Diplomarbeit, 2007
149 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Motivation
1.2 Ziel der Arbeit und Gliederung
2 Corporate Governance und ihre Regulierung
2.1 Abgrenzung des Begriffs Corporate Governance
2.2 Aufgaben und Ziele der Corporate Governance
2.2.1 Principal-Agent-Theorie und Asymmetrische Informationsverteilung
2.2.2 Unternehmenswertsteigerung durch Senkung von Agency-Kosten
2.2.3 Notwendigkeit von Regulierung
2.3 Regulierung der Corporate Governance
2.3.1 Sarbanes-Oxley Act of 2002
2.3.1.1 Historische Entwicklung und Zielsetzung
2.3.1.2 Geltungsbereich
2.3.1.3 Abschnitte und Maßnahmen
2.3.1.3.1 Abschnitt I: Public Company Accounting Oversight Board
2.3.1.3.2 Abschnitt II: Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer
2.3.1.3.3 Abschnitt III: Audit Committee
2.3.1.3.4 Abschnitt III: Disclosure Controls and Procedures
2.3.1.3.5 Abschnitt IV: Offenlegungspflichten für Finanzinformationen
2.3.1.3.6 Abgrenzung zwischen Section 302 und 404
2.3.2 Regulierung der Corporate Governance in der EU
2.3.3 Regulierung der Corporate Governance in Deutschland
2.3.4 Regulierungen im internationalen Vergleich
3 Controlling
3.1 Herleitung des Begriffs Controlling
3.2 Aufgaben und Ziele des Controlling
3.3 US-amerikanisches vs. deutsches Controllingverständnis
4 Internes Kontrollsystem und Risikomanagement
4.1 Begriffsabgrenzungen
4.1.1 Internes Kontrollsystem (IKS)
4.1.2 Risikomanagement und Risikocontrolling
4.2 Rahmenwerke
4.2.1 Rahmenwerke im Überblick
4.2.2 COSO I als Rahmenwerk für das interne Kontrollsystem
4.2.3 COSO II als Rahmenwerk für das Risikomanagement
4.2.4 Anwendung von Rahmenwerken in der Praxis
5 Auswirkungen der Regulierungen auf das Controlling
5.1 Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act
5.1.1 Auswirkungen auf Bedeutung und Aufgaben des Controlling
5.1.1.1 Einrichtung eines SOA-konformen internen Kontrollsystems
5.1.1.2 Einrichtung von Kontrollen und Verfahren zur Offenlegung
5.1.1.3 Durchführung von Prüfungsmaßnahmen
5.1.1.4 Bewertungsaufgaben
5.1.1.4.1 Bewertung von Vermögen
5.1.1.4.2 Bewertung außerbilanzieller Transaktionen
5.1.1.4.3 Bewertung von Pro-forma-Erfolgsmaßen
5.1.1.5 Zunehmende Bedeutung der internen Beratung
5.1.1.6 Steuerung von Outsourcing-Beziehungen
5.1.2 Auswirkungen auf die Organisation des Controlling
5.1.2.1 Aufbauorganisation und Zentralisierung
5.1.2.2 Technologie und Automatisierung
5.1.2.3 Verbesserung der Planungsqualität
5.1.2.4 Beschleunigung von Abschluss-Prozessen
5.1.3 Auswirkungen auf genutzte Controlling-Instrumente
5.1.4 Personelle und arbeitsrechtliche Auswirkungen
5.2 Auswirkungen europäischer und deutscher Regulierungen
5.2.1 Zunehmende Bedeutung des Risikomanagement
5.2.2 Informationsversorgung des Aufsichtsrates
5.2.3 Anwendung der internationalen Rechnungslegungsstandards
5.2.4 Änderungen der externen Berichterstattung
6 Komplementäre Funktion von Controlling und Regulierungen der Corporate Governance
6.1 Controlling als Ergänzung von Regulierungen
6.2 Nutzen für das interne Kontrollsystem
6.3 Nutzen für das Risikomanagement
6.4 Synergieeffekte durch Koordination verschiedener Regulierungen
6.5 Optimierung von Geschäftsprozessen
6.6 Grenzen des Nutzens für die Corporate Governance
7 Schlussbetrachtungen
7.1 Zusammenfassung der Erkenntnisse
7.2 Fazit und weiterer Forschungsbedarf
Diese Arbeit erforscht die Auswirkungen regulatorischer Bestimmungen – insbesondere des Sarbanes-Oxley Act – auf das Controlling in deutschen Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, die Rolle des Controllings als Träger des internen Rechnungswesens im Kontext der Unternehmenssteuerung neu zu bewerten, da dieses bisher in der Diskussion um Corporate Governance weitgehend vernachlässigt wurde.
