Doktorarbeit / Dissertation, 2001
252 Seiten, Note: gut
1. Vorbemerkung
2. Einleitung
2.1 Forschungsüberblick
2.2 Begriffsbestimmungen
2.3 Methodik
2.4 Zur Problematik der sozialwissenschaftlichen Interpretation sprachwissenschaftlicher Beobachtungen
2.5 Textauswahl
3. Das Verfahren zur Implementierung von Vorurteilen, dargestellt am Roman Blutender Sommer von Hans Roselieb (1938/1939)
3.1 Inhalt, Aufbau und Form des Romans
3.2 Analyse des Textes Blutender Sommer von Hans Roselieb - inhaltliche Dimension
3.2.1 Figurenkonzepte (nach Erscheinen)
3.2.1.1 Gerhardo Baroja
3.2.1.2 Isabella Baroja y Bender
3.2.1.3 Castelar
3.2.1.4 Frau Ybarres
3.2.1.5 Schuhputzer
3.2.1.6 Maja
3.2.1.7 Tante Margit (Sponholz)
3.2.1.8 Ulrich Schnaebele
3.2.1.9 Onkel Sponholz
3.2.1.10 Die Spanier
3.2.1.11 Kommunisten bzw. Anarchisten
3.2.1.12 Velarde
3.2.1.13 Gonzales Quesada
3.2.1.14 Donna Juana
3.2.1.15 Don Juan Piquer
3.2.1.16 Wirt (in Illescas)
3.2.1.17 Die Juden
3.2.1.18 Pater Benito Arasol (Illescas)
3.2.1.19 Antonio Xamete (Ortskommandant)
3.2.1.20 Die Amme Barbara
3.2.1.21 Wirtin (Toledo)
3.2.1.22 Don Alvaro de Tavera (Polizeichef von Toledo)
3.2.1.23 Don Alvaros Sekretär
3.2.1.24 Lucio Erecachu
3.2.2 Die Di-(Tri-)chotomie als inhaltliche Kategorie
3.2.3 Die ideologische Zielsetzung des Romans
3.2.3.1 Konflikte
3.2.3.2 Die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft
3.2.3.3 Nationalsozialistische Ideologie
3.2.3.4 Ideologische Ausschlußverfahren zur Erzeugung von Feindbildern
3.2.3.5 Der voluntaristische Mensch
3.2.3.6 Das spezifische Frauenbild
3.3 Analyse des Textes Blutender Sommer von Hans Roselieb - formal-ästhetische Dimension
3.3.1 Inhaltsbezogene Formalia
3.4 Sprache und Propaganda: Das Konzept der Emotionalisierung eines politisch-ideologischen Textes
3.4.1 Elemente realistischen Erzählens
3.4.2 Der Figurenkonflikt als Schnittstelle bei der Emotionalisierung eines politisch-ideologischen Textes
3.4.2.1 Die sprachlich-formale Realisierung des Figurenkonflikts
3.4.3 Dramatisierung und emotional-suggestive Steigerung des Textgeschehens - inhaltliche Dimension
3.4.4 Dramatisierung und emotional-suggestive Steigerung des Textgeschehens - formale Dimension
4. Das Verfahren zur Implementierung von Vorurteilen, dargestellt am Roman Grüne Oliven und nackte Berge von Eduard Claudius (1939/1940)
4.1 Inhalt, Aufbau und Form des Romans
4.2 Erste interpretatorische Ansätze
4.3 Die Analyse des Textes Grüne Oliven und nackte Berge von Eduard Claudius - inhaltliche Dimension
4.3.1 Figurenkonzepte (nach Erscheinen)
4.3.1.1 Die Kommunisten
4.3.1.2 Jak Rohde (alias Arno, Ernest)
4.3.1.3 Albert Kühne
4.3.1.4 Alter Italiener
4.3.1.5 Paul
4.3.1.6 Samuel Fischbein
4.3.1.7 Thea
4.3.1.8
4.3.1.9 Adam
4.3.1.10 Kommandant Max
4.3.1.11 Politkommissar Franz
4.3.1.12 Brigadekommandant
4.3.1.13 Transportleiter Otto
4.3.1.14 Wilhelm Völkel
4.3.1.15 Der einarmige Bettnachbar (Paris)
4.3.1.16 Kommunistische Gegenfiguren (insbesondere zu Jak)
4.3.1.16.1 Leutnant Martin Müller
4.3.1.16.2
4.3.1.16.3 Feldwebel Karl
4.3.1.16.4 Der Murrende/Das Frettchen
4.3.1.16.5 Klaus Becker
4.3.1.17 Die Spanier
4.3.1.17.1 Der Sonderfall
