Bachelorarbeit, 2004
42 Seiten, Note: 1,7
1. Kapitel: Theoretische Grundlagen
1.1 Vorüberlegungen
1.2 Merkmale legitimer Gewaltanwendung
1.3 Was ist Terrorismus? Abgrenzung und Arbeitsdefinition
2. Kapitel: Ursachen für die Entstehung der Hisbollah
2.1 Israelisch – palästinensischer Konflikt
2.2 Innerlibanesischer Konflikt
2.3 Mobilisierung der Schiiten und Gründung der Hisbollah
2.4 Entwicklung der Hisbollah bis Ende der 80er
3. Kapitel: Die Hisbollah bis Ta`if
3.1 Die Aktionen gegen Israel – Terrorismus oder Widerstand?
3.2 Die Aktionen gegen US – und Französische UN-Truppen – Terrorismus oder unkonventionelle Kriegsführung?
3.3 Geiselnahmen/Flugzeugentführungen – Terrorismus, Auftragsarbeit oder kriminelle Machenschaften?
4. Kapitel: Die Entwicklung der Hisbollah nach Ta`if
4.1 Abschied von der Revolution? Hisbollah als politische Partei
4.2 Sieg gegen Israel: die militärische Kapazität der Hisbollah
4.3 Nach dem Sieg: Welchen Weg nimmt die Hisbollah?
Schlussfolgerungen und Bewertung im Hinblick auf die Forschungsfrage
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hisbollah im Libanon vor dem Hintergrund des Terrorismusbegriffs. Ziel ist es, die historische Entwicklung der Organisation aus den regionalen Konflikten des Nahen Ostens herzuleiten und anhand einer erarbeiteten Arbeitsdefinition zu analysieren, ob die Hisbollah als Terrororganisation einzustufen ist oder ob sie als Widerstandsbewegung oder politische Partei agiert.
1.3 Was ist Terrorismus? – Abgrenzung und Arbeitsdefinition
Mit den im oberen Abschnitt festgelegten Merkmalen legitimer Gewaltanwendung haben wir bereits Terrorismus von Widerstand abgegrenzt. Allerdings wird dadurch der Begriff des Terrorismus noch nicht ausreichend erhellt. Zu unterschiedlich ist der öffentliche Gebrauch des Wortes und zu unterschiedlich sind die Phänomene die damit angesprochen werden sollen. Das liegt zum einen an der ideengeschichtlichen Entwicklung des Wortes, wie auch am politsch-instrumentellen Gebrauch und der stigmatisierenden Wirkung des Wortes.
Sinnvoll erscheint in einem ersten Schritt eine Trennung zwischen den Begriffen Terror und Terrorismus vorzunehmen. Beide werden zum Teil für die Bezeichnung des gleichen Phänomens benutzt, zum Teil werden damit aber auch völlig unterschiedliche Geschehnisse gemeint. In Anschluss an Hoffman ist es sinnvoll, Terror als staatliche Erscheinung gegenüber Terrorismus – ausgeübt von substaatlichen Gruppen – zu unterscheiden. Diese Trennung folgt einer Logik auch hinsichtlich der ideengeschichtlichen Bedeutung des Wortes. Terror ist eine Schöpfung der Französischen Revolution und bedeutete dort die Gewalt der, an die Macht gekommenen, Revolutionäre gegen die Vertreter der „alten Ordnung“. Terror wurde vom Staat bzw, den Herrschenden angewendet. In diesem Sinne besaß der Begriff für die Revolutionäre und ihre Anhänger eine positive Bedeutung, welche sich aber später ins Negative verkehrte.
1. Kapitel: Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet eine Arbeitsdefinition von Terrorismus, indem es ihn von legitimer Gewalt und Widerstand abgrenzt und als illegitime, politisch motivierte Kommunikationsstrategie substaatlicher Akteure bestimmt.
2. Kapitel: Ursachen für die Entstehung der Hisbollah: Hier werden die historischen Wurzeln der Hisbollah im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts, des libanesischen Bürgerkriegs und der schiitischen Mobilisierung untersucht.
3. Kapitel: Die Hisbollah bis Ta`if: Dieses Kapitel analysiert die gewaltsamen Aktionen der Hisbollah in den 1980er Jahren und hinterfragt kritisch, ob diese als Terrorismus oder als Reaktion auf Besatzung einzuordnen sind.
4. Kapitel: Die Entwicklung der Hisbollah nach Ta`if: Das Kapitel beleuchtet den Wandel der Hisbollah zur politischen Partei im Libanon und ihre militärische Stärkung nach dem Abkommen von Taif bis zum israelischen Rückzug im Jahr 2000.
Schlussfolgerungen und Bewertung im Hinblick auf die Forschungsfrage: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass eine pauschale Einordnung der Hisbollah schwierig ist, da sich ihre Rollen und Methoden über die Jahrzehnte grundlegend gewandelt haben.
Hisbollah, Terrorismus, Libanon, Nahostkonflikt, Widerstand, Radikalisierung, Guerillakrieg, politische Integration, Gewaltlegitimation, Sicherheitspolitik, Schiiten, Israel, internationale Beziehungen, Terrorgruppen, Transformation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen und politikwissenschaftlichen Einordnung der Hisbollah als Organisation und der Frage, inwiefern sie als Terrororganisation bezeichnet werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Gewaltlegitimation, der Geschichte des Nahostkonflikts und der Entwicklung der Hisbollah vom bewaffneten Akteur zur politischen Partei.
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Bezeichnung „Terrororganisation“ auf die Hisbollah zutrifft, basierend auf einer wissenschaftlich erarbeiteten Arbeitsdefinition.
Die Arbeit nutzt einen historischen Längsschnitt, um die Entwicklung der Hisbollah in verschiedenen Jahrzehnten zu analysieren und sie mit theoretischen Konzepten von Terrorismus abzugleichen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Entstehungsursachen, den militärischen Aktionen gegen Israel und UN-Truppen in den 80ern sowie der Transformation zur politischen Partei nach 1989.
Kernbegriffe sind Terrorismus, Hisbollah, Libanon, Widerstand und Systemintegration.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Terrorismusbegriff oft politisch instrumentalisiert wird und durch die weltpolitische Lage nach dem 11. September 2001 eine neue Dynamik in der Stigmatisierung oppositioneller Gruppen erfahren hat.
Die Integration erschwert die einfache Einstufung als „reine Terrorgruppe“, da die Hisbollah nun auch parlamentarische und soziale Funktionen ausübt, die untypisch für konspirative Terrorstrukturen sind.
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