2.3.1 Sarbanes-Oxley Act of 2002
In den Jahren 2001 und 2002 wurden in den USA bei dem Energieunternehmen Enron und dem Mobilfunkbetreiber MCI Worldcom massive Bilanzmanipulationen aufgedeckt, die letztlich zur Insolvenz dieser Unternehmen und zu massiven Kapitalverlusten der Investoren führten. Die Arbeitnehmer verloren neben ihren Arbeitsplätzen auch die Grundlage ihrer Altersversorgung, die auf Investitionen in Unternehmensanteile basierte. Als Folge dieser Skandale war das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der US-Wirtschaft und des Kapitalmarktes stark erschüttert. Um dieses Vertrauen wiederherzustellen wurde nach einem sehr kurzen Gesetzgebungsverfahren am 30. Juli 2002 der Sarbanes-Oxley Act of 2002 (SOA) verabschiedet. Da in den USA keine einheitlichen Regelungen zum Gesellschaftsrecht existieren, erfolgt die Regulierung der Corporate Governance hauptsächlich über das Kapitalmarktrecht, das nun durch den SOA erheblich verschärft wurde.
Dieses Artikelgesetz soll die Richtigkeit und Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung erhöhen und so den Anlegerschutz verbessern. Hauptansatzpunkte der Bestimmungen sind die Intensivierung der internen Dokumentationen und Kontrollen, zusätzliche Offenlegungspflichten, eine verschärfte persönliche Haftung des Managements sowie die Sicherstellung der Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer einschließlich der Aufgabe der bisherigen Selbstregulierung dieses Berufsstandes in den USA.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, die aus Bilanzskandalen resultiert, und Beschreibung des Ziels der Arbeit, die Rolle des Controllings bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen zu untersuchen.
2 Corporate Governance und ihre Regulierung: Definition der Corporate Governance und Überblick über die wichtigsten internationalen Regulierungsmaßnahmen, mit besonderem Fokus auf den Sarbanes-Oxley Act.
3 Controlling: Definition des Controllings und Gegenüberstellung der unterschiedlichen Controlling-Verständnisse in den USA und Deutschland.
4 Internes Kontrollsystem und Risikomanagement: Erläuterung dieser beiden Kernkonzepte der Corporate Governance sowie der Anwendung internationaler Rahmenwerke wie COSO.
5 Auswirkungen der Regulierungen auf das Controlling: Analyse, wie regulatorische Bestimmungen (speziell SOA) die Aufgaben, die Organisation und die Instrumente des Controllings direkt beeinflussen.
6 Komplementäre Funktion von Controlling und Regulierungen der Corporate Governance: Untersuchung des Potenzials des Controllings, Regulierungen nicht nur umzusetzen, sondern durch Synergien und Prozessoptimierung als wertschöpfendes Instrument zu nutzen.
7 Schlussbetrachtungen: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Corporate Governance, Sarbanes-Oxley Act, Controlling, Internes Kontrollsystem, Risikomanagement, Finanzberichterstattung, Unternehmenssteuerung, Compliance, COSO, Kapitalmarkt, IFRS, Bilanzskandale, Rechnungslegung, Organisation, Prozessoptimierung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der strengen Regulierungen der Corporate Governance auf die tägliche Arbeit und die strategische Ausrichtung des Controllings in deutschen Unternehmen.
Die Arbeit beleuchtet primär den Sarbanes-Oxley Act, das Interne Kontrollsystem (IKS), Risikomanagement, die Rolle des Controllings als interner Berater und die Integration internationaler Rechnungslegungsstandards.
Das Hauptziel besteht darin, die Rolle des Controllings als Träger des internen Rechnungswesens im Kontext aktueller regulatorischer Reformen neu zu bestimmen, da es oft als bloße unterstützende Abteilung gesehen wurde, aber eine Schlüsselrolle bei der Einhaltung von Vorgaben spielt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zum Thema Corporate Governance, ergänzt durch die Auswertung von Praxisberichten und empirischen Studien, um die tatsächlichen organisatorischen Auswirkungen in Unternehmen aufzuzeigen.
Der Hauptteil analysiert konkret, wie regulatorische Bestimmungen die Organisation, die eingesetzten Controlling-Instrumente und das arbeitsrechtliche Umfeld beeinflussen, und diskutiert, wie Controlling-Systeme dazu beitragen können, regulatorische Anforderungen effizienter zu erfüllen.
Die wichtigsten Begriffe sind Corporate Governance, Sarbanes-Oxley Act, Controlling, Internes Kontrollsystem (IKS), Risikomanagement und Unternehmenssteuerung.
Das COSO-Rahmenwerk dient als etablierter Standard für die Einrichtung und Bewertung des IKS. Obwohl der SOA keine explizite Anwendung vorschreibt, hat es sich für deutsche Unternehmen, die dem SOA unterliegen, als Benchmark durchgesetzt.
Weil es durch seine Koordinations- und Steuerungsfunktion dazu beiträgt, bei der Erstellung von Planungen und Berichten sicherzustellen, dass das Management seine strategischen Ziele im Rahmen der regulatorischen und ethischen Vorgaben erreicht und nicht nur kurzfristigen opportunistischen Interessen folgt.
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