Bachelorarbeit, 2006
22 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Entwicklung regionaler Disparitäten
2.1 Die ausgleichende Politik der Vorreformperiode
2.2 Die 80er Jahre : Im Zeichen der Wirtschaftsreform
2.3 Die 90er Jahre : Verschärfung des regionalen Ungleichgewichts
3 Empirische Analyse der regionalen Disparitäten
4 Die regionale Ungleichheit und ihre Folgen
5 Der Westen gelangt in den Fokus
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Verschärfung regionaler wirtschaftlicher Disparitäten in China seit Beginn der Reformpolitik Ende der 70er Jahre, analysiert die Rolle der staatlichen Regionalpolitik und erörtert Ansätze zur künftigen Reduzierung dieses Gefälles.
2.3 Die 90er Jahre : Verschärfung des regionalen Ungleichgewichts
Als Folge aus dieser unausgewogenen Regionalpolitik ergab sich eine Verschärfung der Disparitäten seit Anfang der 90er Jahre. Der im 7. Fünfjahresplan propagierte trickle – down Effekt blieb aus. Das wirtschaftliche Wachstumstempo der verschiedenen Provinzen, ausgelöst durch den starken Industrialisierungsschub, fiel in der Küstenregion sehr viel höher aus als im Rest des Landes. Die Ursachen für die Ausweitung der regionalen Disparitäten werden nachstehend ausführlich analysiert.
Die politische Strategie der VR China, durch die Anbindung der Sonderwirtschaftszonen an Hongkong und Taiwan, sich Zutritt zum Weltmarkt zu verschaffen, ging in vollem Maße auf. Der Erfolg der Küstenregion basierte auf den ausgeschriebenen wirtschaftlichen Sonderrechten. Das regional unterschiedlich strukturierte Ausmaß dieser Privilegien, vor allem in Bezug auf die voranschreitende Liberalisierung und der außenwirtschaftlichen Öffnung, trug in erschwerendem Maße zur Verstärkung des Regionalgefälles bei. Die Küstenregion konnte aufgrund ihrer enormen Attraktivität für ausländische Investoren eine Monopolstellung einnehmen. Von Vorteil waren dafür insbesondere die steuerlichen Erleichterungen, die annähernd kapitalistischen Regeln für den Arbeits- und Kapitalmarkt, sowie die überragenden Transport- und Kommunikationsbedingungen. Die Abbildungen 2.2 und 2.3 dokumentieren, dass sich die realisierten Auslandsinvestitionen und die außenwirtschaftlichen Verflechtungen der chinesischen Provinzen im Jahre 1995 auf die Ostküste konzentrieren [vgl. SCHÜLLER 1997, S. 134].
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die wirtschaftliche Transformation Chinas und das daraus resultierende Problem der zunehmenden regionalen Disparitäten zwischen Küste und Binnenland.
2 Die Entwicklung regionaler Disparitäten: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Regionalpolitik von der Vorreformperiode über die 80er Jahre bis zur Verschärfung der Ungleichgewichte in den 90er Jahren nach.
3 Empirische Analyse der regionalen Disparitäten: Hier wird das Ausmaß des regionalen Gefälles mittels statistischer Indikatoren wie BIP/Kopf und Gini-Koeffizienten quantitativ belegt.
4 Die regionale Ungleichheit und ihre Folgen: Das Kapitel thematisiert die unbeabsichtigten sozioökonomischen Auswirkungen der ungleichen Entwicklung, insbesondere die Massenmigration vom Land in die Städte.
5 Der Westen gelangt in den Fokus: Dieser Abschnitt beschreibt die neuen politischen Strategien und Großprojekte der Zentralregierung, die darauf abzielen, das westliche Hinterland nachhaltig zu entwickeln.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Regionalpolitik bei der Entstehung der Disparitäten zusammen und bewertet die Aussichten der aktuellen Westchina-Strategie.
China, Regionale Disparitäten, Wirtschaftswachstum, Sonderwirtschaftszonen, Regionalpolitik, Binnenmigration, Küstenregion, Westchina, BIP, Gini-Koeffizient, Ausländische Direktinvestitionen, Sozialismus, Marktwirtschaft, Transformation, Infrastruktur.
Die Arbeit analysiert die wirtschaftliche Entwicklung der Volksrepublik China nach 1978 mit einem besonderen Fokus auf die entstandenen wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Regionen des Landes.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Regionalpolitik, die empirische Messung von Wohlstandsunterschieden, die sozioökonomischen Folgen von Binnenwanderungsbewegungen und staatliche Förderprogramme für den Westen.
Ziel ist es, die Gründe für das explosionsartige Auseinanderdriften der Wirtschaftsleistung zwischen Ost- und Westchina aufzuzeigen und die Effektivität staatlicher Maßnahmen zur Korrektur dieses Gefälles zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet vorhandene statistische Daten (z. B. Gini-Koeffizienten, BIP-Wachstumsraten) aus, um die regionalen Disparitäten empirisch zu untermauern.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Regionalpolitik, eine statistische Bestandsaufnahme des Regionalgefälles, die Untersuchung der Migrationsfolgen sowie die Erläuterung der neuen Westchina-Erschließungspolitik.
Wesentliche Begriffe sind China, regionale Disparitäten, Regionalpolitik, Binnenmigration, Sonderwirtschaftszonen, wirtschaftliche Transformation und Westchina-Strategie.
Die „3. Front-Politik“ dient als historisches Beispiel für den Versuch der Zentralregierung, durch massive Investitionen im Landesinneren regionale Ungleichheiten aus militärstrategischen und sozialen Gründen gezielt auszugleichen.
Die Migration ist eine direkte Folge des Wohlstandsgefälles; sie verstärkt den Druck auf die städtische Infrastruktur in den prosperierenden Küstenregionen und führt zu sozialen Spannungen durch eine wachsende „fließende Bevölkerung“.
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