Diplomarbeit, 1986
61 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Material und Methoden
2.1 Schimmelpilze
2.2 Nährmedien und Lösungen
2.2.1 Bengalrot-Chloramphenicol-Agar (Baggermann, 1979; Anonym, 1983)
2.2.2 FP-Agar mit Natamycin (modifiziert nach Rheinbaben et. al, 1981)
2.2.3 Hefe-Malzextrakt-Agar (YM-Agar) (Nickerham, 1951)
2.2.4 Kartoffel-Glucose-Agar (PD-Agar) (Fertigagar von Merck)
2.2.5 MRS-Agar mit Natamycin (modifiziert nach Man et. al., 1960)
2.2.6 Okara-Agar
2.2.7 Plate-Count-Agar (PC-Agar) (Fertigagar von Merck)
2.2.8 Standard I-Agar (Anonym, 1984)
2.2.9 Standard I-Agar mit Natamycin (modifiziert nach Anonym, 1984)
2.2.10 Würze-Bouillon (Fertigbouillon von Merck)
2.2.11 Verdünnungslösung
2.3 Keimzahlbestimmungen
2.3.1 Direkte Schimmelpilz-Keimzahlbestimmung mit Thomakammer (modif. n. Rusmin et. al., 1974; Drews, 1976)
2.3.2 Indirekte Bestimmung von Lebendkeimzahlen
2.4 Geräte
2.4.1 Fermentationsschrank für Temperaturen =20°C
2.4.2 Fermentationsschrank für Inkubationen bei 15°C
2.4.3 Stachelwalze
2.4.4 Dampfdruckkochtopf
2.4.5 Gefriertrocknung
2.4.6 pH-Messung
2.4.7 Temperaturmessung
2.4.8 Penetrometer
2.5 Bakterien-Starterkulturen
2.6 Schimmelpilz-Starterkulturen
2.6.1 Sporensuspension
2.6.2 Versporter Reis
2.7 Lagerversuch mit A. elegans-Starterkultur
2.8 Okara
2.9 Zusätze
2.9.1 Milchsäure
2.9.2 Glucose
2.9.3 Celluclast/Novozym
2.9.4 Cellulase
2.10 Fermentationen
2.10.1 Vorbehandlung der Sojabohnen
2.10.2 Vorbehandlung des Okara im Dampftopf
2.10.3 Vorbehandlung des Okara im Dampfdruckkochtopf
2.10.4 Eigentliche Fermentation
2.11 Sensorische Prüfungen
2.11.1 Zwischenprüfungen
2.11.2 Endprüfung
2.12 Literaturrecherche über Ösophagus-Krebs
3 Ergebnisse
3.1 Charakterisierung der Schimmelpilze
3.1.1 Rhizopus oligosporus
3.1.2 Actinomucor elegans
3.2 Produktion von R. oligosporus-Starterkultur
3.2.1 R. oligosporus-Starterkultur in Erlenmeyerkolben
3.2.2 R. oligosporus-Starterkultur in Aluminiumschalen
3.3 Produktion von A. elegans-Starterkulturen in Aluminiumschalen
3.4 Lagerbarkeit von A. elegans-Starterkulturen
3.5 Herstellung von Tempe kedele
3.6 Herstellung von Tempe gembus
3.6.1 Vorbehandlung des Okara
3.6.2 Fermentation zu Tempe gembus
3.7 Herstellung von Meidouzha
3.7.1 Benötigte Startermenge
3.7.2 Fermentationstemperatur und -dauer
3.7.3 Fermentationsbehälter
3.7.4 Milchsäurezusatz und PH-Verlauf
3.7.5 Zusatz von M. varians M 28 und L. curvatus Lc 2
3.7.6 Texturveränderung durch Zusatz cellulolytischer Enzyme
3.7.7 Lagerung des fertigen Meidouzha
3.7.8 Sensorische Endprüfung
3.8 Literaturrecherche über Ösophagus-Krebs
4 Diskussion
5 Zusammenfassung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer technologisch sicheren Methode zur Fermentation von Okara (einem industriellen Sojamilch-Nebenprodukt) mit Schimmelpilzen, um ein attraktives, protein- und ballaststoffreiches Lebensmittel zu schaffen, das den westlichen Speisezettel bereichern kann. Dabei werden verschiedene Fermentationsparameter optimiert und der Einfluss bakterieller Starter sowie enzymatischer Zusätze auf sensorische Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Textur untersucht.
