Diplomarbeit, 2006
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Markteinführungsstrategien: Pionier und Folger
2.1 Strategieunterschiede
2.2 Theoretische Diskussion der Chancen und Risiken
2.2.1 Angebotsseitige Chancen und Risiken
2.2.2 Nachfrageseitige Chancen und Risiken
3. Empirische Methodik im Überblick
3.1 Direkte und Indirekte Modelle
3.2 Modelle mit Berücksichtigung von Marktfaktoren und Unternehmensressourcen
3.3 Verwendete Datenbasen
3.4 Definition und Operationalisierung der Modellvariablen
3.4.1 Operationalisierung des Pioniers
3.4.2 Operationalisierung der Markteintrittsreihenfolge
3.4.3 Operationalisierung des Unternehmenserfolgs
4. Diskussion der Chancen und Risiken der Markteinführungsstrategien
4.1 Überblick über empirische Befunde der Markteintrittsreihenfolge-Forschung
4.2 Überprüfung der theoretischen Erfolgschancen und -risiken anhand der Empirie
4.2.1 Angebotsseitige Erfolgschancen und -risiken
4.2.2 Nachfrageseitige Erfolgschancen und –risiken
4.3 Diskussion der Marketing-Mix-Instrumente als Erfolgspotentiale
4.3.1 Produktlinienbreite
4.3.2 Produktqualität
4.3.3 Preisstrategie
4.3.4 Marketingaktivitäten
5. Abschließende kritische Betrachtung und Fazit
Die Arbeit untersucht den Wirkungszusammenhang zwischen der Markteintrittsreihenfolge und dem Unternehmenserfolg, um kritisch zu hinterfragen, ob die Pionierstrategie tatsächlich generell vorteilhafter ist als eine Folgerstrategie oder ob spezifische Markt- und Ressourcenfaktoren die Erfolgsaussichten maßgeblich determinieren.
2.2.1 Angebotsseitige Chancen und Risiken
Auf der Angebotsseite werden in der theoretischen Literatur Economies of Scale (Betriebsgrößenersparnisse) genannt. Diese werden erreicht, indem mit steigender Ausbringungsmenge die Fixkosten über eine größere Stückzahl verteilt werden und somit der Preis pro produzierter Einheit sinkt (Lambkin 1992). Dadurch hat der Pionier einen indirekten Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz (Fischer 2001, S. 139). Mit steigender Betriebsgröße lassen sich weitere Kostenvorteile beim Einkauf benötigter Inputfaktoren erzielen. Mit einer größeren Ausbringungsmenge steigen auch die eingekauften Mengen auf der Inputseite. Dadurch nimmt die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten zu und es können tendenziell günstigere Einkaufspreise infolge von Mengenrabatten verhandelt werden (Robinson/Fornell 1985). Solange die Folger nicht das gleiche Ausbringungsniveau erreichen, sind Economies of Scale mit den daraus resultierenden Kostenvorteilen eine wirksame Markteintrittsbarriere (Vidal 1995).
Der Effekt der Erfahrungskurve ist dem Konzept der Economies of Scale in der Konsequenz sehr ähnlich. Im Erfahrungskurvenmodell wird angenommen, dass die Kosten pro produzierter Einheit mit zunehmender kumulierter Ausbringungsmenge sinken (Lieberman/Montgomery 1988). Diese Kostensenkungen sind hier auf Erfahrungs- und Lernprozesse bei Beschaffung, Produktion, Marketing und Management wie z.B. Weiterentwicklungen in den Fertigungsverfahren oder effizientere Gestaltungen der Arbeitsabläufe zurückzuführen. Dadurch werden Effizienzgewinne realisiert, die einen nachhaltigen Kostenvorteil für das Pionierunternehmen generieren (Fischer 2001, S. 139; Lieberman/Montgomery 1988). Die Wirkung des Erfahrungskurveneffektes als Markteintrittsbarriere unterliegt jedoch auch Einschränkungen.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema des Zeitwettbewerbs und Definition der Kernfragen zur Markteinführung (Wo, Wer, Wie, Wann).
2. Die Markteinführungsstrategien: Pionier und Folger: Theoretische Abgrenzung der Strategietypen sowie Erörterung erster Chancen- und Risikoprofile aus der Literatur.
3. Empirische Methodik im Überblick: Kritische Analyse der verwendeten ökonometrischen Modelle, Datenquellen (wie PIMS) und der Problematik der Operationalisierung von Variablen.
4. Diskussion der Chancen und Risiken der Markteinführungsstrategien: Ausführliche empirische Überprüfung der theoretischen Thesen unter Berücksichtigung von Marketing-Mix-Instrumenten wie Produktqualität und Preis.
5. Abschließende kritische Betrachtung und Fazit: Resümee über die Validität des Pioniervorteils sowie Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf bezüglich Folgerstrategien.
Markteinführungsstrategie, Pionier, Folger, Markteintrittsreihenfolge, Pioniervorteil, Marktanteil, Marketing-Mix, Markteintrittsbarrieren, Economies of Scale, Erfahrungskurveneffekt, Ressourcenbasierter Ansatz, PIMS-Datenbank, Konsumgütermarkt, Strategischer Wettbewerbsfaktor, Marktforschung.
Die Arbeit analysiert die strategischen Chancen und Risiken von Pionieren und Folgern bei der Markteinführung neuer Produkte auf Basis bestehender empirischer Forschung.
Zentrale Felder sind die Markteintrittsreihenfolge, der Pioniervorteil, die Rolle von Marketing-Mix-Instrumenten sowie die Bedeutung unternehmenseigener Ressourcen.
Das Ziel ist es, den generellen Pioniervorteil kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit dieser Vorteil tatsächlich besteht oder durch andere Variablen wie Marketing-Effizienz dominiert wird.
Die Arbeit ist als kritische Literatur- und Forschungsanalyse konzipiert, welche die Ergebnisse zahlreicher ökonometrischer und empirischer Studien vergleicht und bewertet.
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Einordnung der Forschung, den angebots- und nachfrageseitigen Chancen und Risiken sowie dem Einfluss von Produktlinienbreite, Qualität und Preis.
Markteinführungsstrategie, Pionier, Folger, Pioniervorteil, Markteintrittsreihenfolge, Marktanteil und Wettbewerbsvorteile.
Die Arbeit weist auf erhebliche Probleme der PIMS-Daten hin, darunter mangelnde Reliabilität durch subjektive Selbstauskünfte, eine ungeeignete Pionierdefinition und den sogenannten "Survivor Bias".
Er beschreibt das Problem, dass in den Datenbeständen oft nur erfolgreiche Unternehmen gelistet sind, während gescheiterte Pioniere ignoriert werden, was zu einer systematischen Überbewertung der Pionierstrategie führt.
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