Diplomarbeit, 2006
119 Seiten, Note: gut
Einleitung
Teil 1 Demographie
Kapitel 1 Demographische Situation
1.1 Definition Demographie
1.2 Demographische Daten
1.3 Internationaler Vergleich
1.4 Effekte des demographischen Wandels
Kapitel 2 Auswirkungen
2.1.1 Auswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
2.1.2 Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung (GRV)
2.1.3 Auswirkungen auf die gesetzliche Pflegeversicherung (GPV)
2.2 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft
2.3 Auswirkungen auf die Kommunen
Zwischenfazit 1
Teil 2 Forschungsfrage 1: Wieso sind die deutschen Geburtenraten so niedrig?
Kapitel 3 Gründe für geringe Fertilitäten
3.1 Sozialer Wandel
3.2 Wirtschaft
3.3 Schlechte Kinderbetreuungsmöglichkeiten
3.4 Kinder als öffentliches Gut durch Einführung der GRV
3.5 „Hotel Mama“
3.6 Mehrdimensionale Kontextgebundenheit und Wunschbiographie
Zwischenfazit 2
Teil 3 Forschungsfrage 2: Wie können die Geburtenraten wieder erhöht werden?
Kapitel 4 Definitionen
4.1 Definition von Familie
4.2 Definition von Politik
4.3 Definition von Familienpolitik
Kapitel 5 Notwendigkeit, Aufgaben und Ziele von Familienpolitik
Kapitel 6 Maßnahmendarstellung
6.1 Normen des Ehe-, Familien-, Jugend- und Mutterschutzrechts
6.2 Familienlastenausgleich (FLA), Familienleistungsausgleich
6.2.1 Steuerliche Absetzbarkeit
6.2.2 Kindergeld
6.2.3 Kinderzuschlag
6.3 Erziehungsgeld
6.4 Erziehungsurlaub/ Elternzeit
6.5 Erziehungsjahre
6.6 Bereich sozialer Sicherung
6.6.1 Hinterbliebenenrente
6.6.2 Familienleistungen im Rahmen der GKV
6.7 Bereich Wohnen
6.7.1 Wohngeld
6.7.2 Eigenheimzulage
6.7.3 Kinderzuschuss bei der Eigenheimzulage
6.7.4 Bausparförderung/Wohnungsbauprämiengesetz
6.7.5 Soziale Wohnraumförderung
6.8 Bereich Erziehungshilfen, Ausbildungsförderung
6.8.1 Erziehungshilfen
6.8.2 Ausbildungsförderung
6.9 Sonstige
6.9.1 Das Unterhaltvorschussgesetz
6.9.2 Preis- und Tarifermäßigung
6.9.3 Förderung der Familienerholung
6.10 Zusammenfassung der Maßnahmen
Kapitel 7 Akteure und Kompetenzen der Familienpolitik
7. 1 Bund, Länder und Kommunen als öffentliche Träger
7. 1. 1 Kommunen
7. 1. 2 Länder
7. 1. 3 Bund
7. 2 Nichtöffentliche Träger
Kapitel 8 Bundesdeutsche Familienpolitik in der Chronologie
8.1 Ära Wuermeling
8.2 Familienminister Heck- leichtes Umdenken
8.3 Familienpolitik in der sozial- liberalen Koalition
8.4 Christlich- liberale Familienpolitik
8.5 Rückblick auf 50 Jahre Familienpolitik
Kapitel 9 Evaluation der Reichweite der Maßnahmen- die Problematik der Familienpolitik
9.1 Das familiale Handlungsumfeld als Entscheidungsindikator
9.2 Mangelndes Zusammenwirken von Ziel, Maßnahme und Wirkung
9.3 Föderalismus als Reformbremse
9.4 Evaluation der Maßnahmen im Hinblick auf Geburtensteigerung
9.4.1 Bereich der Rechtsnormen
9.4.2 Leistungen des FLAs
9.4.3 Maßnahmenpaket Erziehungsgeld, Erziehungsurlaub und Erziehungsjahre
9.4.4 Bereich der sozialen Sicherung
9.4.5 Bereich Wohnen
9.4.6 Bereich Erziehungshilfen/ Ausbildungsförderung
9.4.7 Bereich Sonstiges
Kapitel 10 Familienpolitik und ihre Leistungen im europäischen Vergleich
10.1 Kindergeld
10.2 Erziehungsgeld und Erziehungsurlaub
10.3 Ehe- und/oder familienbezogene Besteuerung
10.4 Kinderbetreuung und Frauenerwerbstätigkeit
Kapitel 11 Schweden, Frankreich und Italien im Blickpunkt
11.1 Schweden- die Leidenschaft zur Gleichstellung
11.2 Frankreich- der Blick auf Kinder
11.3 Italien- ein Blick in den Spiegel
11.4 Vergleich
11.5 Zusammenfassung
Kapitel 12 Reformvorschläge
12.1 Hohe finanzielle Unterstützung bei Erwerbsunterbrechung
12.2 Ausbau der Kinderbetreuung
12.3 Qualitätskontrollen
12.4 Einbindung der Kinderbetreuung in den Bildungszweig
12.5 Einführung einer Familienkasse
Kapitel 13 Erörterung der Forschungsfragen
Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den demographischen Wandel in Deutschland, insbesondere die Problematik der geringen Fertilitätsraten, und analysiert die Handlungsmöglichkeiten der deutschen Familienpolitik, um diese Entwicklung durch geeignete Maßnahmen positiv zu beeinflussen.
