Magisterarbeit, 2002
98 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Grundlagen der Rekonstruktion
2.1. Die Phalanx als Grundlage antiker Kriegführung
2.2. Das Heerwesen der Römer im Zeitalter der Punischen Kriege
2.3. Das Heerwesen der Karthager
2.3.1. Afrikaner
2.3.2. Iberer
2.3.3. Kelten
3. Rekonstruktion der Schlacht
3.1. Zur Quellenlage
3.1.1. Überlieferungsgeschichte
3.1.2. Appian, Silius und Plutarch
3.1.3. Livius und Polybios
3.2. Die Schlacht nach Livius und Polybios
3.2.1. Operationen vor der Schlacht
3.2.2. Vorgänge auf dem Schlachtfeld
3.3. Fragen der Forschung
3.3.1. Lokalisierung des Schlachtfeldes
3.3.2. Kräfteverhältnis
3.3.3. Schlachtverlauf
3.3.4. Verluste
4. Gesamtbild der Schlacht
5. Schlußbetrachtung
7. Anlagen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Schlacht von Cannae (216 v. Chr.) unter kritischer Würdigung der antiken Quellen und militärgeschichtlicher Interpretationen. Das primäre Ziel besteht darin, eine fundierte Rekonstruktion des Schlachtverlaufs zu erstellen und dabei bestehende Unsicherheiten hinsichtlich der Quellenlage, der taktischen Organisation sowie der Kräfteverhältnisse kritisch zu hinterfragen.
3.1.1. Überlieferungsgeschichte
Bei Cannae bewegen wir uns auf vergleichsweise festem Boden. Obgleich zahlreiche Detailfragen unter Philologen recht kontrovers diskutiert worden sind, muß das Bemühen um deren Klärung zugunsten einer überblicksartigen Darstellung der Hauptstränge der Überlieferung zurücktreten. Zugang zur weiterführenden Beschäftigung bietet für die ältere Literatur die Dissertation von Bruno Kähler. Ausführlich wird das Quellenproblem in der Studie von Friedrich Cornelius behandelt. Eine knappe Zusammenfassung bietet Alfred Klotz.
Die Cannae-Überlieferung scheint auf drei Zeitzeugen zurückzugehen: Fabius Pictor, Silenos und Sosylos. Alle drei schrieben auf Griechisch. Alle drei sind verloren gegangen. Die Forschung meinte lange Zeit, zwei Überlieferungstraditionen ausmachen zu können. Eine römische in Gestalt des Geschichtswerkes von Fabius Pictor und eine karthagische, welche auf den Griechen Silenos zurückgeht. Sosylos meinte man verlässigen zu können, da sich Polybios an einer Stelle seines Geschichtswerkes in ausgesprochen abfälliger Weise über ihn äußert. H. Dessau hat hier viel zu einer differenzierteren Sicht beigetragen. Einerseits ist Sosylos als Geschichtsschreiber fraglos ein höherer Rang zuzuerkennen als man, durch Polybios beeinflußt, lange Zeit annahm, andererseits erscheint es fraglich, daß die auf den beiden Griechen fußende Überlieferung tatsächlich eine rein karthagische Tradition darstellt. Dessau hat gute Argumente vorgebracht, welche darauf schließen lassen, daß sie ebenfalls stark römischem Einfluß unterliegt. Neben diesen drei gab es zweifellos weitere Zeitzeugen, welche die Geschichte des 2. Punischen Krieges niederschrieben und deren Werke auch eine Schilderung von Cannae enthalten haben müssen. Keines ihrer Werke hat die Zeiten überdauert.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rezeption der Schlacht bei Cannae, insbesondere durch den Generalstabschef Alfred Graf Schlieffen und den Historiker Hans Delbrück, und begründet die Notwendigkeit einer quellenkritischen Neubewertung.
2. Grundlagen der Rekonstruktion: Dieses Kapitel erörtert die taktischen Voraussetzungen der antiken Kriegführung, insbesondere die Entwicklung der Phalanx, das römische Heerwesen im 3. Jh. v. Chr. und die karthagischen Militärstrukturen.
3. Rekonstruktion der Schlacht: Der Hauptteil analysiert die Quellenlage sowie die konkreten taktischen Operationen und Forschungsfragen zur Lokalisierung, zum Kräfteverhältnis und zum eigentlichen Schlachtverlauf.
4. Gesamtbild der Schlacht: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zu einem konsistenten Bild des taktischen Ablaufs zusammen, unter besonderer Berücksichtigung der Umfassungsbewegung.
5. Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der militärgeschichtlichen Bedeutung Cannae’s und zieht ein Fazit über die Validität der quellenkritischen Rekonstruktion.
7. Anlagen: Der Anhang enthält ergänzende Karten und Skizzen zur geographischen Situation und zur taktischen Aufstellung der Truppen bei Cannae.
Cannae, 216 v. Chr., Schlachtverlauf, Hans Delbrück, Polybios, Livius, Manipulartaktik, Phalanx, Hannibal, Umfassungsbewegung, Quellenkritik, Römische Legion, Karthagische Söldner, Heerwesen, Militärgeschichte
Die Arbeit widmet sich der militärgeschichtlichen Rekonstruktion und quellenkritischen Analyse der Schlacht von Cannae im Jahr 216 v. Chr.
Die Untersuchung umfasst die taktischen Grundlagen antiker Heere, die kritische Auswertung der antiken Geschichtsschreiber (vor allem Polybios und Livius) sowie die Analyse der strategischen und operativen Aspekte der Schlacht.
Ziel ist es, die teilweise widersprüchlichen antiken Berichte einer kritischen Prüfung zu unterziehen und ein plausibles Gesamtbild des tatsächlichen Schlachtverlaufs zu erstellen, losgelöst von späteren Mythenbildungen.
Die Arbeit nutzt die Methode der quellenkritischen Untersuchung und des historischen Vergleichs, wobei sie die militärgeschichtliche Fachliteratur (wie die von Delbrück oder Kromayer) in den Diskurs einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Quellen, eine Darstellung der taktischen Vorgänge (vor und während der Schlacht) sowie eine detaillierte Erörterung der forschungsrelevanten Probleme wie Lokalisierung, Truppenstärke und Verluste.
Cannae, Taktik, Quellenkritik, Polybios, Livius, Manipulartaktik, Umfassungsbewegung, Hannibal, Militärgeschichte.
Der Autor erkennt Delbrücks Verdienst an, die Schlacht im Kontext der allgemeinen Militärgeschichte und der Gesetzmäßigkeiten der Kriegführung analysiert zu haben, übt jedoch an seinen speziellen Rekonstruktionen (insbesondere zu den Zahlenverhältnissen) fachliche Kritik.
Da fast alle anderen Zeitzeugenberichte verloren sind, ist die Bestimmung des Wahrheitsgehalts und der Abhängigkeit dieser beiden Autoren die einzige Möglichkeit, den Ablauf der Ereignisse auf eine gesicherte Basis zu stellen.
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