Diplomarbeit, 2006
100 Seiten, Note: Sehr gut
1. Inhalt
2. Quellenlage und Vorwort
3. Einleitung
4. Situation 1934
4.1. Konzerthaus und Gemeinde Wien
4.2. Ständestaat und Deutsches Reich
5. Handelnde Personen
5.1. Philipp von Schoeller
5.2. Gottfried Schenker-Angerer
5.3. Armin Caspar Hochstetter
5.4. Friedrich Reidinger
6. Rund um den Anschluss
6.1. Veranstaltungen getarnter und ungetarnter Nationalsozialisten
6.2. Verkündung des Ergebnisses der Volksabstimmung
7. Nationalsozialistische Kulturpolitik
7.1. Subventionierung
7.2. Kraft durch Freude
7.3. Festivitäten
7.3.1. Mozart-Woche des Deutschen Reiches
7.3.2. Woche zeitgenössischer Musik
7.3.3. Feierstunden
8. Das Ende
8.1. Überblick über die Saison 1944-1945
8.2. Kämpfe in Wien
9. Ausblick
15. Anhang
15.1. Erklärung der kulturpolitischen Institutionen des deutschen Reiches
15.2. Erklärung der kulturpolitischen Institutionen der Gemeinde Wien
15.3. Aufbau der Wiener Konzerthausgesellschaft
Die Diplomarbeit untersucht die vielschichtigen Beziehungen zwischen der Wiener Konzerthausgesellschaft und den Nationalsozialisten im Zeitraum von 1934 bis 1945. Dabei wird insbesondere analysiert, wie trotz politischer Umbrüche, Repressalien und wirtschaftlicher Zwänge der Betrieb aufrechterhalten wurde, welche Rolle die handelnden Akteure spielten und wie die nationalsozialistische Kulturpolitik sowie deren Institutionen Einfluss auf den Spielplan und die wirtschaftliche Struktur des Konzerthauses nahmen.
4.1. Konzerthaus und Gemeinde Wien
Die schlechte wirtschaftliche Lage der Wiener Konzerthausgesellschaft wird im Protokoll der Direktionssitzung vom 2. März 1934 deutlich: „Finanzreferent berichtet über die äusserst ungünstige finanzielle Lage der Gesellschaft, die sich infolge des Ausfalles vieler Veranstaltungen durch die revolutionären Ereignisse ab 12. Februar und die Unterschlagungen des Beamten Mazanec sehr verschärft hat.“ Die Lage der Gesellschaft ist so angespannt, dass bei den Bezügen des Personals und den Separathonoraren fünf bis zwanzig Prozent gekürzt werden muss. Die Konzerthausgesellschaft erhofft sich daher finanzielle Erleichterungen durch die Gemeinde Wien. „Es wird auch berichtet, dass beim Bundeskommissär der Stadt Wien, Herrn Minister Schmitz, vorgesprochen wurde, um eine Befreiung oder Ermäßigung der Lustbarkeitssteuer und anderer Gemeindesteuern zu erreichen. Eine wohlwollende Berücksichtigung wurde in Aussicht gestellt.“ 1921 hatte sich die Gemeinde Wien neue Richtlinien zur Bewilligung von Subventionen gegeben. Dabei wurde beschlossen, dass das Geld der Gemeinde Wien nicht dazu da sei, irgendeiner politischen Richtung zur Verfügung gestellt zu werden. In der Praxis scheint es aber doch zur Bevorzugung einzelner politischer Vereine gekommen zu sein; für die Jahre bis 1931 wurde nämlich in der Gemeinde selbst keine Aufstellung über bewilligte Subventionen oder auch nur Empfänger der Subventionen geführt. Ab 1931 wurden dann Listen über die Empfänger der Zuwendungen angelegt. Leider geht aus ihnen nichts über die Höhe der Subventionen für die Wiener Konzerthausgesellschaft hervor. In der Generalversammlung des Vereines am 5. März 1932 entschuldigt sich der Vertreter der Gemeinde Wien, Gustav Scheu, dafür, „dass die Gemeinde – infolge des Beschlusses, keinerlei neue Subventionen in ihr Budget aufzunehmen – nicht in der Lage sei, die Konzerthausgesellschaft zu unterstützen.“
1. Inhalt: Auflistung der Kapitelstruktur der Diplomarbeit.
2. Quellenlage und Vorwort: Beschreibung der schwierigen Quellenlage und der zur Untersuchung herangezogenen Archive und Literatur.
