Bachelorarbeit, 2006
16 Seiten, Note: 1,0
1. Metropolis – progressiv oder retrospektiv?
2. Konstruktionen des Organischen
3. Die Perfektion des Organismus
4. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit analysiert die filmische Darstellung der Stadt in Fritz Langs Metropolis und untersucht, inwiefern die Architektur und die Inszenierung der Stadt als organisches Gebilde dienen, um den soziokulturellen Schock der Moderne abzumildern.
1. Metropolis – progressiv oder retrospektiv?
In Fritz Langs Metropolis spielt die gefilmte Stadt nicht nur eine nachrangige, dekorative Rolle, sondern greift immer wieder aktiv in den Filmdiskurs ein und wird zum Thema desselben. Die bewusste Inszenierung der Stadt geht über eine bloße Repräsentation der Stadt im Film hinaus und erweist sich somit als „filmische Stadt“, die zusätzlich zur dramatischen Funktion durch eine spezifische ästhetische Konstruktion gekennzeichnet ist. Aus diesem Grund wurde die filmische Stadt in Metropolis auch immer wieder auf ihren architektonischen Aufbau und Stil hin ausgeleuchtet und in Bezug zur Narration gesetzt.
Die Architektur der Oberstadt sowie die technisierte und funktionalisierte Lebensweise der Bewohner von Metropolis, die privilegierten Kinder der Machthaber einmal ausgeschlossen, galten als deutliche Indizien für die Thematisierung einer potenziellen modernen Lebensform im Film. Trotz aller futuristisch anmutenden Anzeichen trägt der Film nicht nur in ideologiekritischer Hinsicht antimoderne Züge. Der Schock der Moderne, der sich durch eine zunehmende Ausdifferenzierung der Lebensbereiche, Entfremdung von der Arbeit, Vermassung und Urbanisierung sowie Mediatisierung der Gesellschaft einstellt, wird in Metropolis nicht nur ideologisch durch die messianische Figur des Mittlers abgemildert, sondern auch durch die ästhetische Konstruktion der Stadt.
1. Metropolis – progressiv oder retrospektiv?: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung der Stadt als aktives Element ein und erläutert, wie durch ästhetische Konstruktionen der Schock der Moderne abgemildert wird.
2. Konstruktionen des Organischen: Hier wird die vertikale Hierarchie von Metropolis analysiert, wobei die Arbeiterstadt als funktionales, aber machtpolitisch unterdrücktes Fundament betrachtet wird.
3. Die Perfektion des Organismus: Dieses Kapitel behandelt das Ende des Films und argumentiert, dass die gefundene Vermittlung zwischen den Klassen das bestehende Machtdispositiv festigt, statt es aufzubrechen.
4. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Quellen und die wissenschaftliche Forschungsliteratur auf.
Fritz Lang, Metropolis, Moderne, Stadtinszenierung, Organismus, Machtdispositiv, Architektur, Filmdiskurs, Arbeiterklasse, Funktionalität, Anthropomorphisierung, Ideologie, Technik, Gesellschaft, Utopie
Die Arbeit untersucht die filmische Stadt in Fritz Langs Metropolis und analysiert, wie deren architektonische Gestaltung und symbolische Aufladung dazu dienen, die Spannungen und den Schock der Moderne zu verarbeiten.
Im Zentrum stehen die räumliche Strukturierung der Stadt, die Darstellung der Arbeiterklasse, die Bedeutung von Technologie sowie die Metaphorik des "Organischen" als Mittel zur sozialen und architektonischen Ordnung.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine "organische" Konstruktion der Stadt Metropolis versucht wird, moderne gesellschaftliche Probleme zu maskieren und eine konservative Ordnung zu stabilisieren.
Es wird eine filmwissenschaftliche und kulturanalytische Untersuchung durchgeführt, die architektonische Aspekte, Kameraperspektiven und zeichentheoretische Ansätze in Bezug auf den Filmdiskurs verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des städtischen Aufbaus (vertikale Schichtung), der Machtverhältnisse innerhalb dieses Systems und der finalen Vermittlung zwischen den gesellschaftlichen Schichten.
Die wichtigsten Schlagworte sind unter anderem Metropolis, Organismus, Moderne, Machtdispositiv und Architektur.
Sie fungiert als energetisches Zentrum der Stadt und verdeutlicht die totale Funktionalität, während sie gleichzeitig die Körperlichkeit der Stadt metaphorisch unterstreicht.
Die Installation der falschen Maria dient der machtpolitischen Übernahme des Raumes der Arbeiter und integriert diesen in das homogene Machtdispositiv der Stadt.
Weil die soziale Binarität zwischen oben und unten erhalten bleibt und der "Handschlag" lediglich eine Stabilisierung der bestehenden Herrschaftsverhältnisse unter dem Deckmantel einer neuen Harmonie darstellt.
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