Diplomarbeit, 2007
254 Seiten, Note: 2,3
1. Herleitung des Themas im Zusammenhang mit dem Diplomrahmenthema: „Produktionsbedingungen und Katalysatoren der Stadtentwicklung“
2. Kurzbeschreibung der organisierten Gruppenselbsthilfe (OGSH)
3. Theoretische Annäherung durch eine kurze Skizzierung des sozialwissenschaftlichen Kontextes
3.1. Individualisierung der Gesellschaft.
3.2. Nachbarschaft als eine Form der sozialen Netzwerke
3.3 Definition des Begriffes „Nachhaltige Nachbarschaft“
3.4. Individualisierungsprozesse, Nachbarschaft und OGSH im Zusammenhang
4. Verschiedene Formen der OGSH im Lauf der deutschen Geschichte
4.1. Die Genossenschaftsbewegung
4.2. Die Siedlerbewegung
4.3. Instandbesetzung
5. Die organisierte Gruppenselbsthilfe im Überblick
5.1 Die zwei Modelle der organisierten Gruppenselbsthilfe
5.1.1 Das Trägermodell
5.1.2 Das Initiativmodell
5.2 Die vier Phasen der OGSH
5.2.1 Vorbereitungsphase
5.2.2. Planungsphase
5.2.3 Bauphase
5.2.4 Die Wohnphase
5.3 Rechtsformen der Baugruppe
5.4 Prozessbeteiligte und Aufgabenfelder bei der OGSH
5.4.1 Die Baugruppe
5.4.2 Der Architekt
5.4.3 Die technische Baubetreuung
5.4.4. Wirtschaftliche Betreuung
5.4.5. Gruppenselbsthilfe-Betreuungsunternehmen
5.4.6. Die Gemeinde
5.5. Kostenaspekte der Gruppenselbsthilfe beim Bauprozess
4.5.1. Kostensparen durch Gruppenselbsthilfe
5.5.2. Kosten- und flächensparendes Bauen
5.5.3 Aufgabenfelder des Kostensparens
5.5.4 Der Kosten- und Finanzierungsplan
6. Grobstruktur des Untersuchungsvorhabens
6.1. Ziel
6.2. Weg
7. Hypothesenaufstellung und Forschungsfragen
7.1 Hypothese 1
7.2 Hypothese 2
7.3 Hypothese 3
7.4 Hypothese 4
7.5 Hypothese 5
7.6 Hypothese 6
7.7 Hypothese 7
7.8 Hypothese 8
7.9 Hypothese 9
8. Weg zur Erstellung narrativer Projektbeschreibungen
8.1 Wahlbegründungen des qualitativen Interviews
8.2 Die einzelnen Arbeitsschritte
8.2.1. Der Interviewleitfaden:
8.2.2 Die Interviewdurchführung
8.2.3 Transkription
8.2.4. Erstellung narrativer Projektbeschreibungen
9. Narrative Projektbeschreibungen
9.1. Projektbeispiel A
9.2. Projektbeispiel B
9.3. Projektbeispiel C
9.4. Projektbeispiel D
9.5. Projektbeispiel E
10. Hypothesenbewertung
10.1 Hypothese 1
10.2 Hypothese 2
10.3 Hypothese 3
10.4 Hypothese 4
10.5 Hypothese 5
10.6 Hypothese 6
10.7 Hypothese 7
10.8 Hypothese 8
10.9 Hypothese 9
11. Fazit
12. Zur Aktualität von nachhaltigen Nachbarschaften und gemeinschaftlich organisierten Wohnprojekten
Die Arbeit untersucht, inwieweit die organisierte Gruppenselbsthilfe (OGSH) die Entwicklung nachhaltiger Nachbarschaften fördern kann. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob durch gemeinschaftliche Wohnprojekte, die durch Eigenleistung und Mitbestimmung entstehen, soziale Zusammenhänge gestärkt werden und welche Rolle dabei die individuelle Lebensgestaltung in einer komplexer werdenden Gesellschaft spielt.
Die organisierte Gruppenselbsthilfe im Überblick
Nachdem eine kurze Beschreibung der OGSH, ein gesamtgesellschaftlicher Zusammenhang in einer eher abstrakteren und sehr allgemeinen Art und Weise vollzogen wurde, soll nun detaillierter auf diese eingegangen werden. In diesem Kapitel sollen die rechtlichen, finanztechnischen, organisationsspezifischen, planungsspezifischen und baubezogenen Besonderheiten des OGSH Modells vorgestellt werden. Es wird bei der OGSH immer davon ausgegangen, dass die Gruppe, die sich zum Ziel der Verwirklichung gemeinsamer Wohnvorstellungen zusammenfindet, auch immer bestimmte Bauarbeiten, sei es bei der Sanierung oder beim Neubau, in Eigenleistung erbringt. Prinzipiell ist es natürlich auch möglich, sämtliche Bauarbeiten an Baufirmen zu vergeben und trotzdem ein enges nachbarschaftliches Zusammenwohnen gemeinsam zu planen.
Der Versuch einen Überblick über die Einzelheiten der OGSH zu vermitteln, gestaltet sich schwierig, da versucht wird, nur die Prinzipien der OGSH herauszukristallisieren. Die Richtigkeit der getroffenen Aussagen ist in Bezug auf alle möglichen Erscheinungsformen der OGSH dann doch immer wieder im Einzelfall zu überprüfen. Es wird ansatzweise auf die einzelnen Gestaltungsformen der OGSH eingegangen, doch werden die möglichen Modelle und deren Varianten nicht explizit vorgestellt, sondern es werden Aussagen allgemeiner Art getroffen, um so den Grundprinzipien der OGSH und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten näher zu kommen.
