Bachelorarbeit, 2007
55 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Die Entwicklung des politischen Theaters
1. Das Russische Theater zwischen 1917 und 1924
2. Das politische Theater in Deutschland zur Zeit der Weimarer Republik
3. Das proletarische Theater
4. Piscator und die Berliner Volksbühne
5. Die Piscator - Bühnen
6. Ausblicke
III. Piscators Vision eines Totaltheaters
IV. Grundlinien der soziologischen Dramaturgie
V. Piscators Bühnensystem und Inszenierungsstil
1. Publikum
2. Schauspieler
3. Bühne und Technik
4. Dramaturgische Mittel
a) Montage
b) Film und Projektionen
VI. „Trotz alledem!“
1. Hintergründe
2. Die Inszenierung
3. Resümee
VII. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des Theaterregisseurs Erwin Piscator zwischen 1920 und 1931, wobei der Fokus auf seiner Rolle als Innovator des politischen Theaters liegt. Ziel ist es, Piscators Bühnensysteme und seinen spezifischen Inszenierungsstil in einer zusammenfassenden Darstellung zu analysieren, wobei die soziologische Dramaturgie und die Entwicklung des politischen Theaters den theoretischen Rahmen bilden.
Die Inszenierung
Nach nur 3 Wochen intensiver Proben wurde am 12. Juli 1925 im Großen Schauspielhaus die Premiere von „Trotz alledem!“ gefeiert. Tausende füllten an diesem Abend das Theater und Piscators kühnsten Erwartungen wurden durch diese Massen übertroffen.
Da der Text des Stückes nicht mehr auffindbar ist, kann der Inhalt nur noch durch die Programmzettel und Kritiken rekonstruiert werden. Das Publikum wurde durch ein Ansagerpaar durch die Revue geführt. Ein Prolet und ein Bourgeois kommentierten, indem sie miteinander stritten, die 23 Szenen und deren dokumentarischen Projektionen. Dem Zuschauer sollte in charakteristischen Ausschnitten die Zeit vorgeführt werden, aus der heraus die KPD entstanden ist.
Die Szenerie wurde von John Heartfield entworfen und Piscator beschreibt die Bühne wie folgt: „Als Grundform des Bühnenbildes ließ ich ein sogenanntes Praktikabel bauen, einen terrassenförmigen, unregelmäßig gegliederten Aufbau, der an einer Seite eine flache Schräge, auf der anderen Seite Treppen und Podeste besaß, und als Ganzes auf der Drehscheibe stand. In seine Terrassen, Nischen und Korridore baute ich die einzelnen Spielflächen ein. Dadurch wurde eine Einheit des szenischen Aufbaues erreicht, eine pausenlose Abwicklung des Stückes wie in einem einzigen fortreißenden Strom.“
I. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die Schaffensperiode von Erwin Piscator von 1920 bis 1931 zu beleuchten.
II. Die Entwicklung des politischen Theaters: Analyse der historischen Grundlagen des politischen Theaters in Russland und Deutschland sowie der spezifischen Entwicklung des proletarischen Theaters.
III. Piscators Vision eines Totaltheaters: Erörterung der Zusammenarbeit mit Walter Gropius und der Idee einer technisierten Theaterarchitektur für die Gesellschaftsordnung.
IV. Grundlinien der soziologischen Dramaturgie: Erläuterung von Piscators theoretischem Ansatz, bei dem der Mensch und sein Verhältnis zur Klasse und Gesellschaft im Zentrum stehen.
V. Piscators Bühnensystem und Inszenierungsstil: Detaillierte Untersuchung der Publikumsaktivierung, der Rolle des Schauspielers, der technischen Mittel sowie der dramaturgischen Verfahren wie Montage und Film.
VI. „Trotz alledem!“: Analyse der politischen Revue von 1925 als beispielhaftes Werk des Dokumentartheaters und Höhepunkt der Inszenierungskunst.
VII. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Piscators Beitrag zum Theater des 20. Jahrhunderts und Reflexion über die Bedeutung seiner Methoden für das heutige Theater.
Erwin Piscator, Politisches Theater, Totaltheater, Weimarer Republik, Montage, Dokumentartheater, Film im Theater, Soziologische Dramaturgie, Inszenierungsstil, Proletarisches Theater, Klassenkampf, Theatertechnik, Trotz alledem, Episches Theater, Theaterreform.
Die Arbeit befasst sich mit der Theaterarbeit von Erwin Piscator zwischen 1920 und 1931 und seinem maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des politischen Theaters.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des politischen Theaters, Piscators soziologische Dramaturgie, seine technische Bühnengestaltung sowie die Analyse exemplarischer Inszenierungen.
Das Ziel ist eine zusammenfassende Darstellung von Piscators Bühnensystemen und seinem unverwechselbaren Inszenierungsstil in der Zeit der Weimarer Republik.
Die Arbeit folgt einem chronologischen und fortlaufenden Prinzip, wobei theoretische Ansätze mit der Anwendung in ausgewählten Inszenierungen verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die theoretische Grundlegung der soziologischen Dramaturgie sowie die praktische Analyse der technischen Mittel und Inszenierungsweisen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Politisches Theater, Montage, Film, Totaltheater und Inszenierungsstil.
Es dient als architektonische Vision Piscators und Gropius', um die Distanz zwischen Publikum und Bühne aufzuheben und die Zuschauer in das Bühnengeschehen zu integrieren.
Sie gilt als beispielhaft für Piscators Inszenierungskunst und als Höhepunkt des politischen Massentheaters in der Weimarer Republik, in dem erstmals Dokumente die Grundlage bildeten.
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