Examensarbeit, 2006
101 Seiten
Einleitung
1. Ästhetische Experimente
1.1. Das Wesen des Experiments
1.2. Ästhetik
1.2.1. Ästhetische Objekte
1.2.2. Ästhetische Wahrnehmung und Erfahrung
1.2.3. Erkennen und Ästhetik
1.2.4. Hässlich oder Schön
1.2.5. Ästhetische Praxis
1.3. Das ästhetische Experiment
1.3.1. Das ästhetische Experiment - eine begriffliche Annährung
1.3.2. Das Experiment als ästhetische Handlungsform zur Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses
1.3.3. Das ästhetische Experiment in und mit Musik
2. Wie lernen wir?
2.1. Behavioristische Ansätze
2.1.1. Latentes Lernen
2.1.2. Leistung nicht gleich Lernerfolg
2.2. Kognitivistische Ansätze
2.2.1. Lernen am Modell
2.2.2. Lernen durch Einsicht
2.2.3. Modell der Entwicklungsstufen nach Piaget
2.3. Konstruktivistische Ansätze
2.3.1. Der konstruktivistische Lernbegriff
2.3.2. Sozialer Konstruktivismus
2.3.3. Entdeckendes Lernen
2.4. Musiklernen
2.5. Das ästhetische Experiment im Auge der Lerntheorie
3. Abschließende Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht das „ästhetische Experiment“ als Modell und Gegenstand für den Musikunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, lerntheoretisch zu begründen, wie durch ein solches experimentelles Vorgehen eigenständige Lernprozesse initiiert und die individuellen Möglichkeiten sowie Grenzen einer Integration in den Schulalltag ausgelotet werden können.
Gedichtbehandlung
Heut haben wir ein Gedicht durchgenommen. Zuerst hat’s der Lehrer vorgelesen, da ist es noch sehr schön gewesen.
Dann sind fünf Schüler drangekommen, die mussten es auch alle lesen; das war recht langweilig gewesen.
Dann mussten drei Schüler es nacherzählen – für eine Note; sie hatten noch keine, da verlor das Gedicht schon Arme und Beine.
Dann wurde es auseinander genommen Und jeder Vers wurde einzeln besprochen. Das hat dem Gedicht das Genick gebrochen.
„Warum tat der Dichter dies Wort wählen? Warum benutzte er jenes nicht?“ Und schließlich: „Was lehrt uns das Gedicht?“
Dann mussten wir in unsere Hefte eintragen: Das Gedicht ist ab Montag aufzusagen. Die ersten Fünf kommen dran.
Mich hat das zwar nicht weiter gestört; Ich hab das Gedicht so oft heut gehört, dass ich es jetzt schon auswendig kann.
Aber viele machten lange Gesichter Und schimpften auf das Gedicht und den Dichter. Dabei war das Gedicht zunächst doch sehr schön.
So haben wir oft schon Gedichte behandelt. So haben wir oft schon Gedichte verschandelt. So sollen wir lernen, sie zu verstehen.
Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung, das ästhetische Experiment als Modell für den Musikunterricht der Sekundarstufe I zu beleuchten.
1. Ästhetische Experimente: Analyse der grundlegenden Begrifflichkeiten von Experiment und Ästhetik sowie die Einordnung des ästhetischen Experiments in den musikalischen Kontext.
2. Wie lernen wir?: Untersuchung maßgeblicher Lerntheorien – Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus – im Hinblick auf ihre Relevanz für das Musiklernen und experimentelle Ansätze.
3. Abschließende Diskussion: Evaluierung der gewonnenen Erkenntnisse zur Reform von Musikunterricht und Bewertungskultur unter Berücksichtigung lerntheoretischer Prinzipien.
Ästhetisches Experiment, Musikunterricht, Sekundarstufe I, Lerntheorien, Konstruktivismus, Kognitivismus, Behaviorismus, Musiklernen, Ästhetische Erfahrung, Problemlösendes Lernen, Experimentelle Musik, Feedbackverfahren, Handlungsorientierung, Entdeckendes Lernen, Wissenskonstruktion
Die Arbeit analysiert das Potenzial des „ästhetischen Experiments“ als Modell und Unterrichtsgegenstand für den Musikunterricht in der Sekundarstufe I.
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen des ästhetischen Erlebens, aktuelle lerntheoretische Paradigmen sowie deren praktische Anwendung auf die Vermittlung von experimenteller Musik.
Ziel ist es, den Nutzen des ästhetischen Experiments als Methode zur Förderung aktiven Lernens zu begründen und Möglichkeiten einer Abkehr von rein leistungsorientierten Bewertungssystemen aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Diskussion fachdidaktischer sowie lernpsychologischer Konzepte, ergänzt durch die Reflexion aktueller musikpädagogischer Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Begriffsanalyse, eine lerntheoretische Einordnung sowie eine spezifische Übertragung dieser Erkenntnisse auf den Musikunterricht und die Problematik von Leistungsbewertungen.
Wesentliche Begriffe sind Ästhetisches Experiment, Konstruktivismus, Musiklernen, aufgabenorientiertes Lernen und subjektive Erfahrung.
Der Autor kritisiert, dass traditionelle Zensuren (Leistungsorientierung) den Lernprozess hemmen und Schüler dazu verleiten, sich egozentrisch an äußeren Maßstäben statt am eigentlichen Erkenntnisgewinn zu orientieren.
Es wird favorisiert, da es den Lernenden als aktiv konstruierendes Subjekt begreift und das Experimentieren nicht als bloßes Ausprobieren, sondern als notwendigen Prozess zur individuellen Wissensaneignung integriert.
Experimentelle Musik dient als idealer Gegenstand, da sie konventionsfrei ist und den Schülern einen größtmöglichen Spielraum für eigenes schöpferisches Handeln und individuelle ästhetische Erfahrungen bietet.
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