Diplomarbeit, 1999
128 Seiten, Note: gut
1. Einführung
2. Mythentheorien
2.1.Geschichte der Mythenrezeption
2.2. Das Volksmärchen
2.3. Mythos versus Märchen - ein theoretischer Ansatz des Erziehungswissenschaftlers und Psychaters Bruno Bettelheim
2.4. Mythos und Märchen als Grundstruktur eines „Lebensskripts“ - die Sicht des Transaktionsanalytikers Eric Berne.
2.4.1. Mythen und Märchen
2.4.2. Helden und Handlungen
3. Der „Monomythos“ von Joseph Campell
3.1. “Der Heros in tausend Gestalten“ - psychologische Betrachtungen nach ausgewählten Schwerpunkten
3.1.1. Ursprung und Bedeutung mythischer Symbole
3.1.2. Begegnung mit dem Unbewußten
3.1.3. Der Übergangsritus
3.1.4 Der Mythos als Heilungskraft
3.1.5. Die Figur des tyrannischen Ungeheuers
3.1.6. Der erlösende Held
3.1.7. Weiterentwicklung durch Ablösung oder Abkehr
3.1.8. Der Traum als verpersönlichter Mythos
3.2. Die Struktur des „Monomythos“ - Die mythische Abenteuerfahrt des Helden
3.2.1 Die Stationen des „Monomythos“
3.2.2. Der Heros in Märchen und Mythos
4.Die Identifikation mit dem „Helden“ und deren Einfluß auf die Psyche des Rezipienten
4.1. Der Begriff der Katharsis
4.1.1. Der Katharsisbegriff bei Freud
4.2. Aktuelle Reaktionen auf die Diskussion um die Wirkung gewaltorientierter Filme
4.3.Ein kurzer Exkurs in die Psychologie
4.3.1.Theorie1: Aggression als provozierte Bereitschaft
4.3.2.Theorie 2: Sozial gelernte Aggression
4.3.3.Theorie 3: Soziales Lernen
4.3.4.Beobachtungslernen und der Einfluß von Medien
5. Der Protagonist als Identifikationsfigur
5.1.Der Protagonist, der „Held“ im Filmdrehbuch
5.2.Dramaturgische Mittel zur Optimierung der Identifikationsbereitschaft des Rezipienten
5.3. Die Motivation des Helden
5.3.1. Äußere und innere Motivation
5.3.2. Plot, Thema und Grundfrage des Filmes
5.3.3. Die physische und die emotionale Handlung
5.3.4.Der Konflikt des Helden
6. Ein Strukturvergleich von Mythos und Spielfilm
6.1. Das Paradigma - die klassische Dreiakteinteilung
6.2. Der Struktur des „Monomytos“ von Joseph Campell
6.3. Kombiniertes Modell
6.4. Das Abenteuer des Helden
6.4.1.“Station 1“ - Set up oder „Die Alltagswelt des Helden“
6.4.2. „Station2“ - Der Plot Beginn oder„Die Berufung“
6.4.3. „Station 3“ - Die Weigerung des Helden
6.4.4. „Station 4 - Übernatürliche Hilfe
6.4.5. „Station 5“ - Das Überschreiten der ersten Schwelle
6.4.6. „Station 6“ - Der Weg der Prüfungen beginnt
6.4.7. „Station 7“ - In der Höhle des Löwen oder Die große Prüfung
6.4.8. „Station 8“ - Das Erlangen des Schatzes
6.4.10. „Station 10“ - Die magische Flucht
6.4.11. „Station 11“ - Der Höhepunkt
6.4.12. „Station 12“ - Die Rückkehr mit dem Elixier
6.4.13. Joseph Campell: Zusammenfassung des Monomythos
7. Eine Betrachtung des amerikanischen Spielfilmes Star Wars (von George Lucas, 1977) nach den erarbeitenden Kriterien
7.1. Der Autor und Regisseur
7.2. Inspirationsquellen
7.3. Inhalt
7.4. Die „mythische Struktur“ von Star Wars
7.5. Stab, Besetzung, Auszeichnungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die universelle Struktur des Heldenmythos nach Joseph Campell und überträgt diese auf die dramaturgische Analyse von Filmdrehbüchern, um die psychologischen Mechanismen der Identifikation des Zuschauers mit dem Protagonisten zu ergründen.
