Bachelorarbeit, 2006
25 Seiten, Note: 1,0
1. Die Schwellensituation von Entr’acte
2. Entr’acte und Dadaismus
3. Surrealismus
3.1. Kino und Surrealismus
3.2. Entr’acte und Surrealismus
4. Entr’acte und Dada-/Surrealismus
5. Bibliographie:
Die Arbeit untersucht den Film "Entr’acte" von René Clair (1924) an der ästhetischen Schnittstelle zwischen Dadaismus und Surrealismus. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Film durch die Interaktion von Picabias dadaistischen Konzeptionen und Clairs filmischer Inszenierung eine hybride Ästhetik erzeugt, die über eine reine Summe der Teile hinausgeht.
1. Die Schwellensituation von Entr’acte
Zu Beginn der 1920er Jahre durchläuft das französische Kino eine Phase der Veränderung, die sich produktions- und werkästhetisch manifestiert. Zum einen interessieren sich nun nicht mehr nur Regisseure und Produzenten für den Film, sondern auch Literaten und bildende Künstler steigen zunehmend in die Filmproduktion ein. Zum anderen wird in zahlreichen Filmen die kausal-logische Narration zugunsten eines non- linearen Erzähldiskurses aufgegeben und damit neue Möglichkeiten des filmischen Erzählens geschaffen. Dadurch schreitet die Autonomisierung des Filmes von der Literatur voran und entzündet Mitte der 20er Jahre die Debatte um den „reinen Film“, die in Frankreich ein wichtiger Gegenstand des filmischen Diskurses war.
Gerade anhand dieser Diskussion lässt sich die Ausweitung des Filmdiskurses auf Kritiker, Schriftsteller und Theoretiker ablesen, die in Form der Nouvelle Vague knapp 40 Jahre später ihre historische Fortsetzung erfuhr. Einer dieser Kritiker, die sich Anfang der 20er Jahre in den Filmdiskurs einschalteten, war René Clair, der für die Zeitschriften L’ Intrasigeant und Théatre et Comoedia Illustré Filmrezensionen schrieb und sich in diesen immer wieder kritisch zur Filmästhetik äußerte. Seine Arbeit über den Film versetzte ihn 1923 in Lage, seinen ersten eigenen Film mit selbst verfasstem Drehbuch zu produzieren.
1. Die Schwellensituation von Entr’acte: Das Kapitel erläutert die Umbruchphase des französischen Kinos Anfang der 1920er Jahre und die Entstehungsbedingungen von "Entr’acte" durch die Zusammenarbeit von Francis Picabia und René Clair.
2. Entr’acte und Dadaismus: Hier werden die dadaistischen Elemente des Films analysiert, wobei der Fokus auf der Provokation des Publikums und der Brechung medialer Konventionen liegt.
3. Surrealismus: Dieses Kapitel diskutiert den theoretischen Zusammenhang zwischen dem Kino und der surrealistischen Bewegung sowie die spezifische Rolle der filmischen Form.
4. Entr’acte und Dada-/Surrealismus: Das Kapitel führt die Analysen zusammen und zeigt auf, wie der Film als hybrides Werk sowohl dadaistische als auch surrealistische Merkmale vereint.
5. Bibliographie:: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Entr’acte, René Clair, Francis Picabia, Dadaismus, Surrealismus, Filmavantgarde, Montage, Produktionsästhetik, Schockwirkung, mediale Konventionen, hybride Ästhetik, französische Filmgeschichte, Kino der 1920er Jahre, Bildobjektivierung, filmische Zeit.
Die Arbeit untersucht den Film "Entr’acte" (1924) von René Clair im Kontext der historischen Avantgardebewegungen Dadaismus und Surrealismus.
Zentral sind die Produktionsbedingungen des Films, das Spannungsfeld zwischen dadaistischer Provokation und surrealistischer Formensprache sowie die Autonomisierung des Films in den 1920er Jahren.
Ziel ist der Nachweis, dass "Entr’acte" kein rein dadaistisches oder surrealistisches Werk ist, sondern eine hybride Ästhetik darstellt, die den Übergang zwischen diesen beiden Strömungen markiert.
Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die formale Aspekte wie Montage, Zeitmanipulation und Kameraperspektive mit kunsttheoretischen Ansätzen des Dadaismus und Surrealismus verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Films, die Funktion dadaistischer Performance-Elemente sowie die Etablierung surrealistischer Merkmale durch filmimmanente Mittel wie Überblendungen.
Wesentliche Begriffe sind Dadaismus, Surrealismus, Entr’acte, Montage, Produktionsästhetik und Avantgarde.
René Clair wird als Regisseur betrachtet, der Picabias dadaistische Konzepte durch seine filmische Virtuosität transformiert und damit eine neue, spezifisch filmische Ästhetik erschafft.
Der Leichenwagen dient als Beispiel für eine dadaistische Provokation, die durch filmische Zeitmanipulation in eine surreale Repräsentation überführt wird.
Sie bezeichnet die zeitliche und ästhetische Lage des Films zwischen dem auslaufenden Dadaismus und dem aufkommenden Surrealismus im Jahr 1924.
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