Diplomarbeit, 2007
120 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Was ist der Staat? Staatstheorie
2.1 Antike Staatstheorien
2.1.1 Platon
2.1.1.1 Erkenntnislehre
2.1.1.2 Staatsphilosophie
2.1.2. Aristoteles
2.1.3. Der römische Staat
2.1.3.1 Die Stoa
2.1.3.2 Cicero
2.2 Theologische Staatstheorien
2.2.1 Die Bibel
2.2.1.1 Altes (Erstes) Testament
2.2.1.2 Neues (Zweites) Testament
2.2.2 Der Staat nach der Soziallehre der Katholischen Kirche
2.2.2.1 Augustinus
2.2.2.2 Thomas von Aquin
2.2.2.3 Zusammenfassung
2.2.3 Exkurs: Islam
2.3 Moderne Staatstheorien
2.3.1 Der Entwicklungsprozess zur Moderne
2.3.1.1 William von Ockham
2.3.1.2 Martin Luther
2.3.1.3 René Descartes
2.3.1.4 Zusammenfassung
2.3.2 Moderne Deutungen des Staates
2.3.2.1 Niccolò Machiavelli
2.3.2.2 Thomas Hobbes
2.3.2.3 Jean-Jacques Rousseau
2.3.2.4 G.W.F. Hegel
2.3.2.5 Neuere Typologien des Staates
3. Die konservative Weltanschauung
3.1 Was bedeutet „konservativ“?
3.1.1 Der Inhalt konservativen Denkens
3.1.1.1 Das Menschenbild des Konservatismus
3.1.1.2 Die religiöse Bindung
3.1.2 Das Naturrecht
3.1.2.1 Berufung
3.1.2.2 Bedeutung
3.1.2.3 Abgrenzung zum Rechtspositivismus
3.2 Das konservative Verhältnis zur Französischen Revolution und zur Moderne
3.2.1 Päpstliche Stellungsnahmen zur Revolution
3.2.1.1 Papst Pius VI.
3.2.1.2 Papst Paul VI.
3.2.1.3 Papst Johannes Paul II.
3.2.2 Adam Müller
3.2.2.1 Natur und Ethik
3.2.2.2 Christentum als Lebensprinzip des Staates
3.2.3 Leo Strauss
3.2.4 Eric Vögelin
4. Die Verfassung
4.1 Die Verfassung und ihre Präambel
4.1.1 Entstehung
4.1.2 Funktion
4.1.2.1 Staatsorganisation
4.1.2.2 Hüter von Werten
4.1.3 Die Präambel und ihre rechtliche Verbindlichkeit
4.3 Der Laizismus
4.3.1 Laizistische Verfassungen Europas
4.3.2 Exkurs: Laizismus und Sozialismus
4.3.2.1 Verhältnis zur Religion
4.2.3.2 Der Neomarxismus der Frankfurter Schule
5. Die europäischen Verfassungstexte
5.1 Verfassungen europäischer Staaten
5.1.1 Deutschland
5.1.1.1 Bayern
5.1.1.2 Andere Bundesländer
5.1.2 Griechenland
5.1.3 Irland
5.1.4 Israel
5.1.5 Liechtenstein
5.1.6 Malta
5.1.7 Österreich
5.1.7.1 Ständestaat
5.1.7.2 Republik
5.1.7.3 Der Österreich-Konvent
5.1.8 Polen
5.1.9 Russland
5.1.10 Schweiz
5.1.11 Slowakei
5.1.12 Spanien
5.1.13 Staat der Vatikanstadt
5.1.14 Ukraine
5.2 Der Vertrag für eine europäische Verfassung
5.2.1 Der Konvent
5.2.2 Die Auseinandersetzung um den Gottesbezug
5.2.2.1 Die Befürworter
5.2.2.2 Die Ablehner
5.2.3 Die EU-Verfassung
5.2.4 Der Reform-Vertrag
6. Die Argumentation um den Gottesbezug
6.1 Die Pro-Argumente
6.2 Die Contra-Argumente
6.1.3 Zusammenfassung
7. Die Bedeutung der invocatio Dei
7.1 Die Religion als Grundlage des Staates
7.1.1 Demokratie
7.1.2 Menschwürde und Menschenrechte
7.1.3 Gemeinschafts- und Ordnungserhaltung
7.1.3.1 Eine durch die Moderne verursachte Krise
7.1.3.2 Politik im strengen Sinn des Wortes
7.2 Die europäische Identität
7.2.1 Das Christentum
7.2.2 Die Paneuropabewegung
7.3 Das Ziel der Politik
7.3.1 Eine Frage nach der Gerechtigkeit
7.3.2 Der Gottesbezug
8. Zusammenfassung & Fazit
9. Dokumentation
9.1 Stellungnahmen der Kirchen
9.1.1 Kardinal Lehmann zum Verfassungsentwurf
9.1.2 Zur Einigung über den europäischen Verfassungsvertrag
9.2 Interview Karas – Noll
10. Quellen- und Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht aus einer christlich-konservativen Perspektive, weshalb einige europäische Verfassungen einen Gottesbezug (invocatio Dei) enthalten, während andere diesen explizit ablehnen oder säkular gestaltet sind. Dabei wird erforscht, welche staatsphilosophischen und religiösen Weltanschauungen diesen unterschiedlichen Rechtstraditionen zugrunde liegen und welche Bedeutung diese Rückbesinnung auf Werte, Metaphysik und Transzendenz für die moderne Politik hat.
