Lizentiatsarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung ins Thema
2 Aufbau der Arbeit
3 Theoretische Diskussion
3.1 Aussenpolitik und aussenpolitischer Wandel aus Sicht der neorealistischen Theorie: Darstellung und Kritik
3.2 Aussenpolitik und aussenpolitischer Wandel aus sozialkonstruktivistischer Perspektive
3.2.1 Mechanismen des Identitätswandels
4 Methodische Diskussion
5 Empirische Analyse
5.1 Auswertung des Textmaterials: Januar 2000 – 10. September 2001
5.1.1 Wahrgenommene Rahmenbedingungen der Aussen- und Sicherheitspolitik
5.1.2 Aussen- und sicherheitspolitische Handlungsorientierungen
5.1.3 Aussen- und sicherheitspolitische Strategien und Instrumente
5.1.3.1 Defensive Strategien und Instrumente
5.1.3.2 Offensive Strategien und Instrumente
5.2 Auswertung des Textmaterials: 11. September 2001 – 10. Juni 2004
5.2.1 Wahrgenommene Rahmenbedingungen der Aussen- und Sicherheitspolitik
5.2.1.1 Die Anschläge vom 11.09 aus der Perspektive der Bush-Regierung
5.2.1.2 Bedrohungswahrnehmung der Bush-Regierung nach den Anschlägen vom 11.09
5.2.2 Aussen- und sicherheitspolitische Handlungsorientierungen
5.2.2.1 «Den Sumpf trocken legen»
5.2.2.2 Die Idee der Transformation des Nahen und Mittleren Ostens
5.2.3 Aussen- und sicherheitspolitische Strategien und Instrumente
5.2.3.1 Militärische Strategien und Instrumente
5.2.3.2 Politische und ökonomische Strategien und Instrumente
6 Diskussion der Hypothesen vor dem Hintergrund der empirischen Ergebnisse
6.1 Diskussion der Hypothese 1
6.2 Diskussion der Hypothese 2
7 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel der US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik im Anschluss an die Terroranschläge vom 11. September 2001, wobei insbesondere die Transformation von einer zurückhaltenden Interventionspolitik hin zu einem aktiven, idealistisch geprägten Demokratisierungsansatz im Nahen und Mittleren Osten analysiert wird.
3.2.1 Mechanismen des Identitätswandels
Sozialkonstruktivisten gehen davon aus, dass ein Identitätwandel sowohl inkrementell als auch eruptiv und dramatisch erfolgen kann. Mechanismen für den langsamen Wandel sind beispielsweise Prozesse des kollektiven Lernens oder der Sozialisation, die über einen längeren Zeitraum hinweg zu Normen- und Verhaltensinternalisierungen auf gesellschaftlicher sowie staatlicher Ebene führen können, sowie durch Veränderungen der internationalen System-Umwelt, beispielsweise durch Prozesse der ökonomischen, sozio-kulturellen und politischen Globalisierung, die sich auf die Identität, die Interessen und das Verhalten der Staaten niederschlagen können.
Ein abrupter und schneller Identitätswandel hingegen erfolgt meistens in Situationen, in denen politische Entscheidungsträger vor neue politische, gesellschaftliche oder ökonomische Tatsachen gestellt werden, die sich als Krisen erweisen beziehungsweise die als Krisen von politischen Entscheidungsträgern perzipiert werden. In solchen Krisensituationen, die durch konkrete oder wahrgenommene Veränderungen in der gesellschaftlichen, politischen oder ökonomischen Umwelt der politischen Entscheidungsträger ausgelöst werden und die oftmals mit einem Gefühl des Scheiterns der bisherigen Politik verbunden sein können, kann eine schnelle und dramatische aussenpolitische Umorientierung innerhalb kürzester Zeit stattfinden. Dabei werden gängige Rollenkonzepte, politische Strategien oder Wahrnehmungsmuster beispielsweise hinsichtlich der internationalen Bedrohungsumwelt vor dem Hintergrund einer sich veränderten Situationsdefinition in Frage gestellt und allenfalls durch eine neue Wahrnehmungsweise und ein neues Rollenverständnis ersetzt. So haben Arbeiten aus der sozialpsychologischen Krisenforschung aufgezeigt, dass in von der politischen Führung perzipierten Krisensituationen kollektive sowie individuelle Identitäten zur Disposition stehen können. Dies bedeutet, dass das Selbstbild und das Rollenverständnis, das eine politische Führung von sich und vom von ihr repräsentierten Staat hat, vor dem Hintergrund der sich gewandelten politischen Situation neu strukturiert bzw. in Abgrenzung zu anderen Akteuren neu positioniert wird.