1. 4 Effekte des demographischen Wandels
Mäding (2004, 86) unterscheidet acht Effekte des demographischen Wandels, die sich durch die Veränderungen der Verhältnisse von Geburten, Todesfällen und Wanderungen ergeben. Der erste Wandel betrifft das nationale Bevölkerungsvolumen. Die Geburtenraten sind seit Jahrzehnten zu niedrig, um die Reproduktion der Bevölkerung gewährleisten zu können. Folglich ist die Sterberate höher als die Geburtenrate. Der zweite Effekt betrifft die Migration. Zwischen 1960 und 2000 lag der durchschnittliche jährliche Wanderungssaldo bei rund 250.000 Personen. Das heißt, dass eine Gesellschaft, die konstant genauso viele Geburten- wie Todesfälle verzeichnet, jährlich um durchschnittlich 250.000 Menschen wächst (Vgl. Mäding, 2004, 86).
Aus den ersten beiden Trends ergibt sich der dritte Trend des stetigen Anstiegs der Gesamtbevölkerung aufgrund der hohen Zuwanderungsraten. Die Schrumpfung der deutschen Bevölkerung als Konsequenz der niedrigen Geburtenraten wird durch sie verschleiert (siehe Abbildung 5). Allerdings wird die Bevölkerung zwischen 2010 und 2020 zu schrumpfen beginnen, da die Wanderungen ins Inland abnehmen. Das Statistische Bundesamt (2003) geht in der mittleren Variante der „10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung“ davon aus, dass sich die Bevölkerung ab 2012 dezimieren wird (Vgl. Mäding, 2004, 86).
Kapitel 1 Demographische Situation: Definition der demographischen Grundlagen und Darstellung der Bevölkerungsentwicklung sowie der aktuellen Fertilitätsdaten in Deutschland.
Kapitel 2 Auswirkungen: Analyse der Folgen des demographischen Wandels für die Sozialversicherungssysteme, den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und die Kommunen.
Kapitel 3 Gründe für geringe Fertilitäten: Erörterung der Ursachen für den Geburtenrückgang, darunter sozialer Wandel, wirtschaftliche Faktoren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Kapitel 4 Definitionen: Klärung der Begriffe Familie, Politik und Familienpolitik als theoretische Basis für die Untersuchung.
Kapitel 5 Notwendigkeit, Aufgaben und Ziele von Familienpolitik: Untersuchung der staatlichen Verantwortung und der Ziele familienpolitischer Interventionen.
Kapitel 6 Maßnahmendarstellung: Umfassende Aufarbeitung der bestehenden familienpolitischen Instrumente in Deutschland, von Steuervorteilen bis zu Erziehungshilfen.
Kapitel 7 Akteure und Kompetenzen der Familienpolitik: Analyse der Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen sowie nichtöffentlicher Akteure.
Kapitel 8 Bundesdeutsche Familienpolitik in der Chronologie: Historischer Rückblick auf 50 Jahre familienpolitischer Entwicklung in Deutschland.
Kapitel 9 Evaluation der Reichweite der Maßnahmen- die Problematik der Familienpolitik: Untersuchung der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen im Hinblick auf Geburtensteigerung.
Kapitel 10 Familienpolitik und ihre Leistungen im europäischen Vergleich: Vergleichende Analyse der Familienförderung in ausgewählten europäischen Staaten.
Kapitel 11 Schweden, Frankreich und Italien im Blickpunkt: Detaillierter Blick auf unterschiedliche familienpolitische Modelle und ihre Erfolge bei der Geburtenrate.
Kapitel 12 Reformvorschläge: Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Familienpolitik.
Kapitel 13 Erörterung der Forschungsfragen: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen der Diplomarbeit.
Demographischer Wandel, Familienpolitik, Fertilitätsraten, Geburtenrückgang, Kinderbetreuung, Sozialversicherung, Elterngeld, Familienleistungsausgleich, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehungsgeld, Europa-Vergleich, Bevölkerungsentwicklung, Alterssicherung, Bildungsförderung, Reformmaßnahmen.
Die Arbeit analysiert den demographischen Wandel in Deutschland, die Ursachen für die niedrigen Geburtenraten und die Möglichkeiten einer effektiven Familienpolitik.
Zentrale Felder sind die demographische Analyse, die Folgen für Sozialsysteme und Wirtschaft sowie die Evaluation staatlicher familienpolitischer Maßnahmen.
Das Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die deutsche Familienpolitik zu erarbeiten, um die Geburtenraten nachhaltig zu erhöhen.
Es handelt sich um eine umfangreiche Literaturanalyse, die durch Vergleiche mit europäischen Nachbarländern ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Demographie, eine Ursachenanalyse für geringe Fertilitäten, eine detaillierte Darstellung der Instrumente der Familienpolitik sowie eine Evaluation und Reformdiskussion.
Wichtige Begriffe sind Demographischer Wandel, Fertilitätsrate, Familienleistungsausgleich, Kinderbetreuung und Generationenvertrag.
Das Modell setzt voraus, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit für eine lange Zeit unterbrechen, was angesichts heutiger Karriereanforderungen und Lebensentwürfe oft zum Karriereverlust führt.
Da Deutschland föderal geprägt ist, führt die Kompetenzverteilung auf verschiedene Ebenen zu Reibungsverlusten; eine zentrale Stelle nach französischem Vorbild könnte mehr Transparenz und Effizienz schaffen.
Länder mit erfolgreicher Familienpolitik, wie Schweden oder Frankreich, setzen stark auf ein breites, staatlich unterstütztes Angebot an ganztägigen Betreuungseinrichtungen, was Deutschland in dieser Form fehlt.
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