Magisterarbeit, 1998
124 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Reflexives und nicht-reflexives Possessivpronomen: eine Skizze
1.2 Ziel und Skopus der Arbeit
1.3 Struktur der Arbeit
2 Über Reflexivität und reflexive Possessivpronomina
2.1 Semantische, morphologische und explizite Reflexivität
2.2 Explizite reflexive Konstruktion und reflexives Possessivpronomen
2.2.1 Das Instrumentarium zur Beschreibung
2.2.2 Syntaktische Ähnlichkeiten zwischen possessiven und personalen Reflexivpronomina
2.2.3 Morphologische Ähnlichkeiten zwischen possessiven und personalen Reflexivpronomina
2.3 Reflexive Possessivpronomina in den nordgermanischen Sprachen und in den Sprachen der Welt: ergänzende Hinweise
3 Die Syntax des reflexiven Possessivpronomens im Schwedischen
3.1 Charakterisierung der ausgewerteten Literatur
3.2 Zur Reichweite der reflexiven Possessivpronomina: Bezugsrahmen und Prädikation
3.3 Nicht-prototypische Bezugsrahmen des reflexiven Possessivpronomens
3.3.1 Konstruktionen mit Nomen actionis
3.3.2 Konstruktionen mit Nomen agentis
3.3.3 Konstruktionen mit attributiver Adjektiv- oder Partizipphrase
3.3.4 Konstruktionen mit med-Attribut
3.3.5 Konstruktionen mit Apposition
3.3.6 Konstruktionen mit Komparativausdruck
3.3.7 Konstruktionen mit Infinitivphrase
3.3.8 Konstruktionen mit Prädikativphrase
3.3.9 Konstruktionen mit Nicht-Subjekt-Satzgliedern - ohne Prädikation
3.3.10 Konstruktionen mit „unechten“ Präpositionen
3.3.11 Konstruktionen mit 2 finiten Sätzen
3.4 Ergänzende Beobachtungen zum prototypischen Bezugsrahmen
3.4.1 Präsentierungskonstruktion
3.4.2 Markierte Reihenfolge von Korrelat und reflexivem Possessivpronomen
3.5 Zusammenfassung: syntaktische Präferenzen und Restriktionen
3.5.1 Syntaktische Präferenzen: Zur Effektivität der nicht-prototypischen Bezugsrahmen
3.5.2 Syntaktische Restriktionen: Hierarchien der möglichen Korrelate von reflexiven Possessivpronomina
4 Jenseits der Syntax
4.1 Semantische Faktoren: Belebtheit des Possessors
4.1.1 Hierarchie der möglichen RP-Korrelate vs. Hierarchie der syntaktischen Funktionen
4.1.2 Der Test von DAHL 1980
4.1.2.1 Testaufbau
4.1.2.2 Testergebnisse
4.2 Zur Bedeutung der Textgrammatik
4.2.1 HELLBERGs Begriff des Textsubjekts
4.2.1.1 Empathie nach KUNO & KABURAKI 1977 bzw. KUNO 1987
4.2.1.2 Von der Empathie zum Textsubjekt
4.2.1.3 Merkmale von Textsubjekten
4.2.1.4 Auswirkungen von Textsubjekten auf reflexive Possessivpronomina
4.2.2 Prominenter Partizipant
4.3 Weitere nicht-syntaktische Faktoren: die Umstände der Äußerung
5 Ergebnisse und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Syntax und die funktionalen Rahmenbedingungen reflexiver Possessivpronomina im Schwedischen. Das primäre Ziel ist es, die Subjektsregel durch eine detaillierte Analyse der nicht-prototypischen Bezugsrahmen zu erweitern und Faktoren jenseits der Syntax, wie Textgrammatik und Belebtheit, zu identifizieren, die den Gebrauch von reflexiven und nicht-reflexiven Possessivpronomina steuern.
3.3.1 Konstruktionen mit Nomen actionis
Konstruktionen mit einem Nomen actionis zählen zu den wichtigsten und mit am häufigsten genannten „Ausnahmen von der Subjektsregel“ in der ausgewerteten Literatur. Nur in den insgesamt knappen Darstellungen von NYLUND-BRODDA & HOLM 1972, TINGBJÖRN 1979 und LJUNG & OHLANDER 1988 wird dieser Typ nicht genannt.
