Examensarbeit, 2006
159 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Wie Kinder sprechen lernen – Erstspracherwerb
2.1 Erklärungsversuche aus der Spracherwerbsforschung
2.1.1 Behaviorismus
2.1.2 Nativismus
2.1.3 Kognitivismus
2.1.4 Interaktionismus
2.2 Bedingungen für einen erfolgreichen Erstspracherwerb
2.2.1 Sensomotorische Entwicklung
2.2.1.1 Hörvermögen
2.2.1.2 Sehvermögen
2.2.1.3 Tastsinn
2.2.1.4 Sprechwerkzeuge
2.2.2 Hirnreifung
2.2.3 Motivation
2.2.4 Familiäre Lebensbedingungen
2.3 Entwicklungsphasen des Erstspracherwerbs
3 Zweisprachigkeit und Zweitspracherwerb
3.1 Definitionen
3.1.1 Erstsprache
3.1.2 Muttersprache
3.1.3 Zweisprachigkeit
3.1.4 Mehrsprachigkeit
3.2 Gruppen von Menschen mit fremder Muttersprache
3.2.1 Aussiedler
3.2.2 Gastarbeiter
3.2.3 Asylbewerber
3.3 Rahmenbedingungen des Zweitspracherwerbs
3.3.1 Das Kind als Person
3.3.2 Die Situation in der Familie
3.3.3 Die Spracherziehungsmethoden
3.3.3.1 Eine Person - eine Sprache
3.3.3.2 Umgebungssprache – Familiensprache
3.3.3.3 Schulsprache - Familiensprache/Umgebungssprache
3.3.3.4 Situationsabhängige Sprachtrennung
3.3.4 Das soziale Umfeld
3.3.5 Bildungspolitische Rahmenbedingungen
3.4 Konzepte des Zweitspracherwerbs
3.4.1 Gesteuerter und ungesteuerter Zweitspracherwerb
3.4.2 Simultaner und sukzessiver Zweitspracherwerb
3.4.3 Additiver und subtraktiver Zweitspracherwerb
3.4.4 Doppelte Halbsprachigkeit/Semilingualismus
3.5 Theorien zum Erwerb von Zweisprachigkeit
3.5.1 Die Kontrastivhypothese
3.5.2 Die Identitätshypothese
3.5.3 Die Interlanguage-Hypothese
3.5.4 Die Schwellen- und die Interdependenz-Hypothese
4 Chancen und Gefahren bei zweisprachiger Erziehung
4.1 Zweisprachigkeit als Abweichung
4.2 Probleme der Stigmatisierung
4.3 Bedeutung der Zweisprachigkeit für die Identitätsentwicklung
4.4 Problematik und Möglichkeiten der Sprachstandsdiagnose
4.5 Probleme und Chancen in der Sprache
4.5.1 Metasprachliche Fähigkeiten
4.5.2 Sprachwechsel
4.5.3 Sprachmischungen
4.5.4 Interferenzen
4.5.5 Mischsprache
4.5.6 Fossilierungen und Backsliding
4.5.7 Sprachverweigerung
4.5.8 Stottern
4.5.9 Verzögerte Sprachentwicklung
4.5.10 Stammeln
4.5.11 Lese-Rechtschreib-Schwäche
4.5.12 Schriftspracherwerb
4.6 Probleme und Möglichkeiten in der Bildungspolitik
4.6.1 Segregation
4.6.2 Sprachschutzprogramm
4.6.3 Submersion
4.6.4 Immersion
4.6.5 Two-way-Modelle
4.6.6 Deutsch als Zweitsprache
4.6.7 Vorbereitungsklassen
4.6.8 Muttersprachlicher Unterricht
4.6.9 Fremdsprachlicher Fachunterricht
4.6.10 Samstagsschulen
4.6.11 Fremdsprachenunterricht
4.6.12 Internationale Schulen
4.6.13 Europäische Schulen
4.6.14 Europaschulen und Schulversuche an staatlichen Schulen
5 Einzeldarstellung eines Mädchens mit russischer Muttersprache
5.1 Anamnese
5.2 Rahmenbedingungen
5.2.1 Situation in der Familie und im sozialen Umfeld
5.2.2 Situation in der Schule
5.3 Die Betrachtung des Kindes
5.3.1 Sozial-emotionaler Bereich
5.3.2 Sensumotorischer Bereich
5.3.3 Kognitiver Bereich
5.3.4 Sprachlich-kommunikativer Bereich
5.3.4.1 Aussprache
5.3.4.2 Wortschatz
5.3.4.3 Redefluss
5.3.4.4 Auditive Wahrnehmung
5.3.4.5 Sprachbewusstsein/phonologische Bewusstheit
5.3.4.6 Sprachverständnis
5.3.4.7 Sprachgedächtnis
5.3.4.8 Grammatik
5.3.4.9 Lesefähigkeit
5.3.4.10 Fähigkeiten in der Schriftsprache
5.4 Überlegungen zur möglichen Genese der sprachlichen Beeinträchtigung
5.5 Fördermaßnahmen
5.5.1 Bisherige Fördermaßnahmen
5.5.2 Darstellung der Fördermaßnahmen
5.5.2.1 Fördereinheit: Wir machen Obstsalat
5.5.2.2 Fördereinheit: Sprechreim zum Thema „Mein Körper“
5.5.3 Vorschläge für die weitere pädagogische Arbeit
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die sich aus der Zweisprachigkeit von Kindern mit fremder Muttersprache im deutschen Bildungssystem ergeben, und analysiert die theoretischen Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs sowie diagnostische und förderpädagogische Ansätze. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie eine adäquate Förderung und Diagnose bei zweisprachigen Kindern in der Sprachbehindertenpädagogik gelingen kann, um Bildungsbenachteiligung abzubauen und die Zweisprachigkeit als Ressource statt als Abweichung zu begreifen.
