Examensarbeit, 2006
55 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. ZUM BERUFLICHEN ALLTAG VON HANSEKAUFLEUTEN
2.1. Organisation des Handels im Hanseraum
2.2. Auf dem Weg zum Kaufmann: Die Ausbildungszeit
2.2.1. Theoretische Fähigkeiten
2.2.1.1. Lesen, Schreiben und Fremdsprachen
2.2.1.2. Kaufmännisches Rechnen
2.2.2. Praxiserfahrung
2.3. Das Beispiel der Brüder Sivert und Hildebrand Veckinchusen
3. HANDELSGESCHÄFTE, MAßE UND RECHNEN
3.1. Metrologische Angaben im mittelalterlichen Handel
3.1.1. Ursprung und Problematik der Maßuneinheitlichkeit
3.1.2. Verwendung und Vorkommen
3.2. Rechenpraxis im Kaufmannsalltag
4. DIE HANDELSBÜCHER DER VECKINCHUSEN
5. METROLOGISCHE ANGABEN IN HANDELSBÜCHERN DER VECKINCHUSEN
5.1. Tuche
5.2. Pelzwaren
5.3. Wachs
5.4. Andere Waren und Fazit
6. ZUSAMMENFASSUNG
7. LITERATURVERZEICHNIS
Die Arbeit untersucht metrologische Angaben in den Handelsbüchern der Hansekaufleute Sivert und Hildebrand Veckinchusen im 14. Jahrhundert und analysiert diese im Kontext der kaufmännischen Rechenkunst, um die historische Praxis der Maßverwendung und Abrechnung nachzuvollziehen.
3.1.1. Ursprung und Problematik der Maßuneinheitlichkeit
Handelsgeschäfte zeichnen sich im Mittelalter zunehmend durch ihre Interregionalität aus, für den Hansehandel kann man sogar von einer gewissen Internationalität sprechen. Die Umstellung von den Waren- auf den Kapitalhandel war sowohl Konsequenz als auch Vorreiter für diesen Handel in größeren Dimensionen. Jeder Herrscher besaß das Recht, in seinem Territorium über Maßeinheiten und ihren Gebrauch zu verfügen, im Spätmittelalter entwickelte sich daraus als Spezialfall eine städtische Maßkultur. Um diese unterschiedlichen Maße dennoch in irgendeiner Form vergleichen und damit wirtschaftshistorisch nutzbar machen zu können, konzentrierte sich die metrologische Forschung schon seit einiger Zeit darauf, die Differenzen zu nivellieren und durch Normierung auf heute weithin verständliche und verbreitete Maße wie Kilogramm, Liter oder Meter zu bringen. Dieses Verfahren ermöglicht es, die unterschiedlichen und in der Regel nicht mehr gebräuchlichen Maße in für uns fassbare und vorstellbare Größen umzuwandeln.
Die Internationalität des Hansehandels hat Wolf anhand Revaler Quellen nachgewiesen, dort spielten „auch Maße und Verpackungseinheiten des Atlantischen Küstenraumes, der Nordseeanlieger, der wendischen Städte und Preußens ebenso wie livländische und russische Handelsgrößen eine Rolle“. An dieser Aufstellung erweist sich als interessant, dass sich in ihr gerade das im vorherigen Unterkapitel dargestellte Handelsnetz der Veckinchusen widerspiegelt, auch trifft der von Wolf vornehmlich untersuchte Zeitraum des späten 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts genau den Zeitrahmen dieser Arbeit. Erst in späterer Zeit, im Übergang von Mittelalter zur Neuzeit, lassen sich vermehrt Ansätze finden, die Maßvereinheitlichungen größeren Umfangs forcieren. Doch zunächst wachten Städte oder Territorialherren streng über die Einhaltung der von ihnen verordneten Maße.
1. EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet die historische Metrologie und die kaufmännische Rechenkunst des 14. Jahrhunderts anhand der Handelsbücher der Gebrüder Veckinchusen.
2. ZUM BERUFLICHEN ALLTAG VON HANSEKAUFLEUTEN: Dieses Kapitel rekonstruiert die Ausbildung von Hansekaufleuten, den Wandel zur muttersprachlichen Verwaltung und die Bedeutung praktischer Erfahrung im Auslandshandel.
3. HANDELSGESCHÄFTE, MAßE UND RECHNEN: Hier werden die Ursachen der Maßuneinheitlichkeit und die gängigen Rechenverfahren, wie das „Rechnen auf der Linien“, im hansischen Handel analysiert.
4. DIE HANDELSBÜCHER DER VECKINCHUSEN: Das Kapitel bietet einen Einblick in die Edition und Beschaffenheit der Handelsbücher als Quelle für den wirtschaftshistorischen Alltag.
5. METROLOGISCHE ANGABEN IN HANDELSBÜCHERN DER VECKINCHUSEN: Eine detaillierte Auswertung der Maßeinheiten bei den Warengruppen Tuche, Pelzwaren und Wachs anhand konkreter Beispiele aus der Quelle.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Eine abschließende Synthese der Ergebnisse zur Maßvielfalt, der Rechenpraxis und der Rolle der Gebrüder Veckinchusen im hansischen Fernhandel.
7. LITERATURVERZEICHNIS: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Hansegeschichte und historischen Metrologie.
Hanse, Veckinchusen, historische Metrologie, kaufmännische Ausbildung, mittelalterlicher Handel, Handelsbücher, Rechenpraxis, Maßuneinheitlichkeit, Warenkunde, Buchhaltung, Rechnen auf der Linien, Fernhandel, Spätmittelalter, Maße und Gewichte, Wirtschaftsgeschichte.
Die Arbeit untersucht, wie hanseatische Kaufleute im 14. Jahrhundert mit unterschiedlichen Maßeinheiten und Währungen in ihren Handelsbüchern umgingen und welche Rolle die kaufmännische Ausbildung dabei spielte.
Im Zentrum stehen die historische Metrologie, die wirtschaftliche Organisation des Hanseraums, die Ausbildung künftiger Kaufleute sowie die konkrete Abrechnungspraxis bei verschiedenen Handelswaren.
Die Arbeit fragt nach den metrologischen Angaben in den Handelsbüchern der Gebrüder Veckinchusen und untersucht, wie diese unter Berücksichtigung der damaligen Rechenkunst ausgewertet werden können.
Die Autorin nutzt eine quellenkritische Auswertung der Handelsbücher der Veckinchusen, ergänzt durch eine Rekonstruktion der kaufmännischen Bildung und den Vergleich mit fachwissenschaftlicher Literatur zur historischen Metrologie.
Der Hauptteil behandelt die kaufmännische Ausbildung, das Problem der Maßuneinheitlichkeit im Handel, die Rechenpraxis sowie die spezifische Auswertung der Warengruppen Tuche, Pelzwaren und Wachs.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hanse, Handelsbücher, historische Metrologie, kaufmännische Rechenkunst und mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte beschreiben.
Wachs war ein für die Kirche unverzichtbares Gut, dessen ständiger Handel eine gute Datenlage für die Überprüfung der Rechentechnik und der Anwendung unterschiedlicher Maßsysteme durch Hildebrand Veckinchusen bietet.
Die „Venedische Gesellschaft“ war eine komplexe Kooperation, deren Scheitern laut der Analyse auch auf die Unzulänglichkeiten der damals üblichen einfachen Buchführung zur Kontrolle überregionaler Handelsgeschäfte zurückzuführen war.
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