Bachelorarbeit, 2004
21 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Die EU als Mehrebenensystem
1. Der EuGH und die Europäische Kommission
2. Pfadabhängigkeit
3. spillovers
4. Nichtstaatliche Akteure
5. Sozialpolitische Integration
5.1. Die Einführung der Gliedstaaten als autonome Entscheidungsträger
5.2. Gemeinsame Entscheidungsprozesse, Politikverflechtungen und Dilemmata
5.3. Neue Strategien & Mittel
III. Der Sozialstaat in der Mehrebenenpolitik
1. Aktive Sozialpolitik
2. Negative Integration
2.1. Koordination und Freizügigkeit der Arbeitnehmer
3. Mittelbare Zwänge der Dienstleistungfreiheit
IV. Europäische Sozialstaatlichkeit unter globalem Druck
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen für die Sozialstaatlichkeit in Europa unter dem Einfluss der europäischen Integration und des gesellschaftlichen Wandels. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Veränderung der nationalen sozialstaatlichen Steuerungsspielräume innerhalb eines supranationalen Mehrebenensystems und die daraus resultierenden Konsequenzen für die soziale Absicherung.
II. DIE EU ALS MEHREBENENSYSTEM
Pierson und Leibfried analysieren die Europäische Union als ein Mehrebenen – System, in das europäische Sozialpolitik eingebettet ist. Sie grenzen dieses Mehrebenen – Verständnis immer wieder zu einer intergouvernementalistischen Sichtweise ab, welche die EU eher noch als Bündnis von Staaten betrachtet, ohne eine eigenständige Ebene. Das sei mit dem beschleunigten Integrationsprozess seit der EEA 1987 nicht mehr der Fall, vielmehr trage die EU immer mehr Merkmale einer supranationalen Einrichtung mit einer zentralen, eigenständigen Ebene in einem Mehrebenensystem staatlichen Handelns.
Diese Ebene sei noch schwach entwickelt, doch schon so weit, dass sie bei wissenschaftlichen Arbeiten zu nationalen Sozialpolitiken inzwischen systematisch berücksichtigt werden müsse. Man gibt zu, dass die „Soziale Dimension“ noch in den Anfängen steckt und lenkt ein Verständnis von Sozialpolitik mit der Definition von T.H. Marshall in breitere Bahnen. So sei zum Beispiel Umverteilungspolitik auf EU – Ebene ein Zeichen dafür, dass das soziale Europa bereits heute existiert. Die Autoren sehen Ähnlichkeiten der EU zu anderen Mehrebenensystemen wie den USA, Kanada oder der BRD. Interessant an dieser Stelle wäre darauf hinzuweisen, dass diese Systeme nicht nur ihrer institutionellen Struktur nach ähnlich sind, sondern sich auch in ihrer politischen und gesellschaftlichen Kultur ähneln. Das zu vertiefen dürfte jedoch in eine andere Diskussion führen, der Begriff „Ähnlichkeit“ ist hier vielleicht in zweierlei Hinsicht treffend. Die Autoren sehen jedenfalls einen Zusammenhang zwischen Entscheidungsprozessen in Mehr-ebenensystemen und den Folgen für Sozialpolitik.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Sozialstaatlichkeit in Europa angesichts der EU-Erweiterung, der Währungsunion und der komplexen Verflechtung zwischen nationalen Systemen und europäischer Integration.
II. Die EU als Mehrebenensystem: Dieses Kapitel definiert die EU als supranationales Mehrebenensystem, in dem Institutionen wie der EuGH eine zentrale Rolle bei der Einschränkung nationaler Handlungsspielräume einnehmen.
III. Der Sozialstaat in der Mehrebenenpolitik: Hier werden die Prozesse der aktiven Sozialpolitik, der negativen Integration und der Dienstleistungsfreiheit analysiert, welche die Souveränität nationaler Wohlfahrtsstaaten zunehmend aushöhlen.
IV. Europäische Sozialstaatlichkeit unter globalem Druck: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der Unmöglichkeit der Rückkehr zu nationalen Alleingängen und plädiert für eine offene Mehrebenennetzwerkgesellschaft als Antwort auf globale Herausforderungen.
Sozialstaatlichkeit, Europäische Integration, Mehrebenensystem, Europäischer Gerichtshof, Sozialpolitik, Supranationalität, negative Integration, Dienstleistungsfreiheit, Wohlfahrtsstaat, Globalisierung, Governance, Institutionen, Europäische Union, Sozialrecht, Politikverflechtung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für die nationalen Sozialstaaten innerhalb des europäischen Integrationsprozesses und die sich wandelnden Machtverhältnisse zwischen der europäischen und der nationalen Ebene.
Die Schwerpunkte liegen auf der institutionellen Struktur der EU, dem Einfluss supranationaler Akteure wie dem EuGH, der Dynamik zwischen Marktintegration und Sozialpolitik sowie den Auswirkungen des globalen Wettbewerbs.
Die Arbeit untersucht, wie die fortgeschrittene europäische Integration und das Mehrebenensystem den Spielraum nationaler Wohlfahrtsstaaten einschränken und welche Konsequenzen sich daraus für die soziale Absicherung ergeben.
Es wird ein theoretischer Rahmen des soziologischen Institutionalismus gewählt, um die Strukturierungswirkung von Institutionen auf soziales Verhalten und politisches Handeln in Europa zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der EU als Mehrebenensystem, die Auswirkungen von Koordinierung und Dienstleistungsfreiheit auf nationale Sozialpolitik sowie die Transformation der Wohlfahrtsstaaten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mehrebenensystem, Sozialstaat, Europäische Integration, negative Integration, Supranationalität und regulatorischer Wettbewerb.
Der EuGH wird als aktiver, vorwärtstreibender Akteur beschrieben, der durch seine Rechtsprechung die Integration durch Recht vorantreibt und somit maßgeblich zur Aushöhlung nationaler Souveränität im Sozialbereich beiträgt.
Negative Integration bezeichnet die Umdefinition sozialpolitischer Standards, um diese für den europäischen Markt kompatibel und portabel zu machen, was häufig zu einer Deregulierung führt.
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