Diplomarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit und Relevanz
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Neoklassische Kapitalmarkttheorie: Annahmen und Aussagen
2.1 Der rationale Investor
2.1.1 Präferenzen
2.1.2 Nutzenfunktion
2.2 Die Kapitalmarkttheorie
2.2.1 Effiziente Märkte
2.2.2 Grundlagen für die Bewertung im Marktgleichgewicht
2.2.3 Capital Asset Pricing Model (CAPM)
3. Erweiterung des Capital Asset Pricing Models
3.1 Ursachen
3.1.1 Transaktionskosten, Steuern, Marktsegmentierung
3.1.2 CAPM-Anomalien
3.1.3 Relativierung der Annahmen des CAPM
3.2 Modellerweiterungen und Entwicklungen
3.2.1 Zero-Beta CAPM und Multi-Beta CAPM
3.2.2 Arbitrage Pricing Theory
3.2.3 Vorteile und Nachteile der Entwicklungen
4. Entwicklung einer „positiven“ Sichtweise zur Behavioral Finance
4.1 Verhaltenswissenschaftliche Entdeckungen
4.1.1 Verhaltensanomalien
4.1.2 Axiome oder “heuristics and biases“
4.1.2.1 Übersicht der Anomalien
4.1.2.2 Widersprüche zur Kapitalmarkttheorie
4.1.2.3 Von der Rationalität zur Quasi-Rationalität
4.1.3 Veränderte Präferenzen
4.1.3.1 Referenzabhängigkeit und Zeitinkonsistenz
4.1.3.2 Fairness
4.1.4 Prospect Theory und ihre „Nutzenfunktion“
4.2 Preisbildung mit Hilfe von Behavioral Finance-Erkenntnissen
4.2.1 Behavioral Portfolio Theory
4.2.2 Noise Trading Ansatz
4.2.2.1 Das Modell
4.2.2.1.1 Noise Trading ohne Rückkopplung
4.2.2.1.2 Noise Trading mit Rückkopplung
4.2.2.1.2.1 Modelle mit allgemeinem Noise Trading- Verhalten
4.2.2.1.2.2 Modelle mit speziellem Noise Trading-Verhalten: Positive Feedback Trading
4.2.2.2 Bedeutung für Theorie und Praxis
4.2.3 Overconfidence und Über- /Unterreaktion
4.3 Kritik an der Behavioral Finance aus Sicht der Neoklassik
5. Synthese aus Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance
5.1 Vorzüge der Kapitalmarkttheorie und Stand der Forschung
5.2 Vorzüge der Behavioral Finance und Stand der Forschung
5.3 Ist eine Zusammenführung beider Ansätze möglich?
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von neoklassischer Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance, um zu prüfen, ob letztere eine adäquate Alternative zur herrschenden Theorie darstellt und ob eine Zusammenführung beider Ansätze möglich ist.
1.1 Zielsetzung der Arbeit und Relevanz
An den Finanzmärkten kommt es immer wieder zu ungewöhnlichen und unvorhergesehenen Marktbewegungen, wie die Kursblase am Neuen Markt Ende der 1990er, die sich durch rapide und besonders starke Aktienkursanstiege auszeichnete, die wenige Jahre darauf allerdings platzte und den ebenso schnellen und starken Abfall der Kurse mit sich brachte. Die herrschende finanzwirtschaftliche Theorie, in Form der neoklassischen Kapitalmarkttheorie, erklärt ein solches Phänomen mit einer „(…) abrupten, besonders signifikanten und im Voraus nicht antizipierbaren Verschlechterung der fundamentalen Rahmenbedingungen (…)\".
Der zunächst starke Anstieg der Kurse kann rational begründet werden mit der korrekten Einschätzung der Verteilung der möglichen Umweltzustände. Die Kursabfälle werden dann auf den sich einstellenden, besonders ungünstigen Umweltzustand, aus der Menge aller möglichen Umweltzustände, zurückgeführt. Doch sind diese Begründungen in der Realität haltbar? So waren die Kursanstiege im Neuen Markt absurd hoch und hätten selbst mit den optimistischsten Prognosen kaum vorhergesagt werden können.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Finanzmarktblasen und die Motivation, verhaltenswissenschaftliche Aspekte in die Preisbildungsmodelle zu integrieren.
2. Neoklassische Kapitalmarkttheorie: Annahmen und Aussagen: Darstellung des Modells des rationalen Investors und der Grundpfeiler der neoklassischen Theorie, inklusive des CAPM und effizienter Märkte.
3. Erweiterung des Capital Asset Pricing Models: Diskussion der Kritik am CAPM, der empirischen Anomalien und der theoretischen Modellerweiterungen zur besseren Realitätsanpassung.
4. Entwicklung einer „positiven“ Sichtweise zur Behavioral Finance: Detaillierte Untersuchung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse, von Heuristiken bis hin zu Modellen wie Noise Trading und Overconfidence, die das rationale Menschenbild hinterfragen.
5. Synthese aus Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance: Vergleichende Analyse der Vorteile beider Forschungszweige und Diskussion über die theoretische Möglichkeit einer Integration.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungslandschaft und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Behavioral Finance.
Kapitalmarkttheorie, Behavioral Finance, Rationale Investoren, Quasi-Rationalität, CAPM, Effiziente Märkte, Verhaltensanomalien, Prospect Theory, Noise Trading, Overconfidence, Marktgleichgewicht, Preisbildung, Heuristiken, Biases
Die Arbeit analysiert, ob die neoklassische Kapitalmarkttheorie und der Ansatz der Behavioral Finance vereinbar sind oder ob sie einander als konkurrierende Erklärungsmodelle gegenüberstehen.
Die zentralen Felder sind die neoklassische Theorie (insbesondere das CAPM), die Kritik an dieser durch empirische Anomalien sowie die verhaltenswissenschaftlichen Erklärungsansätze der Behavioral Finance.
Das primäre Ziel ist zu prüfen, ob die Behavioral Finance eine adäquate Alternative zur Kapitalmarkttheorie darstellt und ob eine Zusammenführung beider Ansätze möglich erscheint.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich theoretischer Modelle sowie deren empirischer Fundierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des rationalen Konzepts der Kapitalmarkttheorie, deren Erweiterungen, die detaillierte Einführung in die Behavioral Finance mit ihren psychologischen Modellen sowie die kritische Gegenüberstellung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kapitalmarktanomalien, Erwartungsnutzentheorie, Noise Trading, Overconfidence und das Modell des homo oeconomicus im Kontrast zum quasi-rationalen Anleger.
Es beschreibt das Phänomen, dass Marktpreise geschlossener Fondsanteile nicht dem inneren Wert der enthaltenen Wertpapiere entsprechen, was in der Arbeit als Beleg für ineffizientes Marktverhalten durch Noise Trading angeführt wird.
Sie dient als fundamentales Modell der Behavioral Finance, um die Abkehr von der konkaven Nutzenfunktion hin zu einer S-förmigen Wertefunktion zu begründen, die menschliches Verhalten in Gewinn- und Verlustsituationen realistischer abbildet.
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