1 Einführung ins Thema: Analyse des historischen Einschnitts der Terroranschläge vom 11. September 2001 und deren unmittelbare Wirkung auf die US-amerikanische Politik.
2 Aufbau der Arbeit: Erläuterung der theoretischen Herleitung, der Hypothesenbildung und der methodischen Vorgehensweise zur Rekonstruktion des außenpolitischen Diskurses.
3 Theoretische Diskussion: Darstellung neorealistischer Konzepte und deren Kritik zugunsten eines sozialkonstruktivistischen Forschungsrahmens.
4 Methodische Diskussion: Begründung der interpretativen qualitativen Inhaltsanalyse als adäquates Instrument zur Untersuchung politischer Kommunikation.
5 Empirische Analyse: Detaillierte Auswertung der US-amerikanischen Regierungsrhetorik, unterteilt in die Phasen vor und nach dem 11. September.
6 Diskussion der Hypothesen vor dem Hintergrund der empirischen Ergebnisse: Überprüfung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich des Rollenwandels und der Durchsetzung der Demokratisierungsidee.
7 Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse und kritische Reflexion des sozialkonstruktivistischen Erklärungsgehalts.
Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Sozialkonstruktivismus, Bush-Administration, 11. September, Terrorismus, Identitätswandel, Demokratisierung, Nation Building, Neokonservatismus, Bedrohungswahrnehmung, Kriegsakte, Präventive Selbstverteidigung, USA.
Die Lizentiatsarbeit analysiert den tiefgreifenden Wandel der US-Außen- und Sicherheitspolitik im Zuge der Anschläge vom 11. September 2001 auf Basis eines sozialkonstruktivistischen Forschungsansatzes.
Im Mittelpunkt stehen der Identitätswandel der politischen Führung, die neue Bedrohungswahrnehmung, die Verschiebung von defensiven zu offensiven außenpolitischen Strategien sowie der Einfluss neokonservativer Ideen.
Das Ziel ist es, zu erklären, warum die US-Regierung ihre ursprünglich zurückhaltende, an nationalen Interessen orientierte Politik zugunsten einer proaktiven Strategie der Demokratieförderung und Strukturtransformation im Nahen Osten aufgegeben hat.
Es wird eine interpretative, qualitative Inhaltsanalyse von Primärquellen wie Reden, Strategiepapieren und Anhörungsprotokollen der Bush-Administration durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Sozialkonstruktivismus, die methodische Einordnung und eine zweigeteilte empirische Analyse des Diskurses vor und nach den Anschlägen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Identitätswandel", "Krieg gegen den Terror", "Schurkenstaaten", "Sicherheitsdilemma" und "Strukturtransformation" geprägt.
Personen innerhalb der Administration, die neokonservativem Gedankengut nahestanden, konnten ihre Ideen zur militärischen Stärke und zur weltweiten Demokratisierung in den sicherheitspolitischen Diskurs und die Strategiepapiere einbringen.
Die Interpretation als Kriegsakt diente als kognitive Grundlage, um das zurückhaltende Rollenverständnis zu überwinden und ein offensives außenpolitisches Paradigma zu legitimieren, das eine Nation im Kriegszustand erfordert.
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