Begriffe sind DJane, Clubkultur, Gender, Subkultur, Netzwerke, Technikaffinität und Diskriminierung.
Technik wird als ein entscheidender Machtfaktor identifiziert; die Arbeit zeigt auf, wie der Ausschluss von Mädchen aus technischen Ausbildungsfeldern in der Kindheit als Barriere für den späteren Erfolg am Mischpult fungiert.
Ladyfeste dienen als wichtige alternative Handlungsfelder, die außerhalb normativer Clubstrukturen eine Bühne bieten und dabei helfen, Frauen als ernsthafte Künstlerinnen statt als dekorative Elemente wahrnehmbar zu machen.
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