3. Einleitung: Überblick über die wirtschaftliche Notlage und die ambivalenten Beziehungen der Konzerthausgesellschaft zum Nationalsozialismus vor und während des Anschlusses.
4. Situation 1934: Analyse der wirtschaftlichen Belastungen durch politische Unruhen und der Rolle der Gemeinde Wien.
5. Handelnde Personen: Porträt der Entscheidungsträger Philipp von Schoeller, Gottfried Schenker-Angerer, Armin Caspar Hochstetter und Friedrich Reidinger und ihrer Parteianbindung.
6. Rund um den Anschluss: Darstellung der Gleichschaltung von Organisationen und der Nutzung des Konzerthauses für politische Zwecke.
7. Nationalsozialistische Kulturpolitik: Untersuchung der Steuerung durch das Kulturamt und die "Kraft durch Freude"-Bewegung sowie Analyse der Festwochen.
8. Das Ende: Überblick über den Spielbetrieb unter Kriegsbedingungen, die "Theatersperre" und die kriegsbedingten Schäden am Gebäude.
9. Ausblick: Zusammenfassung der Situation nach April 1945 und der beginnenden "Entnazifizierung".
15. Anhang: Detaillierte Erläuterungen zu den kulturpolitischen Institutionen im Deutschen Reich und in Wien sowie zum Aufbau der Konzerthausgesellschaft.
Wiener Konzerthausgesellschaft, Nationalsozialismus, Kulturpolitik, Anschluss 1938, NS-Kultur, Kraft durch Freude, Philipp von Schoeller, Armin Caspar Hochstetter, Ständestaat, Gleichschaltung, Wiener Symphoniker, Mozart-Woche, Kriegsende 1945, Subventionierung, NS-Propaganda
Die Arbeit untersucht die Geschichte der Wiener Konzerthausgesellschaft im Zeitraum von 1934 bis 1945 und beleuchtet dabei, wie sich das Haus in der politisch schwierigen Zeit des österreichischen Faschismus und des anschließenden Nationalsozialismus behauptete.
Im Zentrum stehen die finanzielle Situation der Gesellschaft, der Einfluss der NS-Kulturpolitik auf den Spielbetrieb, das Agieren der handelnden Führungspersonen sowie die Rolle des Konzerthauses als Veranstaltungsort für politische Kundgebungen.
Das Ziel ist es, die vielschichtigen Beziehungen und Anpassungsstrategien der Konzerthausgesellschaft gegenüber dem NS-Regime aufzuzeigen und dabei auch das oft lückenhafte Archivmaterial kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Archivrecherche in verschiedenen Institutionen wie dem Wiener Stadt- und Landesarchiv, dem Archiv der Republik und dem Bundesarchiv Berlin, ergänzt durch die Auswertung zeitgenössischer Sekundärliteratur und Quellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Situation ab 1934, Biografien der zentralen Funktionäre, die Analyse der Veranstaltungsmieter, die Untersuchung der NS-Kulturpolitik (einschließlich "Kraft durch Freude") und die Dokumentation der Aktivitäten und Zerstörungen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wiener Konzerthausgesellschaft, Nationalsozialismus, Kulturpolitik, Anschluss, Gleichschaltung und Subventionierung.
Die NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" (KdF) war ein bedeutender Mieter, der in den Kriegsjahren maßgeblich zur Auslastung des Hauses und zu steigenden Mieteinnahmen beitrug, während die "kulturelle Sendung" der Stadt Wien oft propagiert wurde.
Der Autor zeigt auf, wie Akteure wie Schoeller, Schenker-Angerer und Hochstetter versuchten, ihre Karrieren und die Existenz der Gesellschaft durch geschickte Anpassung, Mitgliedschaften in NS-Organisationen und persönliche Netzwerke zu sichern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

