Examensarbeit, 2007
78 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Liturgische Gewänder – Historische Entwicklung bis zum 2. Vatikanischen Konzil
1.1 Liturgische Farben und ihre Symbolik
2 Die Kasel
2.1 Historische Entwicklung der Kasel
2.2 Material und Farbe
2.3 Symbolik der Kasel
3 Kaselkreuze
3.1 Deutsche Kaselkreuze des 15. und 16. Jahrhunderts
3.2 Symbolik der Kreuztypen
3.3 Darstellung der Kreuzigung in der Gotik
4 Typen von Erzählstrukturen
4.1 Entwicklung narrativer Erzählstrukturen
4.2 Zeichenhaftigkeit in mittelalterlichen Darstellungen
4.2 Syntaktische und paradigmatische Erzählstrukturen
4.3 Die Macht der Mitte
5 Erzählstrukturen auf Kaselkreuzen
5.1 Vertikale Erzählstruktur
5.1.1 Kreuzigung mit Kelch
5.1.2 Kreuzigung mit Petrus
5.1.3 Arma Christi
5.2 Mehrfache, simultane Erzählstrukturen
5.2.1 Kreuzigung mit Engeln
5.2.2 Kreuzigung mit Propheten
5.2.3 Ecce Homo und Arma Christi
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.4 Zusammenhänge zwischen Kaselkreuzen und liturgischen Farben
6. Schluss
7 Katalog
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählstrukturen auf Kaselkreuzen des 15. und 16. Jahrhunderts, um zu ergründen, wie bildliche Anordnungen und inhaltliche Bezüge tieferliegende theologischen Bedeutungsebenen vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie diese meist zeichenhaft verkürzten Darstellungen trotz der räumlichen Begrenzungen komplexe Heilsbotschaften für den Betrachter erfahrbar machen.
3.2 Symbolik der Kreuztypen
Neben den Bildern und Bildergeschichten, die auf Kaselkreuzen zu finden sind und die ihre jeweils eigene Bedeutung aufweisen, hat auch das Kreuz selbst - ebenso wie die Kasel- symbolische Bedeutungen.
Als speziell christliches Zeichen verbreitet sich das Kreuz besonders nach der Vision Konstantin des Großen, der daraufhin die Freigabe der christlichen Religionsausübung bestimmte.
Das lateinische Kreuz gilt als historische Form der Kreuzigung Christi und wird deshalb nach dem 14. Jahrhundert mit Vorliebe in christlichen Darstellungen verwendet, als das Gabelkreuz nach und nach verdrängt wurde.
Das kosmische Symbol wird als ein Weltzentrum gesehen, ein Ort, an dem Himmel und Erde miteinander kommunizieren, wobei die vertikale Kreuzeslinie die himmlisch-göttliche Linie bezeichnet und die horizontale die erdgebundene. Ferner umfasst es die vier Elemente, die sich im Zentrum, dem fünften Punkt, vereinen.
1 Liturgische Gewänder – Historische Entwicklung bis zum 2. Vatikanischen Konzil: Untersuchung der Entstehung liturgischer Kleidung und deren Abgrenzung von profaner Zivilkleidung, einschließlich der Entwicklung eines liturgischen Farbkanons.
2 Die Kasel: Beleuchtung der historischen Entwicklung des priesterlichen Obergewandes, seiner unterschiedlichen Formen sowie seiner moralischen und dogmatischen Symbolik.
3 Kaselkreuze: Analyse der Entwicklung von Kaselbesätzen im späten Mittelalter, der Bedeutung der Kreuztypen und der Veränderung der Kreuzigungsdarstellung unter dem Einfluss gotischer Spiritualität.
4 Typen von Erzählstrukturen: Theoretische Grundlegung durch kunsthistorische Modelle (u.a. Wickhoff, Weitzmann, Kemp) zur Analyse narrativer und paradigmatischer Erzählweisen in bildhaften Medien.
5 Erzählstrukturen auf Kaselkreuzen: Praktische Anwendung der entwickelten Theorien an exemplarischen Kaselkreuzen zur Dekodierung ihrer vertikalen und simultanen Erzählstrukturen sowie deren Verbindung mit liturgischen Farben.
6. Schluss: Fazit der Untersuchung, das Kaselkreuze als hochkomplexe, zeichenhafte Medien identifiziert, deren volle Bedeutung sich nur durch das Vorwissen des Betrachters erschließt.
Kaselkreuz, Kasel, Liturgie, Erzählstruktur, Ikonographie, Mittelalter, Gotik, Zeichenhaftigkeit, Arma Christi, Symbolik, Heilsgeschichte, Paradigma, Passion, Bilderkaseln, liturgische Farben.
Die Arbeit analysiert, wie narrative und paradigmatische Erzählstrukturen auf Kaselkreuzen des 15. und 16. Jahrhunderts religiöse Inhalte und theologische Konzepte vermitteln.
Die Themen umfassen die Geschichte liturgischer Gewänder, die Entwicklung der Kasel, ikonographische Analysen von Kreuzigungsdarstellungen sowie kunsttheoretische Konzepte der Bildinterpretation.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie auf dem begrenzten Format eines Kaselkreuzes komplexe biblische Geschichten und Glaubenssätze durch eine spezifische zeichenhafte und räumliche Anordnung kommuniziert werden.
Die Autorin kombiniert historische Recherchen zur Paramentik mit kunsttheoretischen Modellen, insbesondere den Strukturanalysen von Franz Wickhoff, Kurt Weitzmann und Wolfgang Kemp.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Erzählstrukturen und eine detaillierte Fallanalyse ausgewählter Kaselkreuze, bei der auch das Zusammenspiel von Bildinhalten und liturgischen Farben betrachtet wird.
Wesentliche Begriffe sind Kaselkreuz, Ikonographie, Zeichenhaftigkeit, Arma Christi und Erzählstruktur.
Basierend auf Rudolf Arnheim wird untersucht, wie die zentrale Positionierung des Kreuzes auf der Kaselrückseite sowohl kompositorische Stimmigkeit erzeugt als auch die heilsgeschichtliche Bedeutung des Opfers Christi fokussiert.
Durch die Arbeit mit "Zeichen" und "Bildkürzeln" werden komplexe Themen wie die gesamte Passion Christi in einer Weise reduziert, die den Betrachter zur eigenständigen Assoziation und Vervollständigung auffordert.
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