Bachelorarbeit, 2007
43 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Karneval der Kulturen
2.1 Kulturelles Großevent
2.2 regionale Rahmenbedingungen in Berlin
2.3 öffentliche Wahrnehmung und Medien
2.4 Nachhaltigkeit
3 Kultur
3.1 Definition
3.2 Kultur und Karneval
3.3 Integration
4 Das „Andere“
4.1 Fremdwahrnehmung
4.2 Stereotype und Vorurteile
4.3 Kommunikation und interkulturelle Kompetenz
5 Interkulturalität
5.1 Globalisierung
5.2 Identität
5.3 Medien
6 Schlusswort
Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit der „Karneval der Kulturen“ (KdK) in Berlin als Instrument zur Förderung von interkultureller Verständigung, Integration und dem Abbau von Vorurteilen fungieren kann, wobei die Diskrepanz zwischen der medialen Inszenierung des Events und der alltäglichen Realität im Vordergrund steht.
3.1 Definition
Der Begriff Kultur hat in unterschiedlichster Form und Bedeutung Anwendung gefunden. Das fast unüberschaubare Angebot an Kulturdefinitionen hinterlässt den Eindruck eines eklektizistischen Sammelsuriums, welches allen möglichen Nutzungsweisen des Kulturbegriffs gerecht werden will. Ich konzentriere mich auf den Begriff von Kultur, der in der gelebten Interkulturalität, welcher der Berliner Karneval symbolisieren will, sichtbar wird.
Wenn davon gesprochen wird, dass Menschen „Kultur haben“, ist nach Thomas (1993:145) damit gemeint, „dass sie ein gemeinsames, für alle verbindliches System von bedeutungshaltigen Zeichen entwickeln“. Diese Zeichen sind Träger von Bedeutungen, die im Sozialisationsprozess von den Individuen einer Gesellschaft erlernt werden. Die weitgehende Übereinkunft im Verständnis dieser Zeichen ermöglicht es, relativ sicher mit den Mitmenschen zu interagieren. „Kulturelle Systeme müssen ein gewisses Mindestmaß an Kohärenz aufweisen“ (Geertz 1987:26). Diese ermöglicht es, dass die geltenden Werte und Normen als Maßstäbe an Bedeutung gewinnen können.
Die Inhalte und Werte einer Kultur sind für deren Mitglieder nicht universell gültig, werden nicht homogen angewendet. Die eigene kulturelle Zuordnung ist nicht für jedes Mitglied einer Gesellschaft auf gleiche Weise gültig. Jeder hat eigene individuelle Bedeutungsstrukturen innerhalb seiner Kultur. So kann ein Teil der Kultur, in der man lebt, einem genauso fremd erscheinen wie eine gänzlich andere Kultur. Problematisch wird die Situation, wenn Kommunikationspartner verschiedener Kulturräume zusammentreffen, und die erlernten Bedeutungssysteme nicht mehr universell anwendbar und somit unhaltbar sind. Vgl. Kapitel 4.3.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen der Migration in Deutschland und stellt den Karneval der Kulturen als Untersuchungsgegenstand zur Förderung von Integration und interkultureller Verständigung vor.
2 Karneval der Kulturen: Dieses Kapitel beleuchtet den KdK als kulturelles Großevent, seine organisatorischen Rahmenbedingungen in Berlin sowie seine öffentliche Wahrnehmung durch Medien und die Frage nach dessen Nachhaltigkeit.
3 Kultur: Hier wird der Kulturbegriff als Orientierungssystem definiert und im Kontext von Karneval sowie den Anforderungen an eine gelungene Integration in einer pluralistischen Gesellschaft analysiert.
4 Das „Andere“: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung von Fremdwahrnehmung, der Funktion von Stereotypen und Vorurteilen sowie den Möglichkeiten der Kommunikation zur Entwicklung interkultureller Kompetenz.
5 Interkulturalität: Die Analyse konzentriert sich auf die Wechselwirkungen von Globalisierung, Identitätsbildung und Medien als beeinflussende Faktoren einer gelebten Interkulturalität im urbanen Raum.
6 Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass eine echte Integration über das bloße Feiern bei einem Event hinausgehen muss und ein langfristiges, interkulturelles Miteinander im Alltag erfordert.
Karneval der Kulturen, Berlin, Integration, Interkulturalität, Migration, Fremdwahrnehmung, Identität, Globalisierung, Stereotype, Vorurteile, Kultur, Medien, interkulturelle Kompetenz, Multikulturalität
Die Arbeit untersucht, ob und wie der „Karneval der Kulturen“ in Berlin zur gesellschaftlichen Integration und zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Migranten beitragen kann.
Die zentralen Felder sind die Definition von Kultur als Orientierungssystem, die Psychologie der Fremdwahrnehmung, die Rolle von Medien bei der Konstruktion von Identität sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf lokale Gemeinschaften.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der medialen Inszenierung des Karnevals als buntes, friedliches Fest und der komplexen Realität von Integration im Berliner Alltag kritisch zu hinterfragen.
Die Autorin nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die Bezüge aus der Linguistik, den Sozialwissenschaften, der Philosophie und der Psychologie kombiniert, um den Karneval aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Karnevals als Event, die theoretische Fundierung des Kulturbegriffs, die Analyse der Fremdheitserfahrung und Stereotypenbildung sowie die Bedingungen interkultureller Kommunikation und Identitätsstiftung.
Zu den Kernbegriffen gehören Interkulturalität, Integration, Fremdwahrnehmung, Identität, Globalisierung, Stereotype, Leitkultur und das Konzept des Karnevals als „umgestülpte Welt“.
Kritiker führen an, dass das Event eine scheinbare Harmonie erzeugt, die den Anschein erfolgreicher Integration erweckt, ohne jedoch die tiefgreifenden sozialen Probleme und täglichen Diskriminierungserfahrungen von Migranten tatsächlich zu lösen.
Die Medien vermitteln laut der Arbeit ein oft stereotypes Bild, das sich auf farbenfrohe, exotische Kostüme und Party-Atmosphäre konzentriert, was die reale Situation der migrantischen Communitys in Berlin nur unzureichend abbildet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