4.3.1.17.2 Miguel, Chato, José Fernandez, Pedro
4.3.1.17.3 Der Mann, dessen Dorf aus Steinen naher Berge aus dem Aragon gebaut war
4.3.1.18 Bürgerliche Figuren (Madrider Etappe)
4.3.1.18.1 Chiquita (Bordellmutter)
4.3.1.18.2 Luisa
4.3.1.19 Die Anarchisten/Kommandant der Caserna National
4.3.1.20 Die Falangisten/Nazis/
4.3.1.21 Die Deutschen
4.3.1.22 Die Franzosen
4.3.1.22.1 Mädchen (Paris)
4.3.1.22.2 Die Frau (Paris)
4.3.1.22.3 René
4.3.1.22.4 Die Vertreter der Geheimpolizei
4.3.1.22.5 Madame Rozat
4.3.1.22.6 Monsieur Rozat
4.3.1.22.7 Alte
4.3.1.22.8 Wahnsinniger
4.3.1.23 Die Engländer
4.3.1.24 Die Russen/Rußland
4.3.2 Die Di-(Tri-)chotomie als inhaltliche Kategorie
4.3.3 Die ideologische Zielsetzung des Romans
4.3.3.1 Konflikte
4.3.3.2 Das spezifische Frauenbild
4.3.3.3 Der Pazifismus
4.3.3.4 Die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft
4.3.3.5 Ideologische Ausschlußverfahren zur Erzeugung von Feindbildern
4.4 Die Analyse des Textes Grüne Oliven und nackte Berge von Hans Roselieb - formal-ästhetische Dimension
4.4.1 Inhaltsbezogene Formalia
4.4.1.1 Formen des Exkurses
4.4.1.2 Profanierung und Ästhetisierung
4.4.1.3 Erzählerische Brüche
4.5 Sprache und Propaganda: Das Konzept der Emotionalisierung eines politisch-ideologischen Textes
4.5.1 Elemente realistischen Erzählens
4.5.1.1 Die Darstellung der physiologischen Reaktionen der Figuren
4.5.1.2 Die Darstellung des sinnlichen Wahrnehmungsvermögens der Figuren
4.5.1.3 Accessoires
4.5.2 Der Figurenkonflikt als Schnittstelle bei der Emotionalisierung eines politisch-ideologischen Textes
4.5.2.1 Die sprachlich-formale Realisierung des Figurenkonflikts
4.5.3 Dramatisierung und emotional-suggestive Steigerung des Textgeschehens - inhaltliche Dimension
4.5.4 Dramatisierung und emotional-suggestive Steigerung des Textgeschehens - formale Dimension
5. Ergebnisdarstellung und Zusammenfassung
6. Literatur- und Medienverzeichnis
Die vorliegende Dissertation untersucht die rhetorische und sprachliche Konstruktion von Vorurteilen in der deutschen Literatur über den Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). Ziel der Arbeit ist es, durch eine sprachkritische Analyse sowohl völkisch-nationaler als auch republikanisch-kommunistischer Romane aufzuzeigen, wie literarische Mittel zur ideologischen Indoktrination, zur Erzeugung von Feindbildern und zur psychologischen Beeinflussung der Leserschaft eingesetzt wurden.
3. Das Verfahren zur Implementierung von Vorurteilen, dargestellt am Roman Blutender Sommer von Hans Roselieb (1938/1939)
„‘Alles weltgeschichtliche Geschehen ist nur eine Äußerung des Selbsterhaltungstriebes der Rassen.` Solche Sätze haben eine große Suggestionskraft. Wer sie liest, hat das Gefühl, daß ihm plötzlich ein Licht aufgeht: Das Verworrene wird einfach, das Schwierige leicht.“
Der vollständige Titel des im Rahmen dieses Abschnittes als Ausgangstext gewählten Romans von Hans Roselieb lautet Blutender Sommer - Roman aus dem Spanischen Bürgerkrieg, in dem die Geschichte vom Ausbruch des Spanischen Krieges und den politisch-ideologischen Strudel, in den die handlungstragenden Protagonisten geraten, erzählt wird.
