Diplomarbeit, 2005
76 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Logistik
2.1 Der Begriff der Logistik
2.2 Logistikziele
2.3 Logistik als Controllingobjekt
3 Vollkosten versus Teilkostenrechnung
3.1 Vergleich von Voll- und Teilkostensystemen
3.2 Kombinierte Voll- und Teilkostenrechnung
4 Traditionelle Verrechnung der Logistikkosten anhand einer Fallstudie
4.1 Ausgangsdaten der Fallstudie
4.2 Kostenartenrechnung
4.3 Kostenstellenrechnung
4.4 Kostenträgerrechnung
4.5 Mängel der traditionellen Verrechnung der Logistikkosten
5 Logistikkosten- und Leistungsrechnung
5.1 Zwecke und Aufgaben der Logistikkosten- und Leistungsrechnung
5.2 Logistikleistungsrechnung
5.2.1 Notwendigkeit der klar definierten Abgrenzung von Logistikleistungen
5.2.2 Logistikleistungen
5.2.3 Probleme bei der Abgrenzung von Logistikleistungen
5.3 Logistikkostenrechnung
5.3.1 Notwendigkeit der klar definierten Abgrenzung von Logistikkosten
5.3.2 Logistikkosten
5.3.3 Probleme bei der Abgrenzung von Logistikkosten
6 Verrechnung der Logistikkosten nach Weber
7 Verrechnung der Logistikkosten nach Reichmann
8 Verrechnung der Logistikkosten in der Prozesskostenrechnung
8.1 Gegenstand und Zweck der Prozesskostenrechnung
8.2 Aufbau und Durchführung der Prozesskostenrechnung
8.2.1 Tätigkeitsanalyse
8.2.2 Kapazitäts- und Kostenzuordnung
8.2.3 Ermittlung der Prozesskostensätze
8.2.4 Hauptprozessverdichtung
8.2.5 Kalkulation
8.3 Die drei Effekte der Prozesskostenrechnung
8.4 Prozesskostenrechnung als Voll- oder Teilkostenrechnung
9 Vergleich und Analyse der Ergebnisse
10 Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsaspekt einer Logistikkostenrechnung
Ziel der Arbeit ist es, die Problematik der Messbarkeit logistischer Leistungen sowie deren Kosten aufzuzeigen und Methoden zur Integration einer Logistikkosten- und Leistungsrechnung in bestehende Unternehmensrechnungssysteme zu vergleichen. Dabei wird analysiert, wie durch prozessorientierte Informationen eine verursachungsgerechte Kalkulation und fundiertere Logistikentscheidungen ermöglicht werden können.
4.5 Mängel der traditionellen Verrechnung der Logistikkosten
Die beiden grundlegenden Kritikpunkte an der traditionellen Verrechnung der Logistikkosten ergeben sich zum einen aus der Erfassung ebendieser, zum anderen aus dem Verrechnungsmodus.
Der erste Kritikpunkt ist ganz offensichtlich: Die Logistikkosten werden in keiner Weise explizit erfasst. Sie sind als Bestandteile einzelner Kostenarten über den gesamten Kostenartenplan, welcher der Kostenartenrechnung zugrunde liegt, verteilt. So können sie beispielsweise als Anteil der Lohnkosten eines Arbeiters auftauchen, der sowohl in der Fertigung tätig ist, sich jedoch selbst die zu verarbeitenden Materialien besorgt („innerbetrieblicher Transport“). Oder im undifferenzierten Gesamtposten „Versicherung“ wird ein Teil dieser Kosten für spezielle Transportversicherungen aufgebracht. Aber auch am Ende des Kostenrechnungssystems ist der Anteil der Logistikkosten an den Herstellkosten des Umsatzes nicht ersichtlich. Vollkommen undifferenziert stecken diese Kosten in den Gemeinkostenzuschlags- und Verrechnungssätzen. Dieser Mangel der bisherigen Kostenrechnung liegt also in ihrer „starke[n] Zentrierung auf direkte Produktionstätigkeiten“. Die traditionellen Kostenrechnungssysteme waren originär für den Einsatz in der Sachgüterfertigung konzipiert. Die nachlässige Behandlung der internen Rechnungslegung kann darauf zurückgeführt werden, dass Logistikleistungen Dienstleistungen i.S. von „immateriellen Leistungen, die durch eine Kombination interner und externer Produktionsfaktoren am externen Faktor erbracht werden“, sind. Ihre Erstellung und Verwertung erfolgt gleichzeitig. Als Dienstleistungen sind sie im Gegensatz zu Sachgütern nicht so leicht greifbar.
