Diplomarbeit, 2005
137 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung
2.1 Definitionsproblematik des Begriffs »geistige Behinderung«
2.2 Behindertenpolitische und -rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Einstellungen gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung und Möglichkeiten zu ihrer Veränderung
2.4 Historische Entwicklungen der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung in Westdeutschland seit 1945
2.5 Zusammenfassung
3. Soziale Integration, Teilhabe und Inklusion: Leitideen und Konzepte zu ihrer praktischen Umsetzung
3.1 Soziale Integration, Teilhabe und Inklusion
3.2 Wurzeln des inklusiven Gedankens
3.2.1 Normalisierungsprinzip
3.2.2 Selbstbestimmung
3.3 Konzepte zur Umsetzung der Leitideen
3.3.1 Empowerment
3.3.2 Assistenz
3.3.3 Community Care
3.4 Zusammenfassung
4. Freizeit
4.1. Freizeit - Die Schwierigkeiten einer Begriffbestimmung
4.2 Der positive Freizeitbegriff
4.3 Freizeitbedürfnisse
4.4 Voraussetzungen an den Lebensbereich Freizeit
4.5 Freizeit in Deutschland
4.5.1 Beliebte Freizeittätigkeiten
4.5.2 Trends in der Freizeit
4.5.3 Einkommen und Bildung = Determinanten des Freizeitverhaltens?
4.6 Zusammenfassung
5. Freizeit im Leben von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung
5.1 Sonderpädagogische Auseinandersetzung mit dem Handlungsfeld Freizeit im Wandel der Zeit
5.1.1 Freizeit ohne besondere Hilfen
5.1.2 Freizeit als Aufgabengebiet der Rehabilitation
5.1.3 Freizeit und soziale Integration
5.1.4 Selbstbestimmte Freizeit
5.2 Freizeit als soziales und gesellschaftliches Integrationsfeld
5.3 Aktuelle Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung
5.3.1 Empirische Studien zur Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung
5.3.1.1 Freizeitsituation in Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe
5.3.1.2 Freizeitsituation in Familien
5.3.1.3 Freizeitsituation in Einrichtungen der Lebenshilfe
5.3.2 Freizeitbedürfnisse
5.3.3.1 Erschwernisse aufgrund der Lebenssituation in der Familie
5.3.3.2 Erschwernisse aufgrund der Lebenssituation in Wohneinrichtungen
5.4 Ausblick und Forderungen
5.5 Zusammenfassung
6. Praxisbeispiele: Sozialintegrative Freizeitangebote
6.1 PFiFF
6.2 Orientalische Bauchtanzgruppe
6.3 Inklusionsbeauftragte für den Bereich Sport
7. Interpretation und Reflektion der Ergebnisse
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Freizeitsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung und analysiert, inwieweit der Freizeitbereich als soziales Integrationsfeld fungieren kann. Dabei wird überprüft, wie die Leitideen der Normalisierung und Selbstbestimmung in der Praxis umgesetzt werden und welche Barrieren einer gleichberechtigten Teilhabe entgegenstehen.
3.3.1 Empowerment
Der Begriff Empowerment stammt ursprünglich aus den US-amerikanischen Bürgerrechts- und Emanzipationsbewegungen der 70er Jahre. Er bedeutet soviel wie Selbst-Bemächtigung, Selbst-Ermächtigung und Selbst-Befähigung von gesellschaftlichen Randgruppen.
„Empowerment steht für einen Prozeß, in dem Betroffene ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen, sich dabei ihrer eigenen Fähigkeiten bewußt werden, eigene Kräfte entwickeln und soziale Ressourcen nutzen [...]. Leitperspektive ist die selbstbestimmte Bewältigung und Gestaltung des eigenen Lebens."
In Deutschland wird dieser Empowerment-Gedanke seit Mitte der 80er Jahre innerhalb der sozialen Arbeit thematisiert und diskutiert und wurde von der Behindertenhilfe dann erst in den 90er Jahren aufgegriffen. Der Grundgedanke des Empowerment-Konzepts, die Stärkung und Bemächtigung von Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen in einer eher machtlosen Situation befinden, bezieht sich auf die Annahme, „dass Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen eigene Kräfte, Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung haben oder verfügbar machen können, die durch erlebte Hilflosigkeit oft zugedeckt sind.“
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Freizeitsituation bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung unter dem Aspekt der Integration und Selbstbestimmung.
2. Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung: Analyse der Begrifflichkeit, rechtlicher Rahmenbedingungen sowie der historischen Entwicklung der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung seit 1945.
3. Soziale Integration, Teilhabe und Inklusion: Leitideen und Konzepte zu ihrer praktischen Umsetzung: Darstellung theoretischer Grundlagen wie Normalisierungsprinzip, Empowerment, Assistenz und Community Care.
4. Freizeit: Begriffsbestimmung von Freizeit, Definition von Freizeitbedürfnissen sowie ein Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland.
5. Freizeit im Leben von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung: Detaillierte Untersuchung der aktuellen Freizeitsituation und Identifikation von Erschwernissen, differenziert nach Wohnformen.
6. Praxisbeispiele: Sozialintegrative Freizeitangebote: Vorstellung konkreter Ansätze zur Förderung der Teilhabe, wie das Projekt PFiFF, eine Tanzgruppe und Inklusionsbeauftragte im Sport.
7. Interpretation und Reflektion der Ergebnisse: Kritische Auseinandersetzung mit den gewonnenen Erkenntnissen aus den Praxisbeispielen vor dem Hintergrund der theoretischen Leitideen.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftige notwendige Entwicklungen in der Behindertenhilfe.
Geistige Behinderung, Freizeit, Soziale Integration, Inklusion, Selbstbestimmung, Normalisierungsprinzip, Empowerment, Assistenz, Community Care, Teilhabe, Behindertenhilfe, Lebensqualität, Freizeitbedürfnisse, Fremdbestimmung, Behindertenpolitik
Die Diplomarbeit widmet sich der Freizeitsituation erwachsener Menschen mit geistiger Behinderung und untersucht, welche Möglichkeiten existieren, diese zur sozialen Integration zu nutzen.
Die Kernfelder sind die theoretische Fundierung von Integration und Inklusion, die Analyse der Lebensrealität behinderter Menschen sowie die konkreten Herausforderungen bei der Gestaltung ihrer Freizeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch moderne Konzepte wie Empowerment, Assistenz und Community Care eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und Teilhabe im Freizeitbereich realisiert werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und ergänzt diese durch eigene Befragungen von Mitarbeitern und behinderten Menschen sowie die Auswertung von Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagenebenen (Integration, Konzepte) und eine intensive Betrachtung der Freizeitsituation, unterteilt in die historische Entwicklung und aktuelle empirische Befunde.
Zentrale Begriffe sind soziale Integration, Inklusion, Selbstbestimmung, Normalisierung sowie die spezifischen Unterstützungskonzepte wie Community Care.
Die Studie zeigt, dass beide Lebensformen mit spezifischen Abhängigkeiten einhergehen: Wohneinrichtungen sind oft durch starre Zeitpläne geprägt, während die Freizeit in Familien häufig den Gewohnheiten und Ängsten der Eltern untergeordnet wird.
Die Arbeit identifiziert die unsichere und unzureichende Finanzierung durch die öffentliche Hand als eines der zentralen Hindernisse für ein qualitatives und selbstbestimmtes Freizeitangebot.
Ja, der Sport wird als wichtiges Handlungsfeld für soziale Kontakte bewertet, wobei Individualsportarten aufgrund ihrer Struktur oft einfacher für eine gelungene Integration geeignet sind als hochkomplexe Spielsportarten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