Die Struktur des „Monomythos“ - Die mythische Abenteuerfahrt des Helden
Campell zeichnet eine Formel, die er als eigentlichen Kern des Monomythos bezeichnet:
Trennung - Initiation - Rückkehr
Der Heros verläßt die Welt des gemeinen Tages und sucht einen Bereich übernatürlicher Wunder auf, besteht dort fabelartige Mächte und erringt einen entscheidenden Sieg, dann kehrt er mit der Kraft, seine Mitmenschen mit Segnungen zu versehen, von seiner geheimniserfüllten Fahrt zurück.43
Als mythologische Beispiele seien etwa die Geschichten von Prometheus, der den Himmel erstieg, bei den Göttern das Feuer stahl und wieder hinab stieg, genannt, oder etwa Jason, der die Klippen, die über dem Eindringling zusammenschlugen, durchschiffte, in ein Meer voller Wunder geriet, den Drachen umschlich, der das goldene Vlies bewachte, und schließlich mit dem Vlies und der Kraft, den ihm rechtmäßig zustehenden Thron dem Usurpator abzunehmen, zurückkehrte. Aeneas stieg hinab in die Unterwelt, überquerte den schrecklichen Totenfluß, warf dem dreiköpfigen Wachhund Zerberus einen Bissen hin, der ihn beschwichtigte, und sprach schließlich mit dem Schatten des toten Vaters. Alle Dinge wurden ihm offenbart: das Schicksal der Seelen, das Schicksal Roms „und auf welche Weise er jede Last vermeiden oder ertragen könne“44
Durch das Elfenbeintor kehrte er dann zu seiner Aufgabe in der Welt zurück. Großartige Darstellungen der Schwierigkeiten, die der Heros zu bewältigen hat, und der hohen Bedeutung, die seine Aufgabe gewinnt, wenn sie tief genug begriffen und ernsthaft unternommen wird, bietet die Legende vom großen Kampf des Buddha oder finden wir im Alten Testament von den Taten des Moses. Die Abenteuerfahrt des Helden - sei sie nun dargestellt in den weiten, fast ozeanischen Bildern des Ostens, in den kraftvollen sagen der Griechen oder in den majestätischen Legenden der Bibel - folgt dem Schema der oben beschriebenen Kerneinheit: Trennung von der Welt - Durchkämpfen zu einer Quelle übernatürlicher Kräfte - und lebenbringende Rückkehr.
1. Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Mythos als universellen Urquell menschlicher Geschichten dar und begründet die Relevanz einer strukturanalytischen Betrachtung für moderne Filmstoffe.
2. Mythentheorien: Dieses Kapitel erläutert verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Mythenrezeption, inklusive der tiefenpsychologischen Perspektiven von Jung, Bettelheim und Berne hinsichtlich ihrer Funktion für die Persönlichkeitsentwicklung.
3. Der „Monomythos“ von Joseph Campell: Hier werden die Kerntheorien von Campell vorgestellt, insbesondere die universelle Struktur des "Heros in tausend Gestalten" und die Bedeutung der psychologischen Initiationsreise.
4. Die Identifikation mit dem „Helden“ und deren Einfluß auf die Psyche des Rezipienten: Das Kapitel untersucht die psychologischen Mechanismen der Identifikation und das umstrittene Konzept der Katharsis im Kontext moderner gewaltorientierter Medien.
5. Der Protagonist als Identifikationsfigur: Diese Sektion analysiert die dramaturgischen Mittel zur Schaffung glaubhafter Charaktere sowie die äußere und innere Motivation des Helden im Filmdrehbuch.
6. Ein Strukturvergleich von Mythos und Spielfilm: Das Kernkapitel setzt das "Paradigma" der Dreiaktstruktur von Syd Field in Bezug zu den 17 Stationen des Monomythos und entwickelt ein kombiniertes Modell für Filmdramaturgie.
7. Eine Betrachtung des amerikanischen Spielfilmes Star Wars: Hier wird der Film "Star Wars" anhand der erarbeiteten Kriterien und der Monomythos-Struktur als exemplarisches Beispiel für moderne Mythenrezeption analysiert.
8. Bibliographie: Eine Zusammenstellung der verwendeten literarischen Quellen und weiterführenden theoretischen Schriften.
Heldenmythos, Joseph Campell, Drehbuchdramaturgie, Monomythos, Identifikation, Filmpsychologie, Protagonist, Strukturvergleich, Archetypen, Katharsis, Heldenreise, Narration, Spielfilmanalyse, Star Wars, Motivation.
Die Diplomarbeit untersucht die strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen klassischen Heldenmythen und modernen Filmdrehbüchern und deren Bedeutung für die Identifikation des Zuschauers.
Die Themen umfassen mythische Theorien, tiefenpsychologische Ansätze, dramaturgische Strukturen von Filmen sowie den Einfluss von Gewaltmedien auf das Publikum.
Das Ziel ist es, den "Monomythos" nach Joseph Campell als wertvolles Werkzeug für Drehbuchautoren und Regisseure zu etablieren, um die emotionale Tiefe und psychologische Wirkung ihrer Geschichten zu optimieren.
Die Arbeit nutzt die Methode des strukturanalytischen Vergleichs zwischen narrativen Modellen der Mythologie und dramaturgischen Konzepten der Filmtheorie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Mythos und Psychologie), eine methodische Untersuchung der Dreiaktstruktur und eine praktische Fallanalyse am Beispiel von "Star Wars".
Zentrale Begriffe sind Heldenreise, Archetypen, Filmdramaturgie, Identifikation, Plot-Struktur und die Transformation des Protagonisten.
Identifikation bildet die Voraussetzung dafür, dass der Zuschauer Partei ergreift und eine emotionale Verbindung eingeht, ohne die Spannung und Erkenntnis in einem Film nicht entstehen können.
Die Arbeit zeigt auf, dass George Lucas die "Star Wars"-Saga bewusst nach den klassischen Mustern von Campell entworfen hat, indem er archetypische Figuren und die Reise des Helden exakt in die 12 Stationen des Monomythos integriert.
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