2.1.2 Nativismus
Der Nativismus sieht Sprache als eine humanspezifische Fähigkeit an, die angeboren und damit genetisch größtenteils bestimmt ist. Nach Chomsky (1959) findet der Spracherwerb als Reifungsprozess und nicht durch Lernen statt. Das Hauptaugenmerk des nativistischen Ansatzes liegt auf der Sprachstruktur. Er betont, dass „… Sprache eine hierarchische Struktur besitzt, … eine Oberflächen- und Tiefenstruktur aufweist und eine eigene Dynamik und Kreativität in sich trägt“ (Günther/Günther, 2004, 48). Chomsky weist in Bezug auf die Kreativität darauf hin, dass „… jedes sprechende Individuum fähig ist, eine unendliche Anzahl von Sätzen zu produzieren und zu verstehen“ (Günther/Günther, 2004, 48). Er schenkt der sprechenden Umwelt des Kindes wenig Aufmerksamkeit. Seiner Meinung nach wäre es nicht dazu in der Lage, sprachliche Kompetenzen zu entwickeln, wenn es „… ausschließlich auf die unvollständigen und fehlerhaften Äußerungen seiner direkten und indirekten Bezugspersonen angewiesen …“ (Günther/Günther, 2004, 48) wäre. Dem Kind, das als ein spezialisiertes Wesen gesehen wird, wird aus der Sicht der Nativisten ein Sprachprogramm vorgegeben, das die Sprache verarbeitet und annimmt (vgl. Günther/Günther, 2004, 48).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die zunehmende Heterogenität, die durch Mehrsprachigkeit geprägt ist, und führt in die Problematik der Bildungsbenachteiligung ausländischer Schüler ein.
2 Wie Kinder sprechen lernen – Erstspracherwerb: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Theorien zum Spracherwerb, biologische und soziale Bedingungen sowie die typischen Entwicklungsphasen des Erstspracherwerbs bei Kindern.
3 Zweisprachigkeit und Zweitspracherwerb: Hier werden zentrale Begriffe definiert, verschiedene Gruppen von Sprechern mit fremder Muttersprache charakterisiert sowie Rahmenbedingungen, Konzepte und Theorien des Zweitspracherwerbs wissenschaftlich fundiert dargestellt.
4 Chancen und Gefahren bei zweisprachiger Erziehung: Das Kapitel reflektiert die Stigmatisierung von Zweisprachigkeit, die Bedeutung für die Identitätsentwicklung, Methoden der Sprachstandsdiagnose sowie bildungspolitische Maßnahmen und deren Wirksamkeit.
5 Einzeldarstellung eines Mädchens mit russischer Muttersprache: Eine praxisorientierte Fallstudie analysiert die Sprachentwicklung, Rahmenbedingungen und spezifische Fördermaßnahmen eines siebenjährigen zweisprachigen Mädchens.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Zweisprachigkeit als pädagogische Herausforderung und Chance zu begreifen, anstatt sie als Störung oder Abweichung zu pathologisieren.
Zweisprachigkeit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachstandsanalyse, Sprachförderung, Bilingualismus, Semilingualismus, Migrationshintergrund, Interferenz, Sprachmischung, Sprachbewusstheit, Sprachprestige, Sonderpädagogik, Identitätsentwicklung, Sprachstand
Die Arbeit befasst sich mit der Situation zweisprachiger Kinder im deutschen Bildungssystem, wobei der Schwerpunkt auf der sprachbehindertenpädagogischen Perspektive und dem Umgang mit Mehrsprachigkeit liegt.
Zentrale Themen sind die Theorien des Sprachlernens, die Rahmenbedingungen des Zweitspracherwerbs, die Problematik der Stigmatisierung und Sprachstandsdiagnose sowie die Analyse aktueller bildungspolitischer Fördermodelle.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Prozesse des Zweitspracherwerbs zu schaffen und aufzuzeigen, wie Pädagogen Kinder mit fremder Muttersprache professionell unterstützen können, ohne deren Mehrsprachigkeit als Defizit zu werten.
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturanalyse bestehender Spracherwerbstheorien mit einer empirischen Einzeldarstellung (Fallstudie) eines Mädchens mit russischer Muttersprache, basierend auf Beobachtungen und standardisierten Testverfahren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sprachentwicklung, theoretische Erklärungsmodelle für Zweisprachigkeit, eine kritische Auseinandersetzung mit Diagnoseverfahren und die Vorstellung verschiedener schulpraktischer Konzepte zur Förderung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bilingualismus, Sprachstandsanalyse, Sprachförderung, Interferenzen und die Unterscheidung zwischen Sprachvermögen und Sprachstörung charakterisiert.
Die Autorin stellt klar, dass diese Begriffe nicht deckungsgleich sind, wobei die Muttersprache primär über die emotionale Bindung und die Interaktion mit der Mutter definiert wird, während die Erstsprache den chronologisch ersten Spracherwerb bezeichnet.
Die Kritik richtet sich dagegen, dass diese Tests oft monolingual an deutschen Standards ausgerichtet sind und dabei die individuellen Kompetenzen und die Erstsprache des Kindes außer Acht lassen, was zu Fehldiagnosen führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