Der zweite Mangel ergibt sich aus der Art der Kostenverrechnung. Die traditionelle Kalkulation in Form der summarischen oder der differenzierenden Zuschlagskalkulation erlaubt nur eine pauschale Verrechnung der Gemeinkosten mittels Zuschlags-, bzw. Verrechnungssätzen. Die Gemeinkosten werden nicht anhand der wirklichen Ressourceninanspruchnahme, sondern pauschal über Zuschlagssätze auf Basis der Material- und Fertigungseinzelkosten auf die Produkte verrechnet. Diese Verfahrensweise bietet Anlass zu Kritik: Diese pauschale Gemeinkostenverrechnung wird in keiner Weise dem notwendigen Verursachungsprinzip gerecht.
1 Einleitung: Erläuterung der Bedeutung der Logistik im veränderten Marktumfeld und der Notwendigkeit einer verbesserten Kosten- und Leistungsrechnung.
2 Logistik: Definition der Logistik, ihrer Ziele und der Rolle als Controllingobjekt in verschiedenen Entwicklungsstufen.
3 Vollkosten versus Teilkostenrechnung: Theoretischer Vergleich der beiden Kostenrechnungssysteme und deren Eignung für operative Entscheidungen.
4 Traditionelle Verrechnung der Logistikkosten anhand einer Fallstudie: Analyse der klassischen Kostenrechnung mittels einer Fallstudie und Aufzeigen der methodischen Defizite bei der Logistikkostenverrechnung.
5 Logistikkosten- und Leistungsrechnung: Darstellung der Zwecke und Aufgaben sowie Anforderungen an die Definition von Logistikleistungen und -kosten.
6 Verrechnung der Logistikkosten nach Weber: Vorstellung des Ansatzes von Weber zur Einrichtung von Logistikkostenstellen als Endkostenstellen.
7 Verrechnung der Logistikkosten nach Reichmann: Erläuterung des Modells von Reichmann, das auf Zusammenfassungen logistischer Hauptkostenstellen basiert.
8 Verrechnung der Logistikkosten in der Prozesskostenrechnung: Detaillierte Darstellung der Prozesskostenrechnung zur verursachungsgerechten Verrechnung indirekter Kostenbereiche.
9 Vergleich und Analyse der Ergebnisse: Synthese und Gegenüberstellung der vorgestellten Methoden anhand der Fallstudie.
10 Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsaspekt einer Logistikkostenrechnung: Bewertung der Voraussetzungen und des Nutzens einer Implementierung unter Berücksichtigung strategischer Aspekte.
Logistikkostenrechnung, Logistikleistungsrechnung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Prozesskostenrechnung, Logistikcontrolling, Gemeinkosten, Verursachungsprinzip, Kostentreiber, Prozesskostensatz, Zuschlagskalkulation, Logistikziele, Wettbewerbsvorteil, Ressourcenverzehr, Materialfluss.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Vergleich verschiedener Methoden zur transparenten Erfassung und Verrechnung von Logistikkosten und -leistungen, um eine verursachungsgerechte Kalkulation in Unternehmen zu ermöglichen.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Logistikkosten, der Vergleich zwischen Voll- und Teilkostenrechnung, sowie die Anwendung moderner Ansätze wie der Prozesskostenrechnung zur Steuerung logistischer Prozesse.
Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie der bisher oft intransparente Bereich der internen Logistik in die bestehende Unternehmensrechnung integriert werden kann, um Rationalisierungspotenziale aufzudecken und fundierte strategische Entscheidungen zu unterstützen.
Die Arbeit nutzt eine ausführliche Literaturanalyse sowie eine methodische Fallstudie eines fiktiven Leuchtenherstellers, um die verschiedenen Verrechnungsansätze (traditionell, Weber, Reichmann, Prozesskostenrechnung) direkt miteinander zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Kostenrechnung, die Kritik an traditionellen Verfahren, die Vorstellung spezifischer Ansätze nach Weber und Reichmann sowie die detaillierte Darstellung der Prozesskostenrechnung inklusive deren Aufbau, Durchführung und Wirkungsweisen.
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Logistikkostenrechnung, Prozesskostenrechnung, Logistikcontrolling, verursachungsgerechte Kalkulation und Kostentreiber beschreiben.
Während die traditionelle Zuschlagskalkulation Gemeinkosten pauschal über wertorientierte Zuschlagssätze auf Basis von Einzelkosten verteilt, verrechnet die Prozesskostenrechnung diese Kosten verursachungsgerecht auf Basis der tatsächlichen Ressourceninanspruchnahme durch Prozesse.
Der Allokationseffekt beschreibt die numerische Differenz in den Kalkulationsergebnissen, die daraus resultiert, dass bei einer verursachungsgerechteren Zuordnung logistikintensive Produkte korrekt mit höheren Kosten belastet werden, statt die Kosten pauschal nach dem "Gießkannenprinzip" zu verteilen.
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