Bachelorarbeit, 2006
23 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Was ist die „Sprache der Politik“?
3 Funktionen politischer Sprache
3.1 Politische Sprache als sprachliches Handeln
3.2 Meinungsbildungsfunktion
3.3 Meinungsänderungsfunktion
4 Besonderheiten
4.1 Schlagwort
4.2 Politischer Wortschatz
4.2.1 Institutionsvokabular
4.2.2 Ideologievokabular
4.2.3 Vokabular der verwalteten Sachgebiete
4.2.4 Allgemeines Interaktionsvokabular
4.3 Rhetorische Figuren
4.5 Unbestimmtheit
5 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Definition, Funktionen und Besonderheiten politischer Sprache in der Gegenwart, um deren manipulative Wirkungsweisen und Bedeutung für die staatliche Willensbildung kritisch zu beleuchten.
4.4 Unbestimmtheit
Ein wichtiger Aspekt politischer Sprache, auf den bereits mehrfach hingewiesen worden ist, besteht in der Unbestimmtheit von Begriffen. Um diesen zumeist kritisierten Gesichtspunkt und die damit verknüpfte Unverbindlichkeit politischer Sprache zu verstehen, muss man sich die politische Wirklichkeit genauer ansehen. Jeder Aufbau eines Satzes enthält Aussagen über Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten in der Welt. Nun ist es nicht unbedingt das Anliegen eines Politikers durch seine Reden konkrete verbindliche Versprechen zu schaffen, die seine zukünftige Handlungsweise einschränken würden und es ermöglichen sein späteres Verhalten an seinen vorherigen Aussagen zu messen.
Um diesem Dilemma zu entgehen, werden sowohl für zukünftige als auch vergangene Handlungen die Verantwortlichkeiten von greifbaren Akteuren verwischt und durch Passivkonstruktionen oder Personifikationen von Natur bzw. Sachen ersetzt. Nachvollziehbar wird dies an folgendem Beispiel demonstriert: Menschen werden verfolgt, ein Krieg bricht aus oder die Wirtschaft reagiert. Nicht selten lösen solche Äußerungen Verwirrung darüber aus, wer denn da reagiert oder wer die Menschen verfolgt. Hier wird besonders deutlich, welche Intension politische Sprache – genauer gesagt die verantwortlichen Personen – haben kann: Verantwortlichkeiten sollen so unklar wie möglich dargestellt werden. Dies kann von der Politik allein natürlich nicht gesteuert werden; ebenso sind es die Medien, die diese Kommunikation mittragen.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Relevanz der Sprache in der Politik als Mittel zur Verständigung sowie zur Meinungsmanipulation und steckt den Rahmen der Arbeit ab.
2 Was ist die „Sprache der Politik“?: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene wissenschaftliche Definitionen und grenzt politische Sprache als dynamischen Handlungs- und Funktionskomplex ein.
3 Funktionen politischer Sprache: Hier werden die Rollen der Sprache als sprachliches Handeln sowie ihre Bedeutung für die Meinungsbildung und Meinungsänderung innerhalb der Gesellschaft analysiert.
4 Besonderheiten: Dieser Hauptteil widmet sich den sprachlichen Kernmerkmalen, wie Schlagwörtern, der Gliederung des politischen Wortschatzes, rhetorischen Figuren und dem Phänomen der begrifflichen Unbestimmtheit.
5 Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer geschulten Urteilskraft der Bürger gegenüber den Manipulationspotenzialen politischer Sprache.
Politische Sprache, Sprachmanipulation, Willensbildung, Schlagwort, Politischer Wortschatz, Rhetorik, Unbestimmtheit, Meinungsbildung, Diskursanalyse, Sprachhandeln, Politische Kommunikation, Propaganda, Begriffsbestimmung, Ideologie, Sprachkritik
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Sprache in der Politik, ihrer Definition und der Untersuchung der spezifischen sprachlichen Mittel, die Politiker nutzen, um Einfluss zu nehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Funktionen politischer Sprache, der Struktur des politischen Wortschatzes, der Anwendung rhetorischer Figuren sowie der gezielten Verwendung von Unbestimmtheit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache als Instrument der Macht eingesetzt wird, um Meinungen zu bilden, zu ändern oder zu steuern und warum eine kritische Reflexion für Bürger essenziell ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und die linguistische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur namhafter Sprachwissenschaftler.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Funktionen politischer Sprache und die Untersuchung ihrer Besonderheiten, insbesondere Schlagwörter, Vokabular, Rhetorik und begriffliche Vagheiten.
Kernbegriffe sind politische Kommunikation, Sprachhandeln, Meinungssteuerung, Rhetorik, ideologisches Vokabular und die Unbestimmtheit politischer Begriffe.
Es umfasst Begriffe, die direkt mit politischen Organisationen und deren Rollen verbunden sind, wie z.B. Parlament, Fraktionen oder politische Prozesse.
Mehrsinnige Wörter lassen verschiedene Deutungen zu, die durch Kontext geklärt werden können, während mehrdeutige Wörter (ideologische Polysemie) selbst bei klarem Kontext oft umstritten bleiben.
Sie dienen dazu, die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu lenken, indem der Redner etwas bewusst anspricht, während er vorgibt, es eigentlich nicht thematisieren zu wollen.
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