Diplomarbeit, 2007
127 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoriedarstellung
2.1 Neue Beschäftigungsverhältnisse
2.2 David Marsden’s Theory of Employment Systems
3 Das Beschäftigungssystem Profifußball
3.1 Clubs, Trainer und Spieler
3.2 Wirtschaftsfaktor Profifußball
3.3 Nationale Strukturen
3.3.1 Deutscher Fußball-Bund e.V.
3.3.2 Die Liga - Fußballverband e.V.
3.3.3 Deutsche Fußball Liga GmbH
3.3.4 Spielerberater
3.3.5 Vereinigung der Vertragsfußballspieler e.V.
3.4 Internationale Strukturen
3.4.1 Union des Associations Européennes de Football
3.4.2 Fédération Internationale de Football Association
4 Theorie und Methodik der empirischen Untersuchung
4.1 Vorbereitung
4.3 Durchführung
4.4 Auswertung
5 Wahrnehmung der Strukturen und der Arbeitspraxis
5.1 Verbandsstrukturen und DFL
5.2 Clubinterne Arbeitspraxis
5.2.1 Club- und Führungsstrukturen
5.2.2 Sportmanager
5.2.3 Trainer
5.2.4 Profifußballspieler
5.3 Bildungsstrukturen
5.4 Personalarbeit
5.4.1 Personalauswahl
5.4.2 Vertragsgestaltung
5.4.3 Personalentwicklung
5.5 Spielerberaterbranche
5.6 Medienberichterstattung
6 Personalwirtschaftliche Zusammenfassung
6.1 Ausgewählte Merkmale des Beschäftigungssystems
6.2 Analyse der flexiblen Beschäftigungsverhältnisse
6.3 Einordnung der Theorie von David Marsden
6.3.1 Employment rules
6.3.2 Einfluss der inter-firm institutions
6.3.3 Probleme der Theorie Marsdens
7 Resümee und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Profifußball als ein Beschäftigungssystem mit individualisierten, stark marktbezogenen Arbeitsverhältnissen zu analysieren und zu untersuchen, wie Strukturen und Institutionen die Stabilität dieses flexiblen Systems beeinflussen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Zusammenspiel von institutionellen Rahmenbedingungen und der praktischen Arbeitspraxis.
3.1 Clubs, Trainer und Spieler
Die höchste deutsche Spielklasse, die Fußballbundesliga, wurde am 24. August 1963 als Profiliga vom Deutschen Fußball-Bund e.V. (DFB) eingeführt.60 Ignoriert man kleine Änderungen, Anpassungen und Modifikationen und betrachtet nur die institutionelle Struktur der Liga, so stellt man fest, dass sich an den sportlichen Gegebenheiten in der Bundesliga seit ihrem Beginn im Jahr 1963 nicht viel geändert hat.61 Es tragen 18 Mannschaften an 34 Spieltagen 306 Spiele aus, d.h. jede Mannschaft spielt gegen jede Mannschaft zweimal, einmal zu Hause und einmal auswärts. Die drei schlechtesten Clubs verlassen die Bundesliga in die 2. Bundesliga, aus der wiederum die drei Erstplatzierten in die Bundesliga aufsteigen. Seit dem 24.10.1998 ist es für die Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga möglich ihren Spielbetrieb in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft (AG, KGaA, GmbH) fortzuführen (vgl. Abb. 4).62
1 Einleitung: Einführung in die ökonomische Bedeutung des Profifußballs und Hinführung zur theoretischen Fragestellung bezüglich flexibler Beschäftigungsverhältnisse.
2 Theoriedarstellung: Erläuterung der "Theory of Employment Systems" von David Marsden und Charakterisierung flexibler Beschäftigungsformen.
3 Das Beschäftigungssystem Profifußball: Theoretische Skizzierung des deutschen Fußballmarktes, der Akteure sowie nationaler und internationaler Strukturen.
4 Theorie und Methodik der empirischen Untersuchung: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, der Datenerhebung durch Experteninterviews und der Auswertungsmethodik.
5 Wahrnehmung der Strukturen und der Arbeitspraxis: Analyse der empirischen Ergebnisse bezüglich Verbandsstrukturen, clubinterner Praxis, Bildungsstrukturen und der Spielerberaterbranche.
6 Personalwirtschaftliche Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, Anwendung der Marsden-Theorie auf den Profifußball und methodische Reflexion.
7 Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse und Identifikation zukünftiger Forschungsfelder.
Profifußball, Beschäftigungssystem, David Marsden, Arbeitsverhältnisse, Personalarbeit, Sportmanager, Trainer, Spielerberater, Verbandsstrukturen, Bundesliga, Arbeitsmarkt, Qualitative Forschung, Institutionenökonomik, Personalentwicklung, Beschäftigungsregeln
Die Arbeit untersucht den deutschen Profifußball aus einer personalwirtschaftlichen Perspektive als ein Beschäftigungssystem, das durch flexible Arbeitsverhältnisse geprägt ist.
Zentrale Themen sind die Strukturen der verschiedenen Verbandsorganisationen, die clubinterne Arbeitspraxis, die Rolle von Akteuren wie Spielerberatern und das System der Personalbeschaffung und -entwicklung.
Ziel ist es, zu erkennen, wie ein Beschäftigungssystem mit marktbezogenen Arbeitsverhältnissen mit Flexibilität in der Praxis umgeht und welchen Einfluss Strukturen und Institutionen auf die Stabilität dieses Systems haben.
Es wurde ein qualitativer empirischer Forschungsansatz gewählt, der auf 40 teilstrukturierten Experteninterviews mit Geschäftsführern, Sportmanagern, Spielern, Spielerberatern und Verbandsvertretern basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Beschreibung des Fußball-Beschäftigungssystems nach David Marsden und eine empirische Analyse der Wahrnehmung dieser Strukturen durch die beteiligten Akteure.
Wesentliche Begriffe sind Profifußball, Beschäftigungssystem, Arbeitsverhältnisse, Personalarbeit, Verbandsstrukturen und die Theorie von David Marsden.
Das Urteil wird als Auslöser für die Liberalisierung des Arbeitsmarktes genannt, die maßgeblich zur Entstehung und zum Einfluss der heutigen Spielerberaterbranche beigetragen hat.
Die Arbeit zeigt, dass Sportmanager zwar die Notwendigkeit von Regeln anerkennen, aber den administrativen Aufwand und die Distanz der Verbände zur Basis kritisch hinterfragen.
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