Isabella Baroja, Tochter eines Madrider Kaufmanns und Medizinstudentin in Deutschland, besucht während der Sommerferien ihren Vater Gerhardo. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es im Zuge der Revolution zur Denunziation ihres Vaters bei den republikanischen Behörden. Dieser, von der verschmähten Verehrerin Frau Ybarres des Komplotts gegen die neuen Machthaber bezichtigt, flüchtet aus Angst vor Verfolgung aus der Stadt und läßt seine Tochter zurück. Durch die Mithilfe des Pensionsmädchens Maja gelingt Isabella noch rechtzeitig die Flucht vor der republikanischen Geheimpolizei. Unterstützt wird sie dabei durch ihren Jugendfreund Uli, der sich in Isabella verliebt hat und die Gunst der Stunde dazu nutzen will, ihr durch sein heroisches Verhalten seine inzwischen erworbene Reife zu demonstrieren. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Isabellas Vater, der inzwischen Toledo erreicht hat, wo er sich von seinem Freund und Geschäftspartner Velarde Geld für seine weitere Flucht besorgen will.
1. Vorbemerkung: Einführung in die historischen Hintergründe und das Spannungsfeld des Spanischen Krieges als Thema der Exilliteratur.
2. Einleitung: Darstellung des Forschungsstandes zur Exilliteratur und Diskussion der Rolle der Ideologien von Faschismus und Bolschewismus.
3. Das Verfahren zur Implementierung von Vorurteilen, dargestellt am Roman Blutender Sommer von Hans Roselieb (1938/1939): Analyse der Figuren, der Erzählweise und der rhetorischen Mittel in Roseliebs Roman zur Vorurteilsgenerierung.
4. Das Verfahren zur Implementierung von Vorurteilen, dargestellt am Roman Grüne Oliven und nackte Berge von Eduard Claudius (1939/1940): Untersuchung der Mechanismen der Idealisierung und Feindbildkonstruktion in Claudius' Roman unter Anwendung der zuvor entwickelten Methodik.
5. Ergebnisdarstellung und Zusammenfassung: Synthese der Analyseergebnisse und kritische Reflexion über die Wirkung propagandistischer Literatur im Kontext des "Wahrheitsproblems".
6. Literatur- und Medienverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Spanischer Bürgerkrieg, Exilliteratur, Propaganda, Vorurteilsforschung, Faschismus, Kommunismus, Nationalsozialismus, Sozialistischer Realismus, Sprachkritik, Feindbildkonstruktion, Psychologische Kriegsführung, Ideologie, Literaturwissenschaft, Identifikation, Rhetorik.
Die Arbeit untersucht die sprachliche und literarische Konstruktion von Vorurteilen in der deutschen Literatur, die sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg befasst.
Im Zentrum stehen die propagandistischen Mechanismen innerhalb von völkisch-nationaler und republikanisch-kommunistischer Literatur sowie deren Einfluss auf die Wahrnehmung des Lesers.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass literarische Werke dieser Ära oft gezielt zur ideologischen Indoktrination und zur Erzeugung von Feindbildern eingesetzt wurden, um politische Ziele zu unterstützen.
Die Arbeit nutzt eine sprachkritische und textimmanente Analyse, ergänzt durch sozialpsychologische und psychoanalytische Ansätze, um die Wirkungsweise der propagandistischen Texte zu ergründen.
Der Hauptteil analysiert detailliert zwei Ausgangstexte – Hans Roseliebs "Blutender Sommer" und Eduard Claudius' "Grüne Oliven und nackte Berge" – unter Berücksichtigung von Figurenkonzepten, Erzählstrukturen und rhetorischen Mitteln.
Die wichtigsten Schlagworte sind Propagandaliteratur, Vorurteilsgenese, Totalitarismus, Feindbildkonstruktion, Ideologiekritik und politische Psychologie.
Figuren werden meist durch eine Kombination aus Physiognomie (Erscheinungsbild) und charakterlicher Zuordnung in einem "gut-böse" dichotomischen System dargestellt, um bestimmte ideologische Ziele zu festigen.
Die "Aussprache" dient im Kontext der kommunistischen Literatur als Instrument zur ideologischen Kontrolle und Selbstkritik, um linientreues Verhalten und die Unterordnung unter die Partei sicherzustellen.
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