Examensarbeit, 2005
115 Seiten, Note: 1,7
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
2 Stadtentwicklung durch große Projekte
2.1 DIE THEORIE DER STADTENTWICKLUNG
2.2 DIE THEORIE DER FESTIVALISIERUNG
2.2.1 Merkmale großer Projekte
2.2.2 Die Rolle der Großprojekte in der Politik
2.2.2.1 Argumente für die Politik der Festivalisierung
2.2.2.2 Argumente gegen die Politik der Festivalisierung
3 Die Olympischen Spiele als Großereignis
3.1 DIE OLYMPISCHEN SPIELE IN MÜNCHEN IM JAHRE 1972
3.2 DIE OLYMPISCHEN SPIELE IN BARCELONA IM JAHRE 1992
4 Die Auswirkungen der Olympischen Spiele auf die Stadtentwicklung Athens
4.1 DIE UNTERSUCHUNGSMETHODE
4.2 DIE ENTWICKLUNG ATHENS BIS ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN
4.3 HYPOTHESENFORMULIERUNG
4.4 UNTERSUCHUNG DER HYPOTHESEN
4.4.1 Hypothese 1: Infrastruktur
4.4.2 Hypothese 2: Integration benachteiligter Stadtgebiete
4.4.3 Hypothese 3: Finanzierung
4.4.4 Hypothese 4: Tourismus und Image
4.4.5 Hypothese 5: Ökonomische Entwicklung
4.5 EVALUATION DER ERGEBNISSE
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Olympischen Spiele 2004 in Athen als Katalysator für eine beschleunigte Stadtentwicklung genutzt wurden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob durch das Großereignis nachhaltige städtebauliche Veränderungen erreicht wurden und welche politischen sowie ökonomischen Strategien diesem Prozess zugrunde lagen.
2.2.1 Merkmale großer Projekte
Ein neuer Typus von Politik wird sichtbar: Die Politik der großen Ereignisse. Dabei werden kampagneartig Gelder, Menschen und Medien auf ein möglichst klar umrissenes Ziel hin mobilisiert (HÄUßERMANN und SIEBEL 1993, S. 8).
Neben dem in diesem Zitat angeführten Merkmal weisen Großereignisse noch weitere Besonderheiten auf. So finden sie in Regionen statt, die sich in einem Auswahlverfahren gegen andere Mitbewerber durchgesetzt haben. Daher unterscheidet man zwischen Weltausstellungen und Olympischen Spielen auf internationaler Ebene, der Ernennung zur Kulturhauptstadt auf europäischer Ebene oder die Ausrichtung von Bundes- bzw. Landesgartenschauen auf bundesdeutscher Ebene (vgl. HUNING und PETERS 2003).
Daneben bedarf ein Ereignis jahrelanger Vorlaufzeit, da viele infrastrukturelle Veränderungen und sonstige Entwicklungsmaßnahmen von Nöten sind, um sich über die regionalen Grenzen hinaus zu präsentieren. Die spanische Provinzstadt Sevilla beispielsweise hat bereits im Jahre 1976 verkündet, dass sie eine Weltausstellung in der Stadt ausrichten möchte. Nach dem Verfahren der Bewerbung Sevillas entwickelte man erst im Jahre 1987 einen Generalplan für die Stadt, der die Planung für die Weltausstellung und die Realisierung der weiteren Nutzung beinhaltete. Die Maßnahmen der Stadtentwicklung wurden in den letzten vier bis fünf Jahren vor der EXPO `92 in Sevilla durchgeführt. (vgl. MEYER-KÜNZEL 2001, S. 379f).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Hoffnung, die Städte mit der Ausrichtung von Großereignissen verbinden, und stellt die Forschungsfrage zur Beschleunigung der Stadtentwicklung durch die Olympischen Spiele in Athen.
2 Stadtentwicklung durch große Projekte: Dieses Kapitel führt in die "Theorie der Festivalisierung" ein, die als planungstheoretische Grundlage dient, und diskutiert Chancen sowie Risiken politisch forcierter Großprojekte.
3 Die Olympischen Spiele als Großereignis: Hier werden die Spiele von München 1972 und Barcelona 1992 als historische Paradebeispiele für erfolgreiche Stadtentwicklung durch Großevents analysiert.
4 Die Auswirkungen der Olympischen Spiele auf die Stadtentwicklung Athens: Der Hauptteil untersucht anhand von fünf Hypothesen, wie sich Infrastruktur, Integration, Finanzierung, Tourismus und ökonomische Entwicklung in Athen verändert haben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Olympischen Spiele als Mittel zur infrastrukturellen Beschleunigung, warnt jedoch vor den finanziellen Belastungen und der Notwendigkeit einer klaren Nachnutzungsstrategie.
Stadtentwicklung, Olympische Spiele, Festivalisierung, Athen, Infrastruktur, Großereignisse, Stadtplanung, Wirtschaftsförderung, Standortpolitik, Nachhaltigkeit, Finanzierung, Tourismus, Public Private Partnership, Stadtpolitik, Strukturwandel
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Olympischen Spiele 2004 auf die Stadtentwicklung von Athen vor dem Hintergrund der "Festivalisierung der Politik".
Im Zentrum stehen die Stadtplanung, die Politik der Großereignisse, wirtschaftliche Standortentwicklung sowie infrastrukturelle Transformationen in Metropolen.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie Athen durch das Ereignis der Olympischen Spiele städtebaulich modernisiert wurde und welche politischen Ziele dabei verwirklicht werden konnten.
Es handelt sich um einen qualitativen Forschungsansatz, der Literaturanalysen mit leitfadenorientierten Experteninterviews kombiniert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Prüfung von fünf spezifischen Hypothesen zur Infrastruktur, Integration, Finanzierung, zum Tourismus und zur allgemeinen ökonomischen Entwicklung Athens.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Stadtentwicklung, Festivalisierung, Olympische Spiele, Infrastruktur, Standortpolitik und ökonomischer Strukturwandel.
Die Task Forces wurden zur effizienten Organisation der Spiele außerhalb der regulären Verwaltung gebildet, entzogen sich jedoch teils der demokratischen Rechenschaftslegung.
Der Flughafen war essenziell für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Athens, wobei das Projekt maßgeblich durch Public Private Partnerships realisiert wurde.
Die Integration erfolgte primär entlang der Küstenregion, jedoch war eine flächendeckende nachhaltige Integration über das gesamte Stadtgebiet nur teilweise nachweisbar.
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