Diplomarbeit, 2006
74 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Allgemeine Grundlagen zur Korruption
2.1 Bedingungen für Korruption
2.1.1 Verschiedene Ansätze der Korruption
2.1.2 Mikroökonomische Modelle
2.1.3 Makroökonomische Modelle
2.1.4 Soziologische Modelle
2.2 Korruption in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
2.2.1 Prinzipal – Agent – Modell
2.2.2 “Grand Corruption” und “Petty Corruption”
2.3 Auswirkungen der Korruption
2.3.1 Auswirkungen in der Gesellschaft
2.3.2 Auswirkungen in der Wirtschaft
2.4 Maßnahmen gegen Korruption
2.4.1 Lohnanpassung
2.4.2 Aufdeckung der Korruption
2.4.3 Personalrotation
3 Wirtschaftliche Folgen der Korruption
3.1 Verringerung der Produktivität
3.1.1 Verringerung der Nettokapitalimporte
3.1.2 Schäden durch Korruption
3.2 Wirksamkeit der Korruptionsbekämpfung
3.3 Müllskandal in Köln
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 wirtschaftliche Folgen
4 Korruption in der Europäischen Union am Beispiel Italien
4.1 Korruption in Italien
4.1.1 Entwicklung des politischen Systems
4.1.2 Beispiele wirtschaftlicher Korruption
4.1.3 Kampf gegen die Korruption
4.2 Vergleich Italien und Deutschland
5 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Korruption in Politik und Wirtschaft, mit einem besonderen Fokus auf Deutschland und einem rechtsvergleichenden Blick auf Italien. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Gründen für die Entstehung von Korruption, deren messbaren wirtschaftlichen Auswirkungen sowie der Wirksamkeit verschiedener Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen in einem modernen demokratischen Umfeld.
2.1.2 Mikroökonomische Modelle
Bei den wirtschaftlichen Ansätzen bezieht sich die Wissenschaft auf mikroökonomische Ansätze. Hier gibt es unter anderen das Modell der Wettbewerbskonstellationen und das Modell der Warteschlange.
Bei der Wettbewerbskonstellation geht das Modell davon aus, dass bei einer großen Auswahl von Anbietern eines vollständig homogenen Gutes die Chance der Korruption sehr gering ist. Wenn es weniger Anbieter oder steigende Produktdifferenzen gibt, führt dies dazu, dass die Häufigkeit korrupten Handelns steigt. Gerade wenn auf der einen Seite ein schneller Abschluss des Vertrages angestrebt wird, die andere Seite aber keinen Zeitdruck verspürt, ist die Chance der Korruption am größten. Der Teilnehmer, der auf eine schnelle Einigung drängt, versucht durch Bestechung die Zeit bis zur Entscheidungsfindung zu verkürzen und den Zuschlag zu erhalten.
In dem Modell der Warteschlangen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Unternehmen versuchen, durch Bestechung ihre Position in der Schlange zu verbessern. Es gilt nicht das Prinzip „First come, first serve“, sondern je höher die Korruptionsleistung, desto früher ist man an der Reihe. Gerade beim Erwerb von Lizenzen oder Vergünstigungen ist dieses Modell zu beobachten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Korruption ein, beleuchtet das gestiegene wissenschaftliche Interesse seit den 1990er Jahren und steckt die Forschungsziele für die Analyse in Deutschland und Italien ab.
2 Allgemeine Grundlagen zur Korruption: Dieses Kapitel definiert Korruption, stellt verschiedene soziologische sowie ökonomische Erklärungsansätze vor und erläutert das Prinzipal-Agent-Modell als analytisches Instrument.
3 Wirtschaftliche Folgen der Korruption: Hier werden die negativen Auswirkungen auf die Produktivität, Nettokapitalimporte und das Preissystem untersucht, ergänzt durch die Fallstudie zum Kölner Müllskandal.
4 Korruption in der Europäischen Union am Beispiel Italien: Das Kapitel analysiert das italienische Parteiensystem und die Korruptionsstrukturen (Correnti), um den Vergleich zum deutschen System zu ziehen.
5 Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtungen fassen die Ergebnisse zusammen und betonen, dass eine wirksame Korruptionsbekämpfung vor allem von der Erhöhung der Entdeckungswahrscheinlichkeit abhängt.
Korruption, Prinzipal-Agent-Modell, Grand Corruption, Petty Corruption, Wirtschaftskriminalität, Wettbewerbsverzerrung, Transaktionskosten, Müllskandal, Transparenz, Korruptionsbekämpfung, Nettokapitalimporte, CPI, Parteiensystem, Mani Pulite, Schattenwirtschaft
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Grundlagen, Auswirkungen und Bekämpfungsmöglichkeiten von Korruption, primär mit Blick auf Deutschland und Italien.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsmodellen der Korruption, den wirtschaftlichen Folgen, der Analyse von Korruptionsbekämpfung sowie dem Vergleich nationaler Korruptionsstrukturen.
Das Ziel ist es, die Komplexität von Korruption aufzuzeigen, ihre wirtschaftlichen negativen Effekte zu belegen und die Wirksamkeit aktueller Bekämpfungsstrategien kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine institutionenökonomische Analyse, stützt sich auf theoretische Modelle (wie das Prinzipal-Agent-Modell) und zieht empirische Studien sowie Fallbeispiele zur Untermauerung heran.
Der Hauptteil behandelt die ökonomischen Determinanten, die Folgen wie Wettbewerbsverzerrung und Markteintrittsbarrieren sowie die Effektivität von Maßnahmen wie Personalrotation und Lohnanpassung.
Kernbegriffe sind Korruption, Prinzipal-Agent-Modell, Transaktionskosten, Wettbewerbsverzerrung und Korruptionsprävention.
Der Müllskandal dient als praktisches Beispiel für die Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Verwaltung und zeigt, wie durch fehlende Kontrollen und Kartellbildung immense wirtschaftliche Schäden entstehen.
Italien dient als Kontrast, um unterschiedliche Ausprägungen und historische Entwicklungen korrupter Netzwerke (z.B. das Correnti-System) und den Umgang der Justiz damit aufzuzeigen.
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