2.1.1.1 Erkenntnislehre
Platons Philosophie ist geleitet von der Suche nach dem ewig Wahren, der unveränderlichen Natur der Dinge, dem wirklichen Sein. Dabei geht es ihm vor allem um inhaltliche Urbegriffe, wie das Gerechte, Gute und Schöne. Diese nennt Platon Idee (idea, eidos). Sie sind geistige Wesenheiten und Kräfte, die jenseits der sinnlich-erfahrbaren Welt liegen, sich aber in der Welt als Vorbilder und Urbilder auswirken. Sie sind kein Produkt des Verstandes, können jedoch verstandesmäßig eingesehen werden. Platons erkennender Vernunftbegriff ist wie bei Sokrates ein „vernehmender“. Sokrates horchte und gehorchte in seinem Streben nach Weisheit eine sich ihm mitteilende innere Stimme göttlichen Ursprungs, dem daimonion. Dieser ist eine Gegeninstanz zum Ich mit seiner reinen „setzenden“ Rationalität. Diesen daimonion zu vernehmen, ist Sokrates zufolge Aufgabe der Philosophie: „Was meint der Gott damit? Worauf will er mich hinweisen? Schließlich weiß ich doch, dass ich weder viel noch wenig weiß! Und lügen wird er ja nicht, das ist ihm nicht erlaubt“.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen unterschiedlichen Verfassungsbestimmungen bezüglich eines Gottesbezuges in Europa und stellt die Forschungsfrage nach den zugrunde liegenden Weltanschauungen.
2. Was ist der Staat? Staatstheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe und historische Entwicklung der Staatstheorie von der Antike über theologische Ansätze bis hin zur Moderne.
3. Die konservative Weltanschauung: Der Autor definiert das konservative Weltbild, sein Menschenbild und die Bedeutung des Naturrechts als Gegenentwurf zur modernen säkularen Staatsauffassung.
4. Die Verfassung: Hier werden Funktion und Entstehung von Verfassungen sowie die Rolle der Präambel als Hüterin von Werten und kultureller Identität untersucht.
5. Die europäischen Verfassungstexte: Dieses Kapitel analysiert konkrete Verfassungsbeispiele verschiedener europäischer Staaten sowie die Debatte um einen Gottesbezug im EU-Verfassungsvertrag.
6. Die Argumentation um den Gottesbezug: Eine systematische Darstellung der Pro- und Contra-Argumente im Kontext der politischen Auseinandersetzung um eine Nennung Gottes.
7. Die Bedeutung der invocatio Dei: Der abschließende inhaltliche Teil diskutiert die Rolle der Religion als Grundlage des Staates und die Bedeutung einer christlich fundierten europäischen Identität.
8. Zusammenfassung & Fazit: Eine abschließende Reflektion über die Unauflösbarkeit der Verbindung von Politik und Werten sowie die Notwendigkeit einer religiös begründeten Ethik.
9. Dokumentation: Dieser Teil enthält ergänzende Stellungnahmen der Kirchen und ein Interview zum Thema Gottesbezug.
10. Quellen- und Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der herangezogenen Quellen, unterteilt in verschiedene Kategorien.
Gottesbezug, invocatio Dei, Verfassung, Politikwissenschaft, Staatstheorie, Konservatismus, Christentum, Naturrecht, Laizismus, Säkularisierung, Rechtsphilosophie, Wertegemeinschaft, europäische Identität, Religion, Gemeinwohl
Die Diplomarbeit untersucht das Verhältnis von Religion, Recht und Politik mit einem speziellen Fokus auf die Frage, warum einige europäische Verfassungen einen Gottesbezug enthalten und andere nicht.
Zentral sind die ideengeschichtlichen Grundlagen des Staates, die christliche Soziallehre, das konservative Weltbild im Vergleich zur Moderne sowie die politische Debatte um die europäische Verfassung.
Das Ziel ist die Erhellung der weltanschaulichen Hintergründe, die zur Formulierung von Verfassungen mit oder ohne Gottesbezug führen, um das Verständnis für die aktuelle politische Debatte zu schärfen.
Der Autor nutzt eine ideengeschichtliche und politikwissenschaftliche Herangehensweise, indem er bedeutende philosophische Strömungen analysiert und in Beziehung zu aktuellen Verfassungstexten setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Herleitung der Staatstheorien, eine Darstellung der konservativen Weltanschauung sowie eine umfassende Analyse der europäischen Verfassungspraxis hinsichtlich religiöser Bezüge.
Gottesbezug, Verfassung, Konservatismus, Christentum, Naturrecht, Laizismus und europäische Identität sind die maßgeblichen Begriffe.
Die Arbeit beleuchtet die Unterscheidung zwischen dem protestantischen Verständnis, das oft eine striktere Trennung von Regimentern (Zwei-Reiche-Lehre) betont, und der katholischen Soziallehre, welche auf das Gemeinwohl und die Subsidiarität in Kooperation mit der Kirche fokussiert.
Die Französische Revolution wird als wesentlicher Wendepunkt betrachtet, an dem der Laizismus als Modell zur Trennung von Religion und Politik durchgesetzt wurde, was nach Ansicht des Autors zur heutigen säkularen Krise beigetragen hat.
Sie wird als "Chiffre" für die Verpflichtung zu moralischem Handeln verstanden, die den Staat vor staatlichem Totalitarismus schützt und ihm ein Fundament außerhalb menschlicher Willkür verleiht.
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