Herleitung des Themas im Zusammenhang mit dem Diplomrahmenthema: „Produktionsbedingungen und Katalysatoren der Stadtentwicklung“: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Wohnraumbeschaffung ein und diskutiert das Spannungsfeld zwischen individualisierten Lebensstilen und der Notwendigkeit für soziale Bindungen in der Stadtplanung.
Kurzbeschreibung der organisierten Gruppenselbsthilfe (OGSH): Dieses Kapitel definiert die OGSH als handlungsorientierten Zusammenschluss von Menschen zur Realisierung gemeinsamer Wohnwünsche und hebt die Bedeutung der sogenannten „Muskelhypothek“ hervor.
Theoretische Annäherung durch eine kurze Skizzierung des sozialwissenschaftlichen Kontextes: Hier werden Theorien zur Individualisierung der Gesellschaft sowie zur Bedeutung von Nachbarschaft als soziale Netzwerke erläutert, um den soziologischen Hintergrund für Wohnprojekte zu liefern.
Verschiedene Formen der OGSH im Lauf der deutschen Geschichte: Ein geschichtlicher Abriss, der die Genossenschaftsbewegung, Siedlerbewegung und Instandbesetzung als historische Vorläufer der organisierten Gruppenselbsthilfe beleuchtet.
Die organisierte Gruppenselbsthilfe im Überblick: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Träger- und Initiativmodellen sowie den verschiedenen Phasen eines OGSH-Projektes, von der Vorbereitung bis zur Wohnphase.
Grobstruktur des Untersuchungsvorhabens: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Arbeit sowie den methodischen Weg, der sich auf qualitative Interviews stützt, um Hypothesen zur Nachhaltigkeit von Nachbarschaften zu überprüfen.
Hypothesenaufstellung und Forschungsfragen: Hier werden neun Hypothesen aufgestellt, die als Grundlage für die Untersuchung der Projektbeispiele dienen, unter anderem zur Bedeutung der Eigenleistung und zur Rolle der Gruppengröße.
Weg zur Erstellung narrativer Projektbeschreibungen: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode und der Arbeitsschritte bei der Erstellung narrativer Projektbeschreibungen.
Narrative Projektbeschreibungen: In diesem Teil werden fünf spezifische Projektbeispiele (A bis E) detailliert vorgestellt und analysiert.
Hypothesenbewertung: Die zentrale Auswertung, in der die aufgestellten Hypothesen anhand der Projektbeispiele bestätigt oder widerlegt werden.
Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Eignung der OGSH als Modell für nachhaltige Nachbarschaften.
Zur Aktualität von nachhaltigen Nachbarschaften und gemeinschaftlich organisierten Wohnprojekten: Abschließende Betrachtung, die den Fokus auf die Relevanz gemeinschaftlicher Wohnprojekte in der heutigen Gesellschaft legt.
Gruppenselbsthilfe, OGSH, nachhaltige Nachbarschaften, Wohneigentum, Muskelhypothek, Baugruppe, Stadtplanung, Gemeinschaftsgefühl, soziale Netzwerke, Individualisierung, Wohnprojekt, Partizipation, Eigenleistung, Bauprozess, Soziale Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht, wie durch organisierte Gruppenselbsthilfe im Wohnungsbau nachhaltige Nachbarschaften entwickelt und gefördert werden können.
Die zentralen Themen umfassen die soziologische Einordnung von Nachbarschaften, die Geschichte der Selbsthilfe im deutschen Wohnungsbau sowie eine detaillierte Analyse der Organisationsformen (Träger- vs. Initiativmodell) in Wohnprojekten.
Das Ziel ist zu klären, inwieweit das Modell der organisierten Gruppenselbsthilfe dazu beiträgt, nachhaltige soziale Strukturen im Wohnumfeld zu schaffen und ob dabei Unterschiede zwischen verschiedenen Projektmodellen bestehen.
Die Arbeit nutzt die Methode des qualitativen Interviews, um narrative Projektbeschreibungen von Bewohnern und Experten zu erstellen und diese zur Hypothesenbewertung heranzuziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Annäherung, einen historischen Abriss, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise, die Vorstellung konkreter Projektbeispiele und deren detaillierte Analyse und Bewertung.
Schlüsselbegriffe wie Gruppenselbsthilfe, Muskelhypothek, Baugruppe, Gemeinschaftsgefühl und Partizipation bilden das inhaltliche Fundament der Untersuchung.
Die Rechtsform (z.B. GbR, Genossenschaft) ist entscheidend für die Haftung, Kreditwürdigkeit und die Möglichkeiten der Mitbestimmung innerhalb der Gruppe, was maßgeblichen Einfluss auf das Gelingen des Projekts hat.
Während beim Trägermodell die Initiative und oft auch die Vorplanung von einem externen Bauträger ausgehen, beruht das Initiativmodell auf dem eigenständigen Zusammenschluss der Bewohner, was oft zeitaufwändiger, aber mit einem höheren Grad an Selbstbestimmung verbunden ist.
Erfolgsfaktoren sind unter anderem ein von Anfang an vorhandener Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen, eine intensive Planungsphase sowie eine engagierte Bauleitung und die Schaffung von Gemeinschaftsflächen.
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