Diplomarbeit, 2007
145 Seiten, Note: 2,0
A. Einleitung
B. Theoretische Ausführung
1. Definitionsversuch des Verwahrlosungsbegriffs
1.1 Gesellschaftsbedingte Veränderung des Verständnisses von Verwahrlosung
1.2 Etymologische Begriffsbestimmung
1.3 Rechtliche Definition
1.4 Weitere Definitionsversuche
1.5 Abgrenzung des Begriffs
2. Symptome
2.1 Latente und manifeste Verwahrlosung
2.2 Produktive und defektive Symptomatik
2.2.1 Produktive Symptomatik
2.2.2 Defektive Symptomatik
2.3 Frühsymptome
2.4 Geschlechts- und altersspezifische Unterschiede
2.5 Drei Phasen der Entwicklung
2.5.1 Stadium der Aberration
2.5.2 Stadium der Schwererziehbarkeit
2.5.3 Stadium der Verwahrlosung
3. Ursachen
3.1 Mangelnde Entwicklung der Instanzen der Persönlichkeit
3.1.1 Die drei Instanzen der Persönlichkeit
3.1.2 Die Entwicklung der Instanzen
3.1.3 Die Modifizierung vom Lustprinzip zum Realitätsprinzip
3.1.4 Die Errichtung des ICH-Ideals
3.2 Erziehungsstil
3.2.1 Härte
3.2.2 Verwöhnung
3.2.3 Unberechenbarer Erziehungsstil
3.3 Traumata
3.4 Wirtschaftliche Not
3.5 Körperliche Ursachen
3.6 Unangemessene Bedürfnisbefriedigung bzw. unangemessener Bedürfnisausgleich
3.6.1 Problemkategorien
3.6.2 Zusammenwirken
3.7 Zusammenfassung
4. Hilfsmöglichkeiten gemäß dem Kinder- und Jugendhilfegesetz
4.1 Voraussetzungen zur Gewährung einer Hilfe
4.2 KICK
4.3 § 28 KJHG Erziehungsberatung
4.4 § 29 KJHG Soziale Gruppenarbeit
4.5 § 30 KJHG Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer
4.6 § 31 KJHG Sozialpädagogische Familienhilfe
4.7 § 32 Erziehung in einer Tagesgruppe
4.8 § 33 Vollzeitpflege
4.9 § 34 Heimerziehung / sonstige betreute Wohnform
4.10 § 35 Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung
4.11 Flexible Hilfe
4.12 Hilfen in Bezug auf Verwahrlosung
5. Konkrete Hilfsangebote und die Möglichkeiten ihrer Umsetzung
5.1 Verhaltensänderungen der Verwahrlosten durch Gruppensitzungen
5.2 Elterntraining
5.3 Übertragung
5.4 Ressourcenerschließung
5.5 Zusammenfassung
C. Empirische Befragung
1. Fragestellung
2. Methode
3. Erhebung
4. Auswertung
5. Ergebnisse
5.1 Angaben zu den Befragten
5.2 Verwendung des Begriffs
5.2.1 Generelle Verwendung des Begriffs
5.2.2 Verwendung als Diagnosebegriff
5.2.3 Aktualität des Begriffs
5.3 Wissensverlust
5.3.1 Individuelles Begriffsverständnis
5.3.2 Ursache der Verwahrlosung
5.3.3 Symptome
5.4 Über den Umgang mit Verwahrlosten in Abhängigkeit vom Studienzeitpunkt
5.4.1 Verwendung von Bezugwissenschaften und Theorien
5.4.2 Auffälligkeiten, die sich bei der Auswertung ergeben haben
5.4.3 Hilfen
D. Fazit und Ausblick
1. Überprüfung meiner These
2. Folgerungen
2.1 Aktuelle Empirische Untersuchungen sind nötig
2.2 Ersetzung des Wortes Verwahrlosung
2.3 Aufklärung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Verwahrlosungstendenzen bei Kindern und Jugendlichen. Das Ziel ist es, neben der theoretischen Fundierung und Darstellung der gesetzlichen Hilfsmöglichkeiten, die aktuelle Verwendung und Relevanz des Begriffs "Verwahrlosung" in der Fachliteratur sowie in der täglichen Praxis bayerischer Jugendämter zu analysieren und mögliche Wissenslücken bei Fachkräften zu identifizieren.
2.2 Produktive und defektive Symptomatik
Beschäftigt man sich mit dem Thema Verwahrlosung und deren Symptomatik, wird man schnell seitenlange Symptomauflistungen zahlreicher Autoren finden. Betrachtet man diese Listen jedoch genauer, wird man feststellen, dass in erster Linie die Symptome aufgelistet werden, die der Definition „soziale Abweichung“ entsprechen. Der Verwahrloste wird demzufolge als Störer und nicht als gestörte Person wahrgenommen. Diese Äußerungen, die als eine Art Abwehr gegen die Gesellschaft bezeichnet werden können, zeigen jedoch nur einen Teilbereich der Verwahrlosung.
Bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise muss zwischen produktiven und defektiven Symptomen unterschieden werden. Symptome wie Streunen, Betteln, Wutanfälle oder Diebstähle stellen dabei die produktive Symptomatik dar, welche von der Umwelt leicht wahrgenommen werden kann. STEINVORTH führt aus: „Nicht registriert werden dagegen die Symptome, die aus dem mangelnden Verwahrtsein resultieren und für den Verwahrlosten selbst eine empfindliche Störung, einen Mangel an Chancen zur Selbstentfaltung und Daseinsbewältigung bedeuten (...)“
A. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Verwahrlosungstendenzen ein und beschreibt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
B. Theoretische Ausführung: Es werden Definitionsversuche, Symptome, Ursachen und gesetzliche Hilfsmöglichkeiten gemäß dem KJHG theoretisch hergeleitet und dargestellt.
C. Empirische Befragung: Dieses Kapitel erläutert die Methodik und Ergebnisse der Online-Befragung von Fachkräften in bayerischen Jugendämtern.
D. Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse mit der Ausgangsthese abgeglichen und Folgerungen für die zukünftige Praxis sowie Forschung abgeleitet.
Verwahrlosung, Jugendhilfe, KJHG, Sozialpädagogik, Verwahrlosungstendenzen, Diagnostik, Hilfeplanverfahren, Soziale Arbeit, Symptomatik, Kindeswohl, Prävention, Erziehungsberatung, Jugendamt, Sozialpädagogische Familienhilfe, Empirische Untersuchung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Problematik von Verwahrlosungstendenzen bei Kindern und Jugendlichen und deren Bedeutung in der heutigen sozialen Arbeit.
Die Arbeit behandelt die theoretische Definition und Ursachen von Verwahrlosung, die gesetzlichen Hilfsmöglichkeiten nach dem KJHG sowie eine empirische Bestandsaufnahme in bayerischen Jugendämtern.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Aktualität und Verwendung des Begriffs "Verwahrlosung" in der Fachliteratur und in der täglichen Arbeit von Sozialpädagogen.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung mit einer quantitativen und qualitativen Online-Befragung von Fachkräften in bayerischen Jugendämtern.
Der Hauptteil erörtert die Definitionen, Symptome und Ursachen der Verwahrlosung sowie die im Gesetz verankerten Hilfsangebote wie Erziehungsberatung oder Sozialpädagogische Familienhilfe.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Verwahrlosung, Jugendhilfe, KJHG, Sozialpädagogik und empirische Untersuchung beschreiben.
In der Praxis werden beide Begriffe oft synonym verwendet, da sie ähnliche Symptome aufweisen; eine klare Abgrenzung erfordert daher eine detaillierte Betrachtung der individuellen Lebensläufe.
Der Begriff wird weiterhin verwendet, allerdings eher als ein zusammenfassender Überbegriff für diverse Problemlagen und weniger als präziser Diagnosebegriff.
Die flexible Hilfe ist ein neueres Konzept, das darauf abzielt, über die starren Rahmenbedingungen des KJHG hinauszugehen und passgenaue, ressourcenorientierte Hilfsarrangements aus einer Hand anzubieten.
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