Diplomarbeit, 2006
123 Seiten, Note: 1,7
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Hinführung zum Thema
2. Der Begriff Stress in der historischen Entwicklung
3. Grundkonzepte der Stressforschung
3.1 Der Reaktionsansatz
3.2 Der Stimulusansatz
3.3 Das transaktionale Konzept
4. Ursachen
4.1 Die Umwelt
4.2 Das Ich
4.2.1. Soziodemographische Personenmerkmale und soziökonomischer Status
4.2.2. Personale Ressourcen und Vulnerabilitätsfaktoren
4.2.2.1. Negative Affektivität
4.2.2.2. Typ-A Verhalten
4.2.2.3. Positive Affektivität
4.2.2.4. Selbstwerterhaltung und Selbstwirksamkeit
5. Erscheinungsformen
5.1 Psychologische Stressreaktionen
5.2 Physiologische Stressreaktionen
6. Stresscoping
6.1 Problemorientierte Bewältigung
6.2 Emotionsorientierte Bewältigung
6.3 Soziale Unterstützung
7. Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
7.1 Epidemiologie
7.2 Die Klassifikation der PTBS in den aktuellen Diagnosesystemen
7.2.1. Intrusive Symptome
7.2.2. Vermeidungssymptome
7.2.3. Arousal-Symptome
7.3 Nosologie und Verlauf
7.4 Komorbidität
8. Vom Stress zum Trauma – Was macht Stress traumatisch?
9. Ausgewählte Konzepte der Traumabewältigung
9.1 Konfrontationsverfahren
9.2 EMDR
10. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Stress, Stressbewältigung und der Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), wobei sie die theoretischen Modelle kritisch beleuchtet und empirisch fundierte Bewältigungsstrategien sowie protektive Faktoren analysiert.
3.1 Der Reaktionsansatz
In reaktionsorientierten Ansätzen werden die Indikatoren für Stress nicht auf der Stimulusseite definiert, sondern sowohl physio- als auch psychologisch auf der Reaktionsseite operationalisiert. Man kann auch sagen, dass Stress als Output verstanden wird (vgl. u. a. SCHWARZER (1993: 14) (2004: 153)). Auf Basis der Forschungen von Walter CANNON (1929) im Bereich der Emotionspsychologie hat der Endokrinologe Hans SELYE maßgeblichen Einfluss auf die Theorie genommen. Nicht zuletzt deshalb wird der Reaktionsansatz bzw. das Reaktionskonzept die SELYE´sche Stresstheorie genannt (vgl. HAMBERGER/ LOHR (1984: 9) u. WENSING (1990: 7)). Um diese Theorie und ihren wissenschaftlichen Hintergrund zu verstehen, muss im Vorfeld geklärt werden, was SELYE unter Stress versteht (vgl. 2. prozessorientierte Betrachtung des Terminus). So definiert er Stress medizinisch als „die unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Anforderung, die an ihn gestellt wird.“ (SELYE (1974: 58)) Hier wird Stress auf die unspezifische Reaktion des Organismus bezogen, während die (Umwelt-) Anforderungen oder auslösenden Reize die Stressoren darstellen.
Was bedeutet nun „unspezifische Reaktion“? SELYE (1974: 58-59) stellt fest, dass jede Anforderung an den menschlichen Körper in gewissem Maße >>spezifisch<< ist. Dies kann das Zittern bei Kälte sein, das Schwitzen bei Hitze oder das Schnellerschlagen des Herzes bei erhöhter körperlicher Beanspruchung. Auch Arzneimittel können diese spezifischen Wirkungen auslösen. Darüber hinaus allerdings „steigern sie auch noch den Bedarf für den normalisierenden Ausgleich“ (ebd.: 58-59), also den Bedarf der Wiederherstellung der Homöostase bzw. Aufrechterhaltung des inneren Milieus. Genau dieser Bedarf ist eben >>unspezifisch<<, mit anderen Worten, die unspezifische Reaktion des Organismus auf endogene oder exogene Reize, kennzeichnet das Unspezifitätskonzept von Hans SELYE. Stress manifestiert sich demnach in einem spezifischen Syndrom, das aus allen unspezifischen Veränderungen eines biologischen Systems besteht (vgl. HELLER (1978: 118)).
1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die Relevanz von Stress und Trauma in der modernen Industriegesellschaft und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Der Begriff Stress in der historischen Entwicklung: Historische Herleitung und wissenschaftliche Einordnung des vielschichtigen Stressbegriffs.
3. Grundkonzepte der Stressforschung: Darstellung der drei primären theoretischen Stressansätze: Reaktions-, Stimulus- und transaktionales Modell.
4. Ursachen: Analyse der Umweltfaktoren sowie persönlicher Persönlichkeitsmerkmale und Ressourcen als Stressursachen.
5. Erscheinungsformen: Beschreibung der verschiedenen psychischen und physischen Symptome, die als direkte Folge von Stress auftreten können.
6. Stresscoping: Untersuchung von Bewältigungsmechanismen sowie der zentralen Rolle sozialer Unterstützung im Umgang mit Stress.
7. Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Epidemiologische Daten, Klassifikationskriterien nach DSM-IV und ICD-10 sowie Symptombeschreibungen.
8. Vom Stress zum Trauma – Was macht Stress traumatisch?: Kritische Auseinandersetzung mit der Übergangsphase von Stress zu traumatischen Belastungen.
9. Ausgewählte Konzepte der Traumabewältigung: Vorstellung therapeutischer Ansätze wie Konfrontationsverfahren und EMDR zur Behandlung von Traumafolgen.
10. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung von Diagnose, Früherkennung und ökonomischen Aspekten in der Traumabewältigung.
Stress, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Stresscoping, Soziale Unterstützung, Resilienz, Vulnerabilität, Transaktionales Stressmodell, Bewältigungsstrategien, Diagnostik, Pathogenese, Gesundheit, Psychosomatik, Interventionsmethoden.
Die Diplomarbeit widmet sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Zusammenhangs zwischen Stress und der Entstehung sowie Bewältigung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Stressforschung, die Bedeutung individueller Persönlichkeitsmerkmale und Umweltfaktoren sowie spezifische Behandlungs- und Bewältigungsstrategien bei Stress und Traumata.
Das Ziel der Arbeit ist es, die wesentlichen Stress- und PTBS-Theorien zusammenzuführen, ihre Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede kritisch zu betrachten und dabei die Rolle von Bewältigungsressourcen und Interventionsmöglichkeiten herauszuarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Heranziehen exemplarischer Studien zur empirischen Fundierung, sie versteht sich jedoch ausdrücklich nicht als Metaanalyse.
Im Hauptteil werden Stresskonzepte, Ursachen, psychische und physische Erscheinungsformen sowie Stressbewältigungsmethoden und die spezifische klinische Beschreibung der PTBS unter Berücksichtigung aktueller Diagnosesysteme detailliert dargelegt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stress, Trauma, PTBS, Coping, Soziale Unterstützung, Vulnerabilität und Resilienz charakterisieren.
Soziale Unterstützung wird als einer der wichtigsten, konstanten Schutzfaktoren identifiziert, der sowohl präventiv wirken kann als auch entscheidend für den Genesungsprozess nach einem Trauma ist.
Die Arbeit betont den kausalen Unterschied im Ausmaß: Während Stress oft als längerfristige Anforderung wahrgenommen wird, führt ein Trauma als Überforderung zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

