Bachelorarbeit, 2006
64 Seiten, Note: 1,6
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 Die alttestamentlichen Schriften und ihre Davidfigur
3 Die Davidfigur in Matthias Hermanns Gedichten
3.1 „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“
3.1.1 Die Hochzeitsnacht - einseitig oder vielfältig?
3.2 Vergleichende Untersuchungen der Darstellung der Hochzeitsnacht in den ausgewählten literarischen Werken
3.2.1 Die Brautgabe
3.2.2 Die Homoerotik zwischen Jonathan und David
3.2.3 Ergebnisse der Untersuchungen
3.3 „König Dawid“
3.3.1 Der König und seine „wahre Herrschaft“
3.4 Vergleichende Untersuchungen der Darstellung der Krönung Davids in den ausgewählten literarischen Werken
3.4.1 Verrat und Mord vor Davids Krönung
3.4.2 Verrat und Mord nach Davids Krönung
3.4.3 Ergebnisse der Untersuchungen
4 Entmonumentalisierung der Davidfigur
5 Schlussbemerkung
Ziel der Arbeit ist eine eigenständige literaturwissenschaftliche Analyse der Davidfigur in den Gedichten von Matthias Hermann unter Einbeziehung vergleichender Aspekte aus Stefan Heyms "Der König David Bericht" und Grete Weils "Der Brautpreis". Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die kritische Auseinandersetzung mit der biblischen Überlieferung und die gezielte Entmonumentalisierung der Davidgestalt durch die Autoren.
Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter
Meine Taube,
sprach Dawid
Und beringte mich
Mit den Vorhäuten der
Philister.
Meine Finger
Schwollen.
Dawid lächelte;
Packte meine 10
Gliedchen um
Seins und träumte so
Schrill: Ja, Jonatan,
Ja …
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der biblischen Davidfigur ein und stellt Matthias Hermanns lyrische Auseinandersetzung mit dieser Gestalt als Forschungsgegenstand vor.
2 Die alttestamentlichen Schriften und ihre Davidfigur: Das Kapitel erläutert die biblischen Grundlagen und die unterschiedlichen Übersetzungsansätze, die als Basis für die Untersuchung der Davidgeschichte dienen.
3 Die Davidfigur in Matthias Hermanns Gedichten: Dieser Hauptteil analysiert die zwei ausgewählten Gedichte Hermanns und vergleicht diese kritisch mit den Romanen von Heym und Weil.
4 Entmonumentalisierung der Davidfigur: Das Kapitel diskutiert, wie die Autoren durch die Herausarbeitung von Ambivalenzen und Erzähllücken das heroische Bild Davids dekonstruieren und entmythologisieren.
5 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass die Autoren die Davidfigur gezielt nutzen, um etablierte Machtkonstellationen und biblische Überlieferungen kritisch zu hinterfragen.
Davidfigur, Matthias Hermann, Stefan Heym, Grete Weil, Biblische Rezeption, Entmonumentalisierung, Hochzeitsnacht, Brautgabe, Verrat, Mord, Homoerotik, Judentum, Literaturwissenschaft, David und Jonathan, Erzählperspektive.
Die Arbeit untersucht, wie deutsch-jüdische Autoren wie Matthias Hermann, Stefan Heym und Grete Weil die biblische Figur des Königs David literarisch verarbeiten und neu interpretieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung von Machtmissbrauch, dem Verhältnis von Privatleben und Politik (z. B. Hochzeitsnacht, Brautgabe) sowie homoerotischen Aspekten der Davidfigur.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Autoren durch eine kritische Dekonstruktion der biblischen Überlieferung eine Entmonumentalisierung der klassischen Heldenfigur "David" vollziehen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche, vergleichende Analyse durchgeführt, die die Gedicht- bzw. Romanstrukturen in einen direkten Bezug zur biblischen Textvorlage setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen von Hermanns Gedichten und deren Vergleich mit ausgewählten Romanen, wobei Aspekte wie die Krönung Davids, der Verrat und die Machtmethoden detailliert untersucht werden.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Entmonumentalisierung, Davidmythos, literarische Rezeption, Machtkritik und jüdische Identität gekennzeichnet.
Michal fungiert als zentrale Ich-Erzählerin in den untersuchten Romanen und als reflektierende Instanz, die durch ihren kritischen Blick die Egozentrik Davids entlarvt.
Sie wird als politisches Machtinstrument Sauls und als Zeichen für Davids gewalttätige, eigennützige Natur interpretiert, das die Beziehung zwischen David und Michal nachhaltig belastet.
Die Autorin deutet diese als Reaktion auf die Ambiguität biblischer Texte und sieht darin ein Mittel der Autoren, Davids monumentale, traditionell heldenhafte Darstellung zu unterlaufen.
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