3.7.1 Benötigte Startermenge
Bei Verwendung der gleichen Menge Sporensuspension wie bei der Herstellung von Tempe gembus verläuft das Myzelwachstum, anders als dort, gleichmäßig und vollständig. Bezüglich des fertigen streufähigen A. elegans-Starters reicht eine Dosierung von 0,1 % aus, um Okara in 40-44 h bei 25°C sicher zu fermentieren (siehe Abbildung 9), bei 30°C würde sogar ein Zehntel dieser Menge genügen. Es fällt auf, dass bei noch längerer Fermentationsdauer (4 Tage) zwar alle Proben vollständig mit Myzel durchwachsen sind, mit geringerer Startermenge aber eine zunehmende Vergrauung durch Versporung auftritt.
In den einzelnen Proben sind die folgende Startermengen enthalten: Probe 1: 5 mg Starter / 100 g Okara, Probe 2: 10 mg, Probe 3: 25 mg, Probe 4: 50 mg, Probe 5: 100 mg, Probe 6: 250 mg, Probe 7: 500 mg, Probe 8: 1.000 mg, Probe 9: 2.000 mg.
Wird direkt nach dem Animpfen des Okara eine Schimmelpilz-Keimzahlbestimmung gemacht, ist die Wiederfindungsrate des Starters nahezu 100 %. Am Ende der Fermentation hat sich A. elegans um zwei Zehnerpotenzen auf 10^4-10^5 myzelbildende Einheiten / g Meidouzha angereichert. Die aerobe Gesamtkeimzahl ohne Schimmelpilze steigt in dieser Zeit von 10^2-10^3 auf 10^5-10^6.
1 Einleitung: Beschreibt die Tradition asiatischer Festsubstratfermentationen und die Zielsetzung der Arbeit, Okara als wertvollen Rohstoff für neue Lebensmittel zu erschließen.
2 Material und Methoden: Detaillierte Auflistung der verwendeten Mikroorganismen, Nährmedien, Versuchsgeräte sowie der methodischen Vorgehensweisen bei der Keimzahlbestimmung und Fermentationsdurchführung.
3 Ergebnisse: Präsentation der experimentellen Daten zur Charakterisierung der Schimmelpilze, zur Produktion der Starterkulturen sowie zur Fermentation von Tempe und Meidouzha inklusive sensorischer Prüfungen.
4 Diskussion: Wissenschaftliche Einordnung der erzielten Ergebnisse hinsichtlich Prozessoptimierung, mikrobiologischer Sicherheit und sensorischer Produktqualität.
5 Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der entwickelten Methoden zur Starterproduktion und der erfolgreichen Fermentationsversuche für Okara-basierte Produkte.
Okara, Festsubstratfermentation, Rhizopus oligosporus, Actinomucor elegans, Meidouzha, Tempe gembus, Starterkultur, Sojamilch-Nebenprodukt, Sensorik, cellulolytische Enzyme, Fermentationsoptimierung, Lebensmitteltechnologie, Protein, Ballaststoffe, Schimmelpilze.
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung traditioneller asiatischer Festsubstratfermentationsprozesse, um Okara – ein industrielles Nebenprodukt der Sojamilch- und Tofuherstellung – in hochwertige, für den westlichen Markt attraktive Lebensmittel zu verwandeln.
Im Fokus stehen die Auswahl und Produktion geeigneter Starterkulturen, die technologische Optimierung der Fermentationsbedingungen und die Verbesserung der sensorischen Eigenschaften der Endprodukte durch gezielte Zusätze.
Das Hauptziel ist die Entwicklung einer technologisch sicheren Methode zur Umwandlung von Okara durch Schimmelpilzfermentation zu einem sensorisch ansprechenden Lebensmittel, das reich an Protein und Ballaststoffen ist.
Die Arbeit nutzt ein breites Spektrum lebensmitteltechnologischer und mikrobiologischer Verfahren, darunter die Kultivierung auf Reis-Substrat, die quantitative Keimzahlbestimmung sowie sensorische Tests wie Triangel- und Rangordnungstests.
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Schimmelpilze, die Optimierung der Starterkultur-Produktion, die spezifischen Versuchsreihen zur Fermentation von Tempe und Meidouzha unter variablen Bedingungen sowie die sensorische Evaluation der Ergebnisse.
Die zentralen Schlagworte sind Okara, Festsubstratfermentation, Schimmelpilze (insb. Rhizopus und Actinomucor), Meidouzha, Tempe gembus, Starterkulturen und Lebensmittel-Sensorik.
Okara fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Tofuproduktion an und ist reich an hochwertigem Protein und Ballaststoffen, wird aber bisher größtenteils als Viehfutter unterwertig genutzt.
Die Zugabe dieser Enzyme führt dazu, dass das fermentierte Produkt einen weicheren, feuchteren und homogeneren Biss erhält, was den Textureindruck bei der späteren Zubereitung (z. B. durch Ausbacken) deutlich verbessert.
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