Diplomarbeit, 2006
159 Seiten, Note: 1,8
1. Aufgabenstellung
1.1 Anlass
1.2 Gegenstand der Untersuchung
1.3 Ziel der Untersuchung
1.4 Verfahrensweise
2. Untersuchungsgegenstand – Einordnung, Charakterisierung und Methodik
2.1 Einordnung des weiteren Untersuchungsgegenstandes „bilaterales Dolmetschen“
2.1.1 Einordnung in das Begriffsfeld „Kommunikation“
2.1.2 Einsatzbereich, Dolmetschart und Dolmetschmodus
2.2 Einordnung des engeren Untersuchungsgegenstandes „Rezeptionsphase“
2.2.1 Rezeption als Teilhandlung des Dolmetschens
2.2.2 Definition des Begriffes „Rezeptionsphase“
2.3 Charakterisierung der Rezeptionshandlungen
2.3.1 Extra-situative Rezeptionshandlungen
2.3.1.1 Vorbereitung des Dolmetscheinsatzes
2.3.1.1.1 Thematische Vorbereitung
2.3.1.1.2 Sprachliche Vorbereitung
2.3.1.2 Nachbereitung des Dolmetscheinsatzes
2.3.2 Intra-situative Rezeptionshandlungen
2.3.2.1 Aufnahme
2.3.2.1.1 Gesprächsdynamik – zwei Kommunikationsschemata
2.3.2.1.2 Besonderheiten der Vollzugsbedingungen
2.3.2.1.3 Verstehen von Rede und die Scenes-and-Frames Semantik
2.3.2.1.3.1 Bottom-Up Prozesse
2.3.2.1.3.2 Top-Down Prozesse
2.3.2.1.3.3 Emotionen
2.3.2.1.3.4 Konzeptuelles Substrat – Genese und Verwendung
2.3.2.1.3.5 Verstehensebenen und Verdolmetschung
2.3.2.2 Begleitende Tätigkeiten
2.3.2.2.1 Gedächtnis
2.3.2.2.2 Notation
2.4 Ableitung einer Methodik zur Untersuchung der Rezeptionsphase
2.4.1 Empirische Auswertung
2.4.2 Heuristische Auswertung
3. Analyse verdolmetschter Diskurse im bilateralen Dolmetschen
3.1 Empirisches Material und Untersuchungsdesign
3.1.1 Herkunft des Untersuchungsmaterials
3.1.2 Aufbereitung des Textkorpus
3.1.3 Testpersonen und Untersuchungsdesign
3.2 Empirische Auswertung
3.2.1 Textkorpus
3.2.1.1 Anzahl und Typisierung dolmetscherinduzierter Rückfragen
3.2.1.1.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse
3.2.1.1.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse
3.2.1.2 Verzögerung bis zum Einsetzen der (Re-)Produktion
3.2.1.2.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse
3.2.1.2.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse
3.2.2 Notatkorpus
3.2.2.1 Größe der Notate
3.2.2.1.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse
3.2.2.1.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse
3.2.2.2 Zeichenhaftigkeit der Notate
3.2.2.2.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse
3.2.2.2.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse
3.2.3 Abschließende Bemerkungen zur empirischen Untersuchung
3.3 Heuristische Auswertung
3.3.1 Darstellung und Typisierung kognitiver Gliederungen
3.3.2 Gegenüberstellung beispielhafter kognitiver Gliederungen
3.3.2.1 Parameter Position
3.3.2.2 Parameter Gliederungsbreite
3.3.2.3 Parameter Gliederungstiefe
3.3.2.4 Parameter Relation
3.3.3 Rückschluss auf die Rezeptionsphase
3.3.3.1 Exkurs – methodologische Grundprobleme der Dolmetschwissenschaft
3.3.3.2 Rückschluss auf Rezeptionstypen
3.3.3.3 Rückschluss auf Rezeptionsqualität
3.3.4 Abschließende Bemerkungen zur heuristischen Auswertung
4. Verbesserung der Rezeptionsqualität in der universitären Dolmetscherausbildung
4.1 Die Bedeutung der Theorie für die Praxis
4.2 Extra-situative Faktoren
4.2.1 Generalia
4.2.2 Verbesserung der Top-Down Prozesse
4.3 Intra-situative Faktoren
4.3.1 Generalia
4.3.2 Simulierung belastender Störfaktoren
4.3.3 Entwicklung von Kommunikations- und Gesprächsfähigkeiten
4.3.4 Rückfragen
4.3.5 Qualität des Notats
4.3.6 Kognitive Verarbeitung
4.3.6.1 Verzögerung bis zum Einsetzen der (Re-)Produktion
4.3.6.2 Verbesserung der Bottom-Up Prozesse
4.3.6.3 Einbringen von Emotionen
4.3.6.4 Kognitive Gliederung des Originals
4.4 Abschließende Bemerkungen zur Didaktik der Rezeptionsphase
5. Schlusswort
5.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
5.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rezeptionsphase im bilateralen Dolmetschen für die Sprachen Deutsch und Russisch. Ziel ist es, diese kognitiv komplexe Phase theoretisch zu fundieren und durch eine empirische sowie heuristische Untersuchung konkrete Optimierungsvorschläge für die universitäre Dolmetscherausbildung abzuleiten.
2.3.2.1.3 Verstehen von Rede und die Scenes-and-Frames Semantik
Im Sinne der Psycholinguistik kann mit Hörmann gesagt werden: „Die Sprache bildet zusammen mit den Tätigkeiten, in die sie verwoben ist, ein Ganzes: das Sprachspiel, das Sprecher, Hörer und Situation umfasst“ (1994: 501). Es stellt sich die Frage, was in diesem Kontext Verstehen bedeutet. Offensichtlich ist Denken mit Sprache verbunden, beides basiert auf einer Konzeptbildung, die das Ganze erfasst. Man könnte formulieren: Wir denken in und mit Sprache und sprechen in und mit Gedanken – diese beiden Phänomene der menschlichen Handlungspraxis sind nicht vollständig voneinander zu trennen, ohne gleichzeitig den jeweils anderen Faktor, der eine konstitutive Größe darstellt, zu negieren. Festzuhalten ist, dass das Wort zunächst nur in einer Kommunikationssituation gegeben ist und in dieser situativ gebundenen Form erlernt und intersubjektiv angewendet werden kann. Allerdings ist es auch so, dass die Worte im Kopf, d. h. Bedeutungen in Form von Begriffen, der individuellen Situation entbehren können und allgemeingültig außer- und übersituativ sind. Dies trifft in geringerem Umfang auch auf Zeichen zu.
Begriffe werden als Sprache erst im Sprechen manifest und intersubjektiv erlebbar. Rubinstein formuliert diese dialektische Beziehung wie folgt: „Sprache und Sprechen hängen wechselseitig zusammen: Das Sprechen bedarf der Mittel der Sprache, und die Sprache existiert real nur im Sprechen“ (1963: 87). Mit Denken, Sprechen und Verstehen beschäftigt sich die kognitive Psychologie, die in den 1960er Jahren aus einer der Behaviorismus kritisch gegenüberstehenden Haltung entstand (Der Brockhaus Psychologie 2001: 298ff.). Der Begriff Kognition leitet sich her aus dem lateinischen „cogito“ im Sinne von eine Sache im Geist zusammenfassen, denken, bedenken oder erwägen. Hiervon abgeleitet meint cognitio Kenntnis, Erkenntnis oder auch Begriff (ibid.). Die kognitive Psychologie beschäftigt sich also „mit Prozessen und Resultaten [...] der Informationsaufnahme und -verarbeitung“, sie berücksichtigt weiterhin kognitive Stile, die sich auf die „spezifische, typische Art und Weise des Denkens und Lösen von Aufgaben“ beziehen (ibid.). Auf den Prozess des Sprachverstehens bezogen erforscht die kognitive Psychologie die an der Sprachrezeption und Sprachproduktion beteiligten kognitiven Vorgänge.
1. Aufgabenstellung: Einführung in den Untersuchungsgegenstand und Definition des Zieles der Diplomarbeit.
2. Untersuchungsgegenstand – Einordnung, Charakterisierung und Methodik: Theoretische Fundierung des bilateralen Dolmetschens und der spezifischen Rezeptionsphase sowie Entwicklung der Untersuchungsmethodik.
3. Analyse verdolmetschter Diskurse im bilateralen Dolmetschen: Empirische und heuristische Auswertung der untersuchten Gespräche hinsichtlich Rückfragen, Notattechnik und kognitiver Gliederungsstrukturen.
4. Verbesserung der Rezeptionsqualität in der universitären Dolmetscherausbildung: Ableitung didaktischer Empfehlungen zur Optimierung der Dolmetschleistung basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen.
5. Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder.
Bilateraler Dolmetschmodus, Rezeptionsphase, Sprachrezeption, kognitive Gliederung, Notattechnik, dolmetscherinduzierte Rückfragen, Dolmetscherausbildung, Scenes-and-Frames Semantik, Top-Down-Prozesse, Informationsaufnahme, Sprachspiel, Translationstheorie, Dolmetschwissenschaft, Konsekutivdolmetschen, Gesprächsdynamik.
Die Arbeit analysiert die spezifischen Prozesse während der sogenannten Rezeptionsphase beim bilateralen Dolmetschen zwischen Deutsch und Russisch.
Im Zentrum stehen die kognitiven Verstehensprozesse, die Rolle der Notattechnik, die Gesprächsdynamik und der Einfluss von Emotionen auf die Dolmetschleistung.
Das Ziel ist die theoretische Beschreibung der Rezeptionsphase, um daraus fundierte praxisnahe Vorschläge für die universitäre Ausbildung zu generieren.
Es wird eine Kombination aus empirischer Auswertung (messbare Daten wie Rückfragen und Verzögerungen) und heuristischer Auswertung (Analyse kognitiver Gliederungsstrukturen) angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, eine methodische Herleitung und die konkrete Analyse eines transkribierten Text- und Notatkorpus aus Lehrveranstaltungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bilateraler Dolmetschmodus, Rezeptionsphase, Kognitive Gliederung, Notattechnik und Dolmetscherausbildung.
Die Notation dient als externe Repräsentation der internen kognitiven Verstehensprozesse und ist somit ein zentraler Indikator für die Qualität der Informationsaufnahme.
Die Sprachkombination Deutsch-Russisch dient dazu, die kulturellen und sprachlichen Besonderheiten im bilateralen Dolmetschen und deren Auswirkungen auf die Rezeption zu illustrieren.
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