Der Bezugsrahmen ist bei diesen Konstruktionen eine komplexe NP. Mit Satz (3.10) als Beispiel (aus TELEMAN et al. (in Vorb.):§87) werden die Bezüge im einzelnen erläutert.
Ein nicht-prototypischer Bezugsrahmen des RP wird im folgenden durch Unterstreichung gekennzeichnet.
(3.10) Pers generositet mot sina vänner var välkänd.
‘Pers Großzügigkeit seinen Freunden gegenüber war wohlbekannt.’
Kopf der NP ist ein relationales Substantiv, „das eine Aktion, einen Vorgang, einen Zustand oder eine Eigenschaft angibt“ (ÅKERMALM 1972:112; meine Übersetzung), im Beispiel (3.10) generositet ‘Großzügigkeit’. Vereinfachend werden solche Substantive im folgenden unter der Bezeichnung Nomen actionis zusammengefaßt.
Das RP steht in einem postnuklearen PP-Attribut (mot sina vänner ‘gegen RP.PL Freund.PL’). Korrelat des RP ist das pränukleare Genitivattribut, im Beispiel Pers ‘Per.GEN’, „das semantisch an das Subjekt im entsprechenden finiten Satz erinnert” (TELEMAN et al. (in Vorb.):§87).
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Distribution von reflexiven und nicht-reflexiven Possessivpronomina jenseits einfacher Subjektsregeln zu untersuchen und die methodischen Grundlagen zu klären.
2 Über Reflexivität und reflexive Possessivpronomina: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe der Reflexivität und vergleicht das reflexive Possessivpronomen mit personalen Reflexivpronomina, wobei das morphosyntaktische Instrumentarium zur Beschreibung eingeführt wird.
3 Die Syntax des reflexiven Possessivpronomens im Schwedischen: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Syntax, wobei der Schwerpunkt auf den zahlreichen nicht-prototypischen Bezugsrahmen liegt, die von der klassischen Subjektsregel abweichen.
4 Jenseits der Syntax: Das Kapitel untersucht Faktoren jenseits der rein syntaktischen Struktur, darunter semantische Aspekte wie Belebtheit sowie textgrammatische Einheiten wie Textsubjekt und prominenter Partizipant.
5 Ergebnisse und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und Ansätze für zukünftige Untersuchungen aufgezeigt, insbesondere im Hinblick auf Typologie und Sprachperzeption.
reflexives Possessivpronomen, nicht-reflexives Possessivpronomen, schwedische Grammatik, Syntax, Koreferenz, Subjektsregel, Bezugsrahmen, Nomen actionis, Empathie, Textsubjekt, prominenter Partizipant, Belebtheit, Sprachgebrauch, Korrelat
Die Arbeit untersucht die syntaktische und funktionale Verteilung der zwei schwedischen Possessivpronomina (reflexiv vs. nicht-reflexiv) im Kontrast zum Deutschen und anderen Sprachen.
Die Themenfelder umfassen die Syntax schwedischer Pronomina, die Abgrenzung von Bezugsrahmen in komplexen Sätzen sowie den Einfluss semantischer und textgrammatischer Faktoren auf die Pronomenwahl.
Ziel ist es, die oft unzureichende „Subjektsregel“ durch eine umfassende Analyse komplexer syntaktischer und pragmatischer Strukturen abzulösen, um eine präzisere Vorhersage über den korrekten Pronomengebrauch zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Auswertung vorhandener schwedischer Fachliteratur, ergänzt durch Informantengespräche und die Analyse von Korpusdaten.
Im Hauptteil (Kapitel 3 und 4) wird detailliert dargestellt, wie verschiedene Konstruktionen (z.B. mit Nomen actionis, Infinitivphrasen oder Passiv) als eigene Bezugsrahmen fungieren und welche Rolle der Kontext für die Koreferenz spielt.
Die zentralen Begriffe sind: Reflexives Possessivpronomen, Syntax, Bezugsrahmen, Koreferenz, Textsubjekt und semantische Belebtheit.
Im Gegensatz zum Deutschen erlaubt das Schwedische keine Ambiguität beim Possessivpronomen in 3. Person-Kontexten; die Wahl des Pronomens ist ein entscheidender Hinweis darauf, wer der Besitzer ist.
Sie erklären, warum ein reflexives Possessivpronomen auch dann gebraucht werden kann, wenn das Korrelat nicht das direkte Satzsubjekt ist, was für das Verständnis komplexer schwedischer Sätze essenziell ist.
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