Magisterarbeit, 2006
157 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Erkenntnisinteresse und Untersuchungsgegenstand
1.2 Zentrale Forschungsfragen
1.3 Vorgehensweise der Analyse
2. Der demografische Wandel – Charakter und Elemente
2.1 Die demografische Entwicklung in Deutschland
2.2 Demografie und öffentliche Aufmerksamkeit
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Diskurstheoretische Perspektive der Wirklichkeitsdeutung oder „Der Spiegel“ ist kein Spiegel der Realität
3.2 Die Struktur des Diskurses: Terminologien und Definitionen
4. Das Analyseverfahren der kritischen Diskursanalyse
4.1 Methodische Verfahren der kritischen Diskursanalyse
4.2 Methodisches Vorgehen dieser Arbeit
5. Analyse und Auswertung
5.1 Der Demografische Wandel, seine Unterthemen und ihre quantitative Präsenz im Zeitverlauf
5.2 Bewertung des demografischen Wandels und seiner Unterthemen im Zeitverlauf
5.3 Gründe der Ursachen des demografischen Wandels
5.4 Folgen des demografischen Wandels
5.5 Interventionsansätze
5.6 Dargestellte Szenarien - Zusammenfassung
5.6.1 Die demografische Zeitbombe
5.6.2 Sonderlasten der Alterung
5.6.3 Der Zeugungsstreik
5.6.4 Zuwanderung in Parallelwelten
5.6.5 Der schleichende Tod - Abwanderung innerhalb Deutschlands
5.6.6 Elite im Exil - Abwanderung ins Ausland
5.7 Kollektivsymbole und sprachliche Bilder
6. Spezialdiskurs der Bevölkerungswissenschaft
6.1 Prognosen, Szenarien und Symbole
6.2 Statistiken und Zahlen
7. Zusammenfassende Diskussion und Ausblick
8. Literaturverzeichnis
Ziel der Arbeit ist es, die Art, Häufigkeit und das Ausmaß der Berichterstattung über den demografischen Wandel im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ im Zeitraum von 2001 bis 2005 diskursanalytisch zu untersuchen. Dabei wird analysiert, welche Realitätskonstrukte und Zukunftsszenarien vermittelt werden, wie wissenschaftliche Aussagen in den medialen Interdiskurs integriert und umgedeutet werden und welche Rolle Kollektivsymbole bei der Bewertung und Polarisierung dieses gesellschaftlichen Phänomens spielen.
1. Einleitung
Für einen Teil der traditionellen Medienforschung hat die Annahme, dass die Funktion der Medien in der Abbildung von realen Geschehnissen liegt, um diese für nicht beteiligte Rezipienten erfahrbar zu machen, noch heute Gültigkeit. Dieser Auffassung zufolge existiert eine objektiv erfassbare Alltagsrealität, die in ihrer Existenz nur nach dem journalistischen Objektivitätsanspruch passiv beschrieben und abgebildet werden muss, um ein möglichst genaues Abbild der realen Lebenswelt zu erhalten. Hiernach wird die Realität selbst als eine von den Medien unbeeinflusste Größe betrachtet, Medien kommt die Aufgabe zu, der Realität nachfolgend über diese zu informieren.
Im Gegensatz zu dieser abbildtheoretischen Annahme entwickelten sich im Rahmen von konstruktivistischen als auch diskursanalytischen Perspektiven neue medientheoretische Sichtweisen. Realität wird nicht mehr als objektiv erkennbar Vorhandenes, sondern als etwas durch einen sozialen Konstruktionsprozess ständig neu Geschaffenes konzeptualisiert. Die Medien bzw. der Diskurs konstruieren somit eine „Palette unterschiedlicher Realitätsdeutungen mit unterschiedlichen Akzenten aus verschiedenen Perspektiven (...). Es liegt nun beim Publikum, sich daraus (aktiv) eine eigene Realitätsvorstellung zu bilden (...).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die medientheoretischen Grundlagen der diskursanalytischen Untersuchung ein und begründet das Erkenntnisinteresse an der medialen Konstruktion des demografischen Wandels.
2. Der demografische Wandel – Charakter und Elemente: Dieses Kapitel definiert den demografischen Wandel als gesellschaftliches Phänomen und erläutert dessen wissenschaftliche Grundlagen sowie die zeitliche Entwicklung der öffentlichen Aufmerksamkeit.
3. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die diskurstheoretischen Ansätze von Jürgen Link und Siegfried Jäger dargelegt, die als methodisches Fundament für die Analyse dienen.
4. Das Analyseverfahren der kritischen Diskursanalyse: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen und die Instrumente der kritischen Diskursanalyse, die für das untersuchte Material angewendet werden.
5. Analyse und Auswertung: Das Hauptkapitel präsentiert die Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Untersuchung, unterteilt in Themenpräsenz, Bewertung, Ursachen, Folgen und Szenarien.
6. Spezialdiskurs der Bevölkerungswissenschaft: Hier wird untersucht, wie wissenschaftliche Daten und Prognosen in den medialen Diskurs einfließen und dort für argumentative Zwecke umgedeutet werden.
7. Zusammenfassende Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und diskutiert deren Bedeutung für die zukünftige gesellschaftliche Kommunikation über den demografischen Wandel.
Demografischer Wandel, Diskursanalyse, Mediendiskurs, Der Spiegel, Kollektivsymbole, Bevölkerungsentwicklung, Fertilität, Alterung, Zuwanderung, Realitätskonstruktion, Wissenschaftskommunikation, Interdiskurs, Gesellschaftliche Polarisierung, Prognose, Krisenszenarien.
Die Arbeit untersucht, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ den demografischen Wandel in Deutschland zwischen 2001 und 2005 dargestellt und bewertet hat.
Die zentralen Themenfelder sind Alterung, Fertilität (Geburtenrate), Zuwanderung und Abwanderung innerhalb Deutschlands.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie mediale Berichterstattung soziale Realität konstruiert, welche Rolle wissenschaftliche Daten dabei spielen und wie diese zur Erzeugung von Negativbildern oder gesellschaftlicher Polarisierung genutzt werden.
Es wird die Methode der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger und Jürgen Link angewendet, ergänzt durch quantitative Inhaltsanalysen.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Artikel hinsichtlich der Themenkonjunkturen, der Bewertung der Ursachen und Folgen des Wandels sowie der Darstellung spezifischer Zukunftsszenarien.
Wichtige Begriffe sind Demografischer Wandel, Mediendiskurs, Kollektivsymbole, Realitätskonstruktion und Interdiskurs.
Wissenschaftliche Prognosen und Daten werden oft als Basis für die Argumentation genutzt, jedoch häufig umgedeutet, um handlungsleitende Katastrophenszenarien zu legitimieren.
Durch die Konstruktion von Gegensätzen wie „jung gegen alt“ oder „kinderlose Karrierefrauen gegen Mütter“ wird eine gesellschaftliche Aufspaltung befördert, die Schuldzuweisungen